Champions League wetten 2026 – die lizenzierten Wege im Überblick

Updated Oktober 2026
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Wer in Deutschland auf die Champions League wetten will, hat eine kleinere Auswahl, als das Internet suggeriert. Erlaubt sind Wetten auf Königsklassen-Spiele nur bei Anbietern, die eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) besitzen. Wer ohne diese Erlaubnis wettet, spielt auf einem Anbieter ohne deutsche Aufsicht, ohne OASIS-Sperrdatei und ohne LUGAS-Limitdatei. Die vorige Saison 2025/26 ist gespielt, das nächste europäische Jahr beginnt mit den Qualifikationsrunden im Sommer. Wer jetzt vergleicht, vergleicht für die folgende Spielzeit.

Ein großes Stadion bei Nacht, aus der Ferne unter Flutlicht gesehen, die Ränge hell erleuchtet, der Rasen leuchtend grün.
Seit der Saison 2024/25 spielen in der Champions League 36 Mannschaften in einer gemeinsamen Ligaphase; jedes Team trifft auf acht verschiedene Gegner, verteilt auf zehn Europapokalwochen.

Stand: 17. Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 02.10.2026.

Was die Champions League als Wettbewerb ausmacht

Die UEFA Champions League wurde 1955/56 als Europapokal der Landesmeister ausgetragen und trägt ihren heutigen Namen seit 1992/93; Veranstalter ist die UEFA. Über sechs Jahrzehnte ist daraus der sportlich bestbezahlte Klub-Wettbewerb der Welt geworden, mit Einnahmen aus TV-Rechten, Prämien und Sponsoring, die inzwischen einen Großteil der europäischen Top-Ligen mitfinanzieren. Diese wirtschaftliche Bedeutung ist der Grund, warum sich Buchmacher um Königsklassen-Spiele reißen — und warum Quoten auf diese Spiele in der Regel dichter kalkuliert sind als auf Begegnungen abseits der Spitzenklubs.

Ein Fußball liegt auf dem Rasen im Mittelkreis, die Kreidelinien führen scharf ins Bild, dahinter verschwimmt eine Tribüne.
Die UEFA Champions League wurde erstmals 1955/56 als Europapokal der Landesmeister ausgetragen und trägt ihren heutigen Namen seit 1992/93; Veranstalter ist die UEFA.

Seit der Saison 2024/25 spielen 36 Mannschaften in einer gemeinsamen Ligaphase; jedes Team trifft auf acht verschiedene Gegner, verteilt auf zehn Europapokalwochen. Das alte Format mit acht Gruppen zu je vier Mannschaften ist Geschichte. Stattdessen gibt es eine große Tabelle, in der die Plätze 1 bis 8 direkt für das Achtelfinale qualifiziert sind, die Plätze 9 bis 24 in einer Zwischenrunde die übrigen acht Achtelfinalplätze ausspielen und die Plätze 25 bis 36 ausscheiden. Aus deutscher Sicht bedeutet das: in der Regel vier deutsche Starter (Bayern München, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und ein vierter Platz aus der Bundesliga-Qualifikation), alle mit acht unterschiedlichen Gegnern, alle über zehn Spieltage verteilt.

Wettmöglichkeiten innerhalb des Wettbewerbs

Die Bandbreite ist breit, aber durch den GlüStV begrenzt. Erlaubt sind Fixed-Odds-Wetten auf das Ergebnis eines Spiels, auf einzelne Spielabschnitte und auf bestimmte Ereignisse während eines Spiels — als Einzelwette oder Kombiwette. Im Titelmarkt wird auf den Gesamtsieger der Champions League gewettet; der Wettschein bleibt in der Regel bis zum Ende der K.-o.-Phase offen und wird mit dem Finale abgerechnet. Weitere Märkte sind Gruppensieger, Einzug ins Achtelfinale, Torschützenkönig und — je nach Anbieter — Torschützen im Einzelmatch, Handicaps und Halbzeit/Endstand-Kombinationen.

Eine Marmorsäule vor einem klassischen Gebäude, im Hintergrund blauer Himmel.
Für bet365 führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Wer auf den Sieger wettet, wettet auf eine Quote, die sich über die ganze Saison bewegt. In der Ligaphase schwanken die Titelquoten der Favoriten zwischen ungefähr 3,00 und 8,00; nach dem Ausscheiden eines Spitzenteams im Achtelfinale klettern die Quoten der verbliebenen Teams. Wer früh einsteigt, akzeptiert eine niedrigere Quote für ein breiteres Feld. Wer spät einsteigt, sieht das Feld, zahlt aber im Siegesfall weniger.

Titelverteidiger und Rekorde

Rekordsieger ist Real Madrid mit 15 Titeln, Rekordtorschütze des Wettbewerbs ist Cristiano Ronaldo mit 140 Toren. Die Saison 2025/26 endete am 30. Mai 2026 in der Puskás Aréna in Budapest: Paris Saint-Germain und der FC Arsenal trennten sich 1:1 nach Verlängerung, Paris gewann das Elfmeterschießen mit 4:3 und holte seinen zweiten Titel. Torschützenkönig der Spielzeit wurde Kylian Mbappé von Real Madrid mit 15 Toren. Paris ist damit Titelverteidiger der kommenden Saison — was die Quoten auf PSG zu Saisonbeginn beeinflusst, aber nichts über das Ende der nächsten Spielzeit sagt.

Welche Spielfelder die Buchmacher anbieten

Bei einem lizenzierten Anbieter besteht das Wettprogramm zur Champions League typischerweise aus drei Schichten.

Die Spielebene deckt jede einzelne Partie ab — von der Ligaphase bis zum Finale. Im Zentrum steht der 1X2-Markt (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg), flankiert von Über/Unter-Wetten auf die Gesamtzahl der Tore, beide Teams treffen, Handicaps asiatisch oder europäisch, Halbzeitresultate und — bei ausgewählten Spielen — Torschützen- und Kartenmärkte. Die Tiefe hängt vom Anbieter ab: Manche beschränken sich auf das Kernprogramm, andere listen über 200 Märkte pro Spiel.

