Wettprognosen für heute – wie aus Daten, Quote und Steuern eine eigene Einschätzung wird

Updated Oktober 2026
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Eine Wettprognose ist keine Vorhersage im strengen Sinn. Sie ist eine begründete Einschätzung, abgeleitet aus Formkurve, Tor- und Spielerstatistiken, Aufstellungen und dem Abgleich mit der angebotenen Quote. Was sie trägt, hängt davon ab, wie die Quote dazu steht. Was sie kostet, hängt davon ab, ob ein Anbieter mit deutscher Erlaubnis genutzt wird, wie dessen Quotenabschlag greift und ob die Märkte zur eigenen Beobachtung passen. Wer heute eine Prognose erstellt, sollte diese drei Ebenen trennen: die sportliche Einschätzung, die Bewertung der Quote, den rechtlichen und finanziellen Rahmen der Wette.

Ein Notizbuch mit handschriftlichen Notizen und Pfeilen liegt aufgeschlagen auf einem Schreibtisch, daneben ein Bleistift und eine Tasse Tee.
ODDSET erhebt bei Kunden mit Wohnsitz in Deutschland eine Gebühr von 5 % („Quotenabschlag“) auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette.

Stand: 17. Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 2. Oktober 2026.

Die zehn Anbieter im Überblick: Lizenzstatus und Erlaubnisalter

Bevor eine Prognose zu einer Wette wird, steht die Frage, bei wem sie platziert wird. Die folgende Einordnung zeigt die zehn Anbieter, die in diesem Vergleich stehen, nach GGL-Whitelist-Status und Datum der ersten Sportwetten-Erlaubnis. Die Whitelist führt ausschließlich Domains, die eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis nach § 9 Abs. 8 GlüStV halten; ein Enddatum trägt sie nicht.

Ein Fußball liegt auf dem Anstoßpunkt eines leeren Rasenplatzes, im Hintergrund steht ein Stadion unter Flutlicht in der Dämmerung.
Interwetten nimmt laut den AGB (Version 1.1, Stand 07.07.2021) bei Wetten einen Quotenabschlag von 5,3 % vor und trägt die Sportwettensteuer.
Anbieter GGL-Whitelist-Status Inhaber der Erlaubnis Sportwetten-Erlaubnis seit
Betano Whitelist-Eintrag, Sportwetten-Erlaubnis Betkick Sportsbetting Limited, San Giljan, Malta 19.02.2021
ODDSET Whitelist-Eintrag, Sportwetten-Erlaubnis Oddset Sportwetten GmbH 18.11.2020
Interwetten Whitelist-Eintrag, Sportwetten-Erlaubnis Interwetten Gaming Limited 02.11.2020
Tiptorro Whitelist-Eintrag, Sportwetten-Erlaubnis Torro Tec Limited, Malta 30.06.2021
DAZN Bet Whitelist-Eintrag, Sportwetten-Erlaubnis DZBT Operations Limited 22.08.2023
Wettarena Whitelist-Eintrag, Sportwetten-Erlaubnis I.B.C. Sportsbetting Limited, Sliema, Malta 09.10.2020
bet365 Whitelist-Eintrag, Sportwetten-Erlaubnis Hillside (Europe) ENC, Ta’Xbiex, Malta 09.10.2020
bwin Whitelist-Eintrag, Sportwetten-Erlaubnis bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020
Sportwetten.de Whitelist-Eintrag, Sportwetten-Erlaubnis NetX Betting Limited 19.11.2020
Sportingbet Whitelist-Eintrag, Sportwetten-Erlaubnis Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020

Drei Anbieter sind seit dem 9. Oktober 2020 auf der Whitelist – Wettarena, bet365, bwin und Sportingbet. Wer Erlaubnis-Daten vergleicht, sollte beachten: Ein Erlaubnis-Datum sagt nichts über das Quotenniveau, das Wettprogramm oder die Livewetten-Tiefe dieses Anbieters. DAZN Bet ist mit 22.08.2023 der jüngste Eintrag in der Runde und bietet als Marke an, was die anderen über Jahre aufgebaut haben. ODDSET wiederum war einer der ersten Marken, die nach Inkrafttreten des GlüStV 2021 die deutsche Erlaubnis erhielten.

Die Whitelist prüft, ob ein Anbieter Sportwetten in Deutschland legal anbieten darf. Sie prüft nicht, ob das Angebot zur eigenen Prognose passt. Wer auf eine bestimmte Sportart, Liga oder Marktbreite setzt, schaut ins Wettprogramm des Anbieters, nicht in die Whitelist.

Was eine Wettprognose eigentlich ist

Eine Wettprognose ist eine datengestützte Erwartung an den Ausgang eines Sportereignisses. Sie entsteht, indem verfügbare Informationen – aktuelle Form, Verletzungen, Tabellenstand, Heimstärke, direkte Duelle – in eine Wahrscheinlichkeit übersetzt werden. Diese Wahrscheinlichkeit wird dann mit der Quote des Buchmachers verglichen. Ist die eigene Wahrscheinlichkeit höher, als es die implizite Quote nahelegt, gilt die Wette als Value-Wette. Ist sie niedriger, zahlt sich der Tipp nicht aus.

Prognosen lassen sich für Fußball am dichtesten erstellen, weil dort die Datenmenge am größten ist: xG-Werte (Expected Goals), Ballbesitz, Torschüsse, Standardsituationen. Für Tennis, Handball oder Basketball funktioniert dasselbe Prinzip, nur mit weniger Datenpunkten. Für Events, zu denen kaum belastbare Zahlen vorliegen, sinkt die Prognosequalität rapide.

Was eine Prognose nicht ist: eine Garantie. Sport bleibt unberechenbar. Ein Platzverweis in der 20. Minute, ein Eigentor in der Nachspielzeit, eine Verletzung des Torwarts – kein Datensatz erfasst das. Wer eine Prognose erstellt, schätzt eine Wahrscheinlichkeit. Wer auf sie wettet, akzeptiert, dass diese Schätzung falsch sein kann.

Quotenniveau, Marge und der Preis einer Prognose

Die Quote ist die andere Seite der Prognose. Sie bringt zum Ausdruck, was der Markt – also die Wettenden insgesamt – für wahrscheinlich hält. Eine