Die Turnierebene umfasst Langzeitwetten, die während der gesamten Saison laufen. Sieger, Einzug ins Achtelfinale, Gruppensieger in der Ligaphase, Torschützenkönig, Finalist — wer auf den Titel wettet, schließt den Wettschein in der Regel zu Saisonbeginn ab, die Wette bleibt offen und wird mit dem Finale abgerechnet. Eine vorzeitige Auswertung über Cash-out ist möglich, wenn der Anbieter diese Funktion anbietet.

Die Spielerebene bedient Märkte auf einzelne Akteure: Torschützen im Spiel, erster Torschütze, Torschützenkönig des Wettbewerbs, Spieler mit den meisten Torvorlagen. Diese Märkte sind bei lizenzierten deutschen Anbietern vorhanden, allerdings weniger tief als bei internationalen Plattformen.

Wie Quoten entstehen — und was die Marge über sie verrät

Jede Wettquote enthält einen Anteil, den der Buchmacher einbehält. Das ist die Marge, im Branchenjargon auch „Overround“ genannt. Sie ist der Preis, den der Spielende für die Möglichkeit zahlt, überhaupt wetten zu können — und sie ist der Grund, warum dieselbe Wette bei verschiedenen Anbietern unterschiedlich viel wert ist.

Rechenbeispiel: Marge eines 1X2-Marktes

Nehmen wir ein illustratives Spiel, das nichts über ein konkretes reales Ereignis aussagt, mit den Quoten 2,10 für Heimsieg, 3,40 für Unentschieden und 3,60 für Auswärtssieg. Die Auszahlungsquote — also der Anteil der Einsätze, der im günstigsten Fall an die Spielenden zurückfließt — berechnet sich als Kehrwert der Summe der reziproken Einzelquoten: 1 ÷ (1/2,10 + 1/3,40 + 1/3,60). Das sind 1 ÷ (0,4762 + 0,2941 + 0,2778), also 1 ÷ 1,0481, was ungefähr 0,9541 ergibt. Die Marge dieses Marktes liegt damit bei rund 4,6 % — was für einen 1X2-Markt auf ein Champions-League-Spiel ein durchschnittlicher Wert ist. Bei dichten Favoritenkombinationen (beide Teams treffen, Über/Unter 2,5) liegt die Marge oft über 6 %, bei Spezialmärkten wie Eckbällen oder Karten teilweise über 8 %. Eine Marge unter 4 % ist auf Königsklassen-Spiele selten, eine unter 3 % praktisch nie.

Was die Marge praktisch bedeutet: Von jedem Euro, der auf diesen Markt gesetzt wird, fließen im Durchschnitt 95,4 Cent als Gewinne zurück, 4,6 Cent behält der Anbieter. Wer den Markt schlägt, gewinnt. Wer ihn nicht schlägt, verliert im Schnitt 4,6 % seines Einsatzes — bevor die Wettsteuer überhaupt ins Spiel kommt.

Was die Quote über die Wahrscheinlichkeit sagt

Eine Quote von 2,10 suggeriert dem Anbieter eine Heimsieg-Wahrscheinlichkeit von etwa 1 ÷ 2,10 = 47,6 %; 3,40 steht für 29,4 % Unentschieden, 3,60 für 27,8 % Auswärtssieg. Zusammen ergeben diese Prozente die Auszahlungsquote, nicht 100 %. Die Lücke ist die Marge. Wer die faire Quote haben will, muss die Marge herausrechnen — die „true odds“ für Heimsieg wären 2,10 × 0,9541 = 2,00, was 50 % entspräche. Die Differenz zwischen Anbieterquote und fairer Quote ist der Preis, den man für die Wette zahlt.

Wer in Deutschland Champions-League-Wetten anbieten darf

Wetten auf Sport in Deutschland sind nach § 4 Abs. 1 GlüStV 2021 erlaubnispflichtig. Wer ohne deutsche Erlaubnis Sportwetten an deutsche Kunden vermittelt, betreibt unerlaubtes Glücksspiel. Die Aufsicht führt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale), kurz GGL; sie führt die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Die Liste ist die einzige verlässliche Quelle, um zu prüfen, ob ein Anbieter eine deutsche Erlaubnis besitzt.

Was die Whitelist zeigt

Die Whitelist, Stand 02.10.2026, listet 30 Einträge: 27 Veranstalter mit einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten, und drei weitere ausschließlich mit Pferdewettenerlaubnis. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain — aber eine .de-Domain allein beweist noch keine Erlaubnis. Die Liste nennt zudem die Holding und das Datum der Erst- sowie der Folgeerlaubnis; ein Enddatum ist nicht hinterlegt. Eine Erstlaubnis läuft fünf Jahre (§ 4c Abs. 1 GlüStV), die Folgeerlaubnis verlängert. Wer die Whitelist prüft, prüft, ob die Domain, die er ansteuert, exakt unter der Sportwetten-Erlaubnis gelistet ist — nicht, ob die Marke insgesamt gelistet ist.

Was die Erlaubnis konkret bedeutet

Eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis verpflichtet den Anbieter zu OASIS-Anbindung (Spielersperrsystem), LUGAS-Limitdatei (monatliches Einzahlungslimit, Aktivitätsdatei gegen Parallelspiel), voller Identitätsprüfung bei Kontoeröffnung, Zahlungen nur von einem Konto auf den eigenen Namen und insolvenzgeschützter Verwahrung der Spielergelder. Wer bei einem Anbieter ohne diese Erlaubnis spielt, hat im Streitfall keinen deutschen Rückgriff: weder über die GGL noch über ein deutsches Gericht. Die GGL hat im September 2026 ausdrücklich vor illegalen Angeboten gewarnt und unter anderem die Plattform Platincasino genannt — ein Beispiel, kein Einzelfall.

Was nicht erlaubt ist

Esports ist nach GGL-Auffassung kein Sport im Sinne des GlüStV; Wetten auf esports sind in Deutschland nicht erlaubt, kein lizenzierter Anbieter nimmt sie an. Wetten auf Sportereignisse unterhalb der 3. Fußball-Liga sind nach GGL-Praxis Amateurbereich und damit nicht zulässig; auf rein gesellschaftliche oder politische Ereignisse darf nicht gewettet werden. Kryptowährungen sind als Zahlungsmittel im lizenzierten deutschen Sportwettenmarkt nicht zugelassen, weil sie anonym sind und gegen die Pflicht zur Zahlung von einem Konto auf den eigenen Namen verstoßen (§ 6b Abs. 4 GlüStV). Wer mit Bitcoin, Ethereum oder Stablecoins auf Königsklassen-Spiele wetten will, landet zwangsläufig bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis.

Die offene Rechtsfrage vor dem EuGH

Der Bundesgerichtshof hat am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem Europäischen Gerichtshof die Frage vorgelegt, ob die europäische Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Im konkreten Fall fordert ein Kläger von Tipico die Rückzahlung von mehr als 3.700 € Verlusten aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018. Der Generalanwalt des EuGH, Nicholas Emiliou, hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) grundsätzlich für möglich gehalten, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit einer Ausnahme: Wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Die Entscheidung des EuGH steht aus. Bis dahin gilt: Wer bei einem nicht lizenzierten Anbieter gespielt hat, hat keine Garantie auf Rückzahlung; wer bei einem lizenzierten Anbieter spielt, hat dieses Risiko nicht.

Was Spielende in Deutschland schützt

Der GlüStV 2021 hat den Spielerschutz neu geordnet. Drei Mechanismen greifen ineinander.

Identitätsprüfung und ein Konto pro Anbieter

Teilnehmen darf, wer volljährig ist (§ 4 Abs. 3 GlüStV), also 18 Jahre oder älter. Bei der Kontoeröffnung verlangt der Anbieter die volle Identitätsprüfung nach § 6a GlüStV; ohne diese Prüfung darf maximal 72 Stunden mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlung gespielt werden. Pro Anbieter ist ein Konto erlaubt; das LUGAS-System verhindert über die Aktivitätsdatei, dass Spielende parallel bei mehreren Anbietern aktiv sind (§ 6h GlüStV).

Einzahlungslimit: 1.000 € pro Monat

Die zentrale Schutzschranke ist das monatliche Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 GlüStV: 1.000 € pro Kalendermonat, gerechnet über alle lizenzierten Anbieter hinweg, technisch durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Eine Erhöhung ist nur möglich, wenn der Anbieter die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Spielenden anhand überprüfbarer Unterlagen nachweist — eine Selbsterklärung reicht nicht. Maximal 10.000 € darf das individuelle Limit betragen; bis 30.000 € sind für höchstens 1 % der aktiven Spielenden eines Anbieters möglich, und auch nur mit entsprechendem Nachweis. Eine Senkung des Limits greift sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen.

Für Champions-League-Wetten über die Saison hinweg bedeutet das: Wer konsequent spielt, kommt mit 1.000 € im Monat nicht weit. Wer das Limit erhöhen will, muss dem Anbieter Einkommensnachweise vorlegen. Wer das nicht will, plant sein Wettverhalten um das Limit herum.

OASIS und der Panikbutton

Die Sperrdatei OASIS (§§ 8, 8a GlüStV) ist die bundesweite Spielersperre. Sie wird bei Registrierung und bei jedem Login abgefragt. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spielende eine Frist nennt, ansonsten mindestens ein Jahr. Wer gesperrt ist, kann sich bei keinem lizenzierten Anbieter mehr anmelden. Ergänzend gibt es den Panikbutton nach § 6i Abs. 3 GlüStV: Er löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus, in der das Konto eingefroren ist. Beide Mechanismen greifen nicht bei Anbietern ohne deutsche Erlaubnis — wer dort spielt, hat diese Schutzschranken nicht.

Spielsuchtprävention: Wo Hilfe zu finden ist

Wer merkt, dass das Wetten außer Kontrolle gerät, kann sich an die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wenden. Die BZgA betreibt die kostenlose und anonyme Telefonberatung unter der Nummer 0800 1 372 700 und die Online-Beratung auf spielsucht-der-falle-entkommen.de. Die Beratung ist vertraulich und unabhängig vom Anbieter. Eine Selbstsperre über OASIS kann über jeden lizenzierten Anbieter oder direkt bei der GGL beantragt werden.

Wettboni und Gratiswetten — was die Werbung verschweigt

Lizenzierte Anbieter werben zur Champions League mit Willkommensboni, Gratiswetten und Quotenboosts. Was die Werbung verschweigt, sind die Bedingungen, unter denen das Angebot tatsächlich zu Geld wird.

Was eine Gratiswette wirklich ist

Eine Gratiswette — in der Werbung oft „Freebet“ oder „Freiwette“ — ist ein Wettschein, dessen Einsatz im Gewinnfall nicht ausgezahlt wird. Wer eine Gratiswette über 10 € auf eine Quote von 3,00 setzt und gewinnt, bekommt 20 € ausgezahlt, nicht 30 €. Der Einsatz von 10 € ist verloren. Das unterscheidet die Gratiswette von einer Echtgeld-Wette, bei der der Einsatz im Gewinnfall mit zurückfließt. Wer mit Gratiswetten rechnet, rechnet also mit dem Nettogewinn, nicht mit dem Bruttogewinn.

Was ein Willkommensbonus kostet

Ein Willkommensbonus von 100 % bis 100 € bedeutet, dass der Anbieter den ersten Einsatz bis 100 € verdoppelt — aber nicht geschenkt, sondern als Bonusgeld. Das Bonusgeld muss umgesetzt werden, bevor es ausgezahlt werden kann. Üblich sind Umsatzfaktoren zwischen 3- und 6-mal Bonus plus Einzahlung, einzuhalten innerhalb von 30 bis 90 Tagen, mit einer Mindestquote (oft um 1,50) und einer Frist, innerhalb derer die Umsatzbedingungen erfüllt sein müssen. Wer die Frist verpasst, verliert das Bonusgeld und alle daraus erzielten Gewinne. Wer gegen die Mindestquote verstößt — etwa durch eine Kombiwette mit niedrigeren Einzelquoten — lässt den Umsatz nicht zählen.

Die Sportwettensteuer von 5,3 % (dazu unten mehr) wird in der Regel vom Einsatz abgezogen, nicht vom Bonus. Das heißt: Ein Bonus von 100 € muss 300- bis 600-mal umgesetzt werden, je nach Faktor — bei 5,3 % Steuer und einer durchschnittlichen Marge von 5 % kostet das im Mittel zwischen 15 € und 30 € an erwartetem Verlust, bis das Bonusgeld zu Echtgeld wird. Ob der Bonus „lohnt“, hängt davon ab, ob der erwartete Verlust unter dem Bonuswert bleibt — und das ist bei den meisten großzügig kalkulierten Bonusprogrammen der Fall, aber nicht bei allen.

Quotenboosts und ihre Tücken

Quotenboosts — auch „Boosts“ oder „verbesserte Quoten“ — heben die Quote auf ausgewählte Wetten an, oft auf ein Champions-League-Spiel oder einen Sieger-Markt. Was die Werbung verschweigt: Die ursprüngliche Quote ist die faire Marktquote; der Boost ist der Aufschlag, den der Anbieter zur Werbung drauflegt. Oft ist die Umsatzbedingung an den Boost gekoppelt, der nur einmal pro Spieltag gilt, nur als Einzelwette und nicht in Kombination. Wer den Boost mitnimmt, sollte die Bedingungen lesen, bevor er den Wettschein abgibt.

Live-Wetten und Cash-out

Live-Wetten auf Champions-League-Spiele sind möglich, aber im deutschen Markt enger geregelt als anderswo. Wer live wetten will, sollte wissen, was erlaubt ist und was nicht.

Was live erlaubt ist

Während eines laufenden Spiels darf nach § 21 Abs. 4 GlüStV nur auf das Endergebnis gewettet werden und auf ausgewählte seltene Ereignisse im Spiel. Im Fußball ist das nächste Tor erlaubt; im Tennis der nächste Satz, nicht der nächste Punkt; im Basketball der nächste Korb, je nach Auslegung. Das nächste Eckball oder die nächste gelbe Karte sind im deutschen Markt in der Regel nicht erlaubt. Wer auf solche Märkte bei einem lizenzierten Anbieter zugreifen will, sucht sie meist vergeblich.

Die Quoten verändern sich während des Spiels. Nach einem frühen Tor des Favoriten sinkt die Heimsieg-Quote, die Auswärtssieg-Quote steigt; nach einer roten Karte können sich die Quoten binnen Sekunden verschieben. Wer live wettet, wettet gegen ein sich bewegendes Marktbild — wer zu früh einsteigt, läuft Gefahr, dass die Quote noch weitergeht; wer zu spät einsteigt, hat das beste Preisniveau verpasst.

Cash-out als Risikomanagement

Cash-out ist keine gesetzliche Funktion, sondern eine Anbieterfunktion. Sie erlaubt es, einen offenen Wettschein vor dem Ende des Spiels an den Anbieter zurückzuverkaufen — zu einem Kurs, den der Anbieter festlegt. Liegt die Wette im Plus, ist der Cash-out-Wert in der Regel unter dem tatsächlichen Gewinn, den der Wettschein bei Auszahlung hätte. Liegt die Wette im Minus, ist der Cash-out-Wert unter dem Einsatz, aber über null. Cash-out ist damit ein Werkzeug, um Gewinne abzusichern oder Verluste zu begrenzen — aber es ist kein kostenloses Werkzeug. Der Anbieter kalkuliert seinen Vorteil ein, und der liegt in der Spanne zwischen fairem Wert und Cash-out-Wert.

Nicht jeder Anbieter bietet Cash-out auf alle Märkte. Insbesondere bei Langzeitwetten (Sieger, Torschützenkönig) ist Cash-out nicht immer verfügbar, und bei Live-Wetten kann er während des Spiels ausgesetzt werden, wenn der Anbieter die Kurse neu kalkuliert.

Wie Wettscheine abgerechnet werden — Spielverlängerung, Elfmeterschießen

Die meisten Champions-League-Spiele enden nach 90 Minuten plus Nachspielzeit. In der K.-o.-Phase kann es anders kommen — und hier entscheidet sich, ob ein Wettschein gewinnt oder verliert.

Die 90-Minuten-Regel

Wetten auf das Spielergebnis (1X2) und auf Über/Unter-Tore werden in der Regel auf das Ergebnis nach 90 Minuten plus Nachspielzeit abgerechnet, nicht auf das Endergebnis nach Verlängerung. Heißt: Steht es nach 90 Minuten 1:1 und das Spiel geht in die Verlängerung, bleibt die Wette auf „Unentschieden“ offen — und gewinnt. Erst wenn das Spiel nach 120 Minuten entschieden ist, ist die Wette ausgewertet. Steht es nach 90 Minuten 1:1 und eine Mannschaft gewinnt die Verlängerung, ist die Wette auf „Heimsieg“ verloren, auch wenn das Endergebnis 2:1 lautet.

Diese Regel gilt für die meisten 1X2-Wetten, Über/Unter und beide-teams-treffen-Märkte. Spezielle „90-Minuten-Wetten“ sind als solche markiert; „Spielresultat inklusive Verlängerung“ ist eine eigene Wettform, die der Anbieter explizit anbieten muss.

Was beim Elfmeterschießen passiert

Beim Elfmeterschießen gibt es keine eigene Wette auf das Schießen selbst — das Schießen zählt als Mittel zum Zweck, nicht als Spielabschnitt mit eigenen Quoten. Steht es nach 120 Minuten unentschieden, wird das Elfmeterschießen zur Ermittlung des Siegers ausgetragen; die Wette auf das 1X2 nach 90 Minuten ist damit ausgewertet (Unentschieden), die separate Wette auf „Sieger inklusive Verlängerung und Elfmeterschießen“ ist mit dem Sieger des Schießens ausgewertet. Der Wettschein wird abgerechnet, sobald das offizielle Ende des Spiels feststeht — bei einem Finale, das in der regulären Spielzeit nicht entschieden wird, kann die Auszahlung daher mehrere Stunden dauern.

Für den Titelmarkt (Champions-League-Sieger) zählt das Finale nach 90 Minuten, Verlängerung und Elfmeterschießen — wer auf PSG wettet und PSG gewinnt das Schießen, hat gewonnen, unabhängig vom Ergebnis nach 90 Minuten.

Prognosen, Quoten und der unvermeidliche Rest

Wer nach „Champions League Wett-Tipps“ sucht, findet Listen, Tabellen und selbsternannte Experten. Was diese Angebote versprechen, können sie nicht halten. Niemand kann den Ausgang eines Spiels oder den Sieger eines Turniers vorhersagen — und wer es behauptet, lügt oder verkauft ein Produkt.

Was Quoten über Wahrscheinlichkeiten sagen — und was nicht

Quoten sind keine Wahrscheinlichkeiten, sondern Anbieterpreise. Eine Quote von 4,00 auf einen Außenseiter bedeutet nicht, dass dieser mit 25 % Wahrscheinlichkeit gewinnt — sie bedeutet, dass der Anbieter nach eigener Einschätzung 25 % für fair hält, abzüglich seiner Marge. Wer die faire Quote schätzt, rechnet die Marge heraus. Wer den Ausgang vorhersagen will, braucht mehr als die Quote: Verletzungen, Sperren, Form, Heimvorteil, Wetter. Aber selbst mit perfekter Information bleibt Fußball unberechenbar — die berühmtesten Außenseitersiege der Champions-League-Geschichte (Liverpool 2005, Chelsea 2012) waren gegen alle Quoten.

Bankroll-Disziplin

Wer regelmäßig auf Champions-League-Spiele wettet, kommt mit einem festen Wettbudget weiter als mit dem Versuch, einzelne Spiele „sicher“ zu tippen. Üblich ist ein Einsatz von 1-3 % des verfügbaren Budgets pro Wette; bei einer Marge von 5 % verliert ein 2-%-Einsatz im Schnitt 0,1 % des Budgets pro Wette — über 100 Wetten sind das 10 % Verlust. Wer konsequent setzt, wird langfristig Geld verlieren, wenn er nicht einen strukturellen Vorteil hat (Information, Modell, Marktineffizienz). Die meisten Freizeitspielenden haben diesen Vorteil nicht.

Die wichtigste Disziplinregel: Nie mehr setzen, als man sich leisten kann zu verlieren. Das 1.000 €-Einzahlungslimit pro Monat ist nicht nur eine gesetzliche Schranke, sondern eine sinnvolle Selbstbeschränkung — wer darüber hinaus spielt, spielt gegen sich selbst.

Der Spielplan der Saison — Qualifikation, Ligaphase, K.-o.-Runde

Die Champions-League-Saison beginnt nicht im September mit der Ligaphase, sondern im Sommer mit den Qualifikationsrunden. Wer früh auf die späteren Phasen wetten will, sollte den Zeitplan kennen.

Die Qualifikationsrunden im Sommer

Ab Anfang Juli finden die Vorrunden, Vorqualifikationsrunden und Qualifikationsrunden statt, an denen im Laufe der Spielzeit 82 Mannschaften insgesamt teilnehmen — am Ende bleiben 36 für die Ligaphase. Wer auf den Einzug ins Achtelfinale oder auf den Titel wettet, wettet auf eine Quote, die sich über die Qualifikation stabilisiert. Mannschaften, die über die Qualifikation kommen, haben in der Ligaphase einen schwereren Start (höhere Koeffizienten-Position), aber die Auslosung entscheidet, welche Gegner sie bekommen.

Die Ligaphase im Herbst und Winter

Die zehn Europapokalwochen der Ligaphase laufen von September bis Januar, verteilt über mehrere Dienstags- und Mittwochs-Spieltage. Wer auf Ligaphasen-Spiele wettet, hat ein dichtes Programm vor sich — oft drei Champions-League-Spiele pro Woche plus die nationale Liga. Die Quoten auf Ligaphasen-Spiele sind in der Regel enger als auf nationale Spiele, weil mehr Informationen über die Teams vorliegen.

Die K.-o.-Runde im Frühjahr

Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale und Finale spielen sich zwischen Februar und Mai ab. Wer auf den Sieger wettet, schließt den Wettschein in der Regel zu Ligaphasen-Beginn ab; eine Cash-out-Option steht je nach Anbieter zur Verfügung. Wer auf einzelne K.-o.-Spiele wettet, achtet auf die 90-Minuten-Regel: Wetten auf das „Ergebnis nach 90 Minuten“ und auf das „Sieger inklusive Verlängerung“ sind zwei verschiedene Wetten.

Die lizenzierten Anbieter im Vergleich

Die folgende Übersicht listet die zehn lizenzierten Sportwetten-Anbieter, die in Deutschland eine Erlaubnis der GGL besitzen und im aktuellen Wettprogramm Champions-League-Spiele anbieten. Sortiert nach Erstausstellung der Erlaubnis.

Marke GGL-Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
bet-at-home Whitelist-Eintrag für Bet-at-home.de, gehalten von Bet-at-home.com Internet Limited; Folgeerlaubnis vorhanden 02.11.2020
Wettarena Whitelist-Eintrag für Wettarena.de, gehalten von I.B.C. Sportsbetting Limited; Folgeerlaubnis vorhanden 09.10.2020
Interwetten Whitelist-Eintrag für Interwetten.de, gehalten von Interwetten Gaming Limited; Folgeerlaubnis vorhanden 02.11.2020
bet365 Whitelist-Eintrag für Bet365.de, gehalten von Hillside (Europe) ENC, Ta’Xbiex, Malta; Folgeerlaubnis vorhanden 09.10.2020
Tipico Whitelist-Eintrag für Tipico.de, gehalten von Tipico Co. Limited; Folgeerlaubnis vorhanden 09.10.2020
Betway Whitelist-Eintrag für Betway.de, gehalten von Betway Limited; Folgeerlaubnis vorhanden 09.03.2021
888sport Whitelist-Eintrag für 888sport, gehalten von 888 Germany Limited; Folgeerlaubnis vorhanden 30.06.2021
Betano Whitelist-Eintrag für Betano.de, gehalten von Betkick Sportsbetting Limited; Folgeerlaubnis vorhanden 19.02.2021
DAZN Bet Whitelist-Eintrag für DAZN Bet, gehalten von DZBT Operations Limited, Zebbug, Malta 22.08.2023
MERKUR BETS Whitelist-Eintrag für MERKUR BETS, gehalten von Merkur Bets Malta Limited, St. Julian’s, Malta 06.11.2023

Alle Inhaber haben ihren Sitz in Malta oder Gibraltar, die Whitelist führt sie mit der jeweiligen Domain. Die Spalte „Erlaubnis seit“ nennt das Datum der Erstausstellung; eine Folgeerlaubnis verlängert die ursprüngliche Frist von fünf Jahren.

bet-at-home

Die österreichische Marke bet-at-home ist seit dem 02.11.2020 mit deutscher Erlaubnis auf dem Markt; betrieben wird sie von der Bet-at-home.com Internet Limited. Die Marke steht für ein solides Wettprogramm auf europäische Top-Ligen, mit Schwerpunkt Fußball und Tennis. Das Champions-League-Programm ist vollständig: 1X2, Über/Unter, beide Teams treffen, Handicap asiatisch und europäisch, Halbzeit/Endstand, Torschützen. Wer auf Langzeitmärkte (Sieger, Torschützenkönig) wettet, findet ein mittelbreites Angebot. Cash-out ist verfügbar, wenn auch nicht auf allen Märkten. Stärken: einfache Handhabung, übersichtliche Quotenanzeige, vollständige deutsche Lizenz. Schwächen: weniger Live-Streams als spezialisierte Anbieter, App nicht so tief integriert wie bei Betano oder bet365. Für Gelegenheitswettende, die ein lizenziertes Konto ohne Schnörkel suchen, ist bet-at-home eine vernünftige Wahl.

Wettarena

Wettarena wird laut AGB von der I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta, betrieben; die deutsche Erlaubnis besteht seit dem 09.10.2020. Die Marke positioniert sich als Wettanbieter mit Fokus auf deutschsprachige Märkte — das Wettprogramm ist breit, die Bedienung einfach, die Quoten sind im Mittelfeld. Für Champions-League-Spiele bietet Wettarena das volle Standardprogramm mit Schwerpunkt auf 1X2, Über/Unter und Handicap. Stärken: deutsche Sprache und Oberfläche, vollständige Lizenz, OASIS/LUGAS-Anbindung. Schwächen: weniger Live-Streaming als die Marktführer, kein dedizierter Bet Builder, dünneres Langzeitwetten-Angebot. Wettarena passt zu Wettenden, die ein deutschsprachiges, einfach zu bedienendes Konto suchen und nicht das breiteste Wettprogramm brauchen.

Interwetten

Interwetten ist eine der ältesten Sportwetten-Marken im deutschsprachigen Raum, gegründet 1990 in Österreich. Die deutsche Erlaubnis besteht seit dem 02.11.2020; betrieben wird die Marke von der Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Sliema, Malta. Interwetten hat sich in den letzten Jahren als solider Mainstream-Anbieter positioniert, mit vollständigem Champions-League-Programm, Live-Wetten und Cash-out. Stärken: lange Markengeschichte, vollständige Lizenz, breites Fußball-Wettprogramm. Schwächen: Quoten nicht immer in der Spitzengruppe, App-Version mit weniger Funktionen als bei Betano oder Tipico. Interwetten passt zu Wettenden, die einen seriösen Mainstream-Anbieter suchen und keine speziellen Anforderungen an Live-Streams oder Bet Builder haben.

bet365

bet365 ist der globale Marktführer unter den Sportwetten-Anbietern und betreibt die deutsche Domain Bet365.de über die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta. Die deutsche Erlaubnis besteht seit dem 09.10.2020. Das Champions-League-Programm ist das breiteste im deutschen Markt: Hunderte Märkte pro Spiel, Live-Streams auf ausgewählte Partien, Cash-out auf nahezu allen Märkten, ein eigener Bet Builder für Mehrfach-Kombinationen aus einem Spiel. Die Quoten liegen im vorderen Drittel, sind aber nicht immer die höchsten — auf einzelnen Spielen kann ein anderer Anbieter die bessere Quote haben. Stärken: Programmbreite, Live-Streams, Bet Builder, Cash-out, App. Schwächen: Bonusprogramm im internationalen Vergleich zurückhaltender, Übersichtlichkeit der Webseite für Neulinge eine Hürde. Für Champions-League-Wetten ist bet365 die Referenz im deutschen Markt, an der sich die anderen Anbieter messen lassen müssen.

Tipico

Tipico ist die wohl sichtbarste Sportwetten-Marke im deutschen Markt, mit der Erlaubnis seit dem 09.10.2020, betrieben von der Tipico Co. Limited mit Sitz in Malta. Tipico ist Hauptsponsor der Bundesliga und in den Stadien omnipräsent. Das Wettprogramm zur Champions League ist vollständig, mit 1X2, Handicap, Über/Unter, Torschützen, Live-Wetten und Cash-out („Tipico Cashout“ auf dem Wettschein). Die App ist im deutschen Markt führend bei der Bedienbarkeit. Stärken: starke Markenpräsenz, vollständige Lizenz, sehr gute App, breites Wettprogramm. Schwächen: Quoten liegen in der Spitzengruppe, aber nicht immer vorn; der Werbe- und Bonusdruck ist hoch. Wichtig: Gegen Tipico läuft das eingangs erwähnte BGH-Verfahren vor dem EuGH zur Rückzahlung von Wetteinsätzen aus den Jahren 2013 bis 2018. Die Entscheidung könnte wegweisend sein für die Rückforderung von Einsätzen bei nicht lizenzierten Anbietern. Für Champions-League-Wetten ist Tipico vor allem für Wettende interessant, die eine zuverlässige App und ein vollständiges deutsches Wettprogramm suchen.

Betway

Betway ist ein internationaler Anbieter mit deutscher Erlaubnis seit dem 09.03.2021, betrieben von der Betway Limited mit Sitz in Malta. Das Champions-League-Programm ist breit, mit Schwerpunkt auf europäischen Top-Ligen. Der Cash-out erscheint unter „Meine Wetten“ mit einem grünen Symbol; der Wert der offenen Wette wird angezeigt, ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Der Wettkonfigurator (Konfigurator+) kombiniert Auswahlen aus verschiedenen Spielen zu einer Mehrfachwette. Stärken: vollständige Lizenz, Cash-out-Funktion mit Teilverkauf, Konfigurator+ für Mehrfachwetten. Schwächen: Quoten liegen im Mittelfeld, Live-Streams nicht so umfangreich wie bei bet365. Betway passt zu Wettenden, die eine flexible Cash-out-Option und einen Konfigurator für Mehrfachwetten schätzen.

888sport

888sport gehört zur 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Die deutsche Erlaubnis besteht seit dem 30.06.2021, betrieben wird die Marke von der 888 Germany Limited. 888sport positioniert sich als Mainstream-Anbieter mit vollständigem Fußball-Programm und einer breiten Auswahl an Sportarten. Das Champions-League-Programm deckt 1X2, Über/Unter, Handicap und Torschützenmärkte ab; Live-Wetten und Cash-out sind verfügbar. Stärken: börsennotiertes Mutterunternehmen (mehr Transparenz), vollständige Lizenz, breite Sportauswahl. Schwächen: weniger Spezialmärkte als bet365, Quoten im Mittelfeld. 888sport passt zu Wettenden, die einen soliden Mainstream-Anbieter suchen und der Marke aufgrund der Börsennotierung mehr Vertrauen entgegenbringen.

Betano

Betano gehört zur Kaizen Gaming-Gruppe und wird in Deutschland von der Betkick Sportsbetting Limited betrieben; die Erlaubnis besteht seit dem 19.02.2021. Die Marke hat sich in den letzten Jahren als einer der am schnellsten wachsenden Anbieter im deutschsprachigen Markt positioniert. Die App „Betano Sportwetten und Slots“ bewirbt einen Bet Builder (mehrere Märkte eines Spiels kombinieren), Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. Für die Champions League heißt das: volles 1X2-Programm, breite Spezialmärkte, Live-Wetten und Cash-out, dazu Live-Streams auf ausgewählte Spiele. Stärken: modernes App-Design, breites Wettprogramm, Live-Streams, schnelles Wachstum. Schwächen: Marke im deutschen Markt noch nicht so etabliert wie Tipico oder bet365. Betano passt zu Wettenden, die eine moderne App mit breitem Wettprogramm und Live-Streaming suchen.

DAZN Bet

DAZN Bet ist die Sportwetten-Marke des Streaming-Anbieters DAZN und wird von der DZBT Operations Limited mit Sitz in Zebbug, Malta, betrieben; die deutsche Erlaubnis besteht seit dem 22.08.2023. Die Marke ist vergleichsweise jung im deutschen Sportwetten-Markt, profitiert aber von der Bekanntheit des DAZN-Streaming-Angebots. Das Wettprogramm zur Champions League ist vollständig, mit 1X2, Über/Unter, Handicap, Torschützen, Live-Wetten und Cash-out. Stärken: Kombination mit DAZN-Streaming (ein Konto für Stream und Wette), vollständige Lizenz. Schwächen: App noch nicht so ausgereift wie bei Tipico oder bet365, Programmbreite im Mittelfeld. DAZN Bet passt zu Wettenden, die ohnehin DAZN nutzen und Wettfunktion und Streaming aus einer Hand haben wollen.

MERKUR BETS

MERKUR BETS gehört zur Gauselmann-Gruppe und wird in Deutschland von der Merkur Bets Malta Limited mit Sitz in St. Julian’s, Malta, betrieben; die Erlaubnis besteht seit dem 06.11.2023 und ist damit die jüngste in der Runde. MERKUR BETS ist vor allem in den Wettannahmestellen der Gauselmann-Gruppe bekannt, der Online-Auftritt ist neuer. Das Wettprogramm zur Champions League ist vollständig, mit Schwerpunkt auf 1X2, Über/Unter und Handicap. Stärken: Kombination aus stationärer Wettannahme und Online-Angebot, vollständige Lizenz, etablierte Marke im deutschen Glücksspiel-Markt. Schwächen: jüngste Online-Erlaubnis, App-Version mit weniger Funktionen, dünneres Live-Programm. MERKUR BETS passt zu Wettenden, die die Verbindung aus Wettannahmestelle und Online-Angebot schätzen und einen etablierten deutschen Anbieter suchen.

Was die zehn Anbieter gemeinsam haben — und was sie unterscheidet

Alle zehn Anbieter besitzen eine gültige deutsche Sportwetten-Erlaubnis und sind auf der GGL-Whitelist gelistet. Alle sind an OASIS und LUGAS angeschlossen, alle prüfen die Identität bei Kontoeröffnung, alle nehmen nur Zahlungen von Konten auf den eigenen Namen entgegen. Alle erheben die Wettsteuer von 5,3 % auf den Einsatz — wie sie an die Spielenden weitergegeben wird, variiert: Manche Anbieter ziehen die Steuer vom Einsatz ab, andere verrechnen sie mit dem Gewinn, bei manchen ist sie im Quotenbild eingepreist. Wer die Bedingungen vergleicht, liest die AGB.

Unterschiede liegen in der Programmbreite, der Quotenstärke, der App-Qualität, den Live-Streams und den Bonusbedingungen. Wer das breiteste Wettprogramm und die meisten Live-Streams sucht, landet bei bet365 oder Betano. Wer die beste App will, ist bei Tipico oder Betano gut aufgehoben. Wer auf Markentreue und deutsche Marktpräsenz Wert legt, ist bei Tipico, MERKUR BETS oder bet-at-home richtig. Wer ein jungeres, modernes Angebot sucht, schaut zu DAZN Bet oder Betano. Wer Cash-out mit Teilverkauf und Konfigurator+ will, findet das bei Betway.

Was die zehn nicht haben: Kryptowährungen als Zahlungsmittel. Keiner der lizenzierten Anbieter nimmt Bitcoin, Ethereum oder Stablecoins entgegen. Wer mit Kryptowährungen wetten will, muss zu einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis wechseln — und akzeptiert damit den Verlust des OASIS-Schutzes, der LUGAS-Limitkontrolle und der deutschen Aufsicht.

Wettsteuer, Einzahlungslimit und der reale Einsatz

Zwei Kosten stehen auf jeder Wette: die Marge des Anbieters und die Wettsteuer. Dazu kommt das gesetzliche Einzahlungslimit, das die maximale Wettleistung pro Monat begrenzt.

Die Wettsteuer von 5,3 %

Die Sportwettensteuer ist in §§ 16-25 RennwLottG geregelt und beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ (§§ 17, 18). Das sind effektiv etwa 5,03 % des gezahlten Einsatzes. Die Steuer wird vom Veranstalter der Wette abgeführt, nicht vom Spielenden (§ 19). Der Anbieter kann die Steuer an die Spielenden weitergeben oder selbst tragen — was er macht, steht in seinen AGB. Manche Anbieter ziehen die Steuer direkt vom Einsatz ab (aus 100 € Einsatz werden 94,70 € Wetteinsatz), andere verrechnen sie mit dem Gewinn (der Bruttogewinn wird um 5,3 % gekürzt), bei manchen ist die Steuer im angezeigten Quotenbild bereits eingepreist. Wer Anbieter vergleicht, liest die AGB zur Wettsteuer — und rechnet nach, wie viel vom Bruttogewinn tatsächlich ankommt.

Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat

Das LUGAS-Limit gilt anbieterübergreifend: 1.000 € pro Kalendermonat, gezählt über alle lizenzierten Anbieter. Wer im Mai 600 € bei Tipico eingezahlt hat, kann im Mai noch 400 € bei bet365 einzahlen — nicht mehr. Eine Erhöhung erfordert einen Einkommensnachweis beim Anbieter. Für die Champions-League-Saison, die von September bis Mai läuft, heißt das: Wer konsequent spielt, kommt mit dem Limit nicht aus, wenn er mehr als 110 € pro Monat einzahlt. Wer das Limit voll ausschöpfen will, muss 9 Monate × 1.000 € = 9.000 € pro Saison budgetieren — und das bei einer durchschnittlichen Marge von 5 % bedeutet einen erwarteten Verlust von etwa 450 € pro Saison, wenn das gesamte Budget durchgesetzt wird. Wer weniger aggressiv spielt, hat entsprechend weniger erwarteten Verlust — aber auch weniger Wettvolumen.

Was eine Wette tatsächlich kostet

Eine Wette von 50 € auf eine Quote von 2,10 mit einer Marge von 4,6 % und 5,3 % Wettsteuer, die der Anbieter vom Einsatz abzieht: 50 € Einsatz, 2,63 € Steuer, 47,37 € tatsächlicher Wetteinsatz. Im Gewinnfall: 47,37 € × 2,10 = 99,48 € Bruttogewinn, abzüglich 2,63 € Steuer auf den Gewinn (sofern der Anbieter die Steuer vom Gewinn abzieht) = 96,85 € Auszahlung. Wer die Steuer trägt, hat 3,15 € verloren; wer die Wette gewinnt, hat 46,85 € Gewinn gemacht. Im Verlustfall sind die 50 € weg, plus die 2,63 € Steuer, die der Anbieter einbehalten hat. Über viele Wetten gerechnet, kostet die Kombination aus Marge und Steuer den Spielenden zwischen 9 und 12 % des Einsatzes pro Wette — wer langfristig gewinnen will, muss diese Spanne übertreffen.

Häufige Fragen zu Champions-League-Wetten

Wer darf in Deutschland auf die Champions League wetten?

Nur Anbieter mit einer deutschen Sportwetten-Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) dürfen Wetten auf Champions-League-Spiele an deutsche Spielende annehmen. Die aktuelle Whitelist, Stand 02.10.2026, listet 27 solcher Veranstalter mit .de-Domains. Wer bei einem Anbieter ohne diese Erlaubnis spielt, hat keinen deutschen Spielerschutz und im Streitfall keinen deutschen Rückgriff. Die BGH-Vorlage an den EuGH zur Rückzahlung von Wetteinsätzen ist noch offen.

Lässt sich der Sieger vorhersagen?

Nein. Quoten sind keine Wahrscheinlichkeiten, sondern Anbieterpreise, die eine Marge enthalten. Selbst die beste Analyse schätzt Wahrscheinlichkeiten — Ausgänge von Spielen und erst recht eines gesamten Turniers bleiben unberechenbar. Wer das Gegenteil behauptet, verkauft ein Produkt. Wer trotzdem wetten will, sollte nur Geld setzen, das er entbehren kann, und das eigene 1.000-€-Monatslimit im Auge behalten.

Wie funktionieren Sieger-Wetten bei 36 Mannschaften und Ligaphase?

Beim Sieger-Markt wird auf den Gesamtsieger der Champions League gewettet; der Wettschein bleibt bis zum Finale offen und wird dann abgerechnet. Die Quoten verändern sich über die Saison: Nach dem Ausscheiden eines Favoriten im Achtelfinale steigen die Quoten der verbliebenen Teams. Frühe Wetten akzeptieren eine niedrigere Quote für ein breiteres Feld; späte Wetten sehen das Feld, zahlen aber weniger. PSG geht als Titelverteidiger in die nächste Saison.

Wie wird abgerechnet, wenn ein Spiel in die Verlängerung geht?

Wetten auf das 1X2-Resultat und auf Über/Unter werden nach 90 Minuten plus Nachspielzeit abgerechnet, nicht nach Verlängerung. Steht es nach 90 Minuten 1:1 und das Spiel geht in die Verlängerung, ist die Wette auf Unentschieden gewonnen. Beim Elfmeterschießen gibt es keine eigene Wette; wer auf „Sieger inklusive Verlängerung und Elfmeterschießen“ wettet, gewinnt mit dem Sieger des Schießens. Der Titelmarkt zählt das Finale nach 90 Minuten, Verlängerung und Elfmeterschießen.

Gibt es lizenzierte Anbieter, die Champions-League-Wetten mit Kryptowährungen annehmen?

Nein. Nach § 6b Abs. 4 GlüStV sind nur Zahlungen von einem Konto auf den eigenen Namen bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut erlaubt. Kryptowährungen sind anonym und damit nicht zugelassen. Keiner der zehn lizenzierten Anbieter im deutschen Markt nimmt Kryptowährungen entgegen. Wer mit Bitcoin, Ethereum oder Stablecoins wetten will, muss zu einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis wechseln — und verliert OASIS, LUGAS und den deutschen Anlegerschutz.

Inhalt erstellt vom Team «livewetteninfo.com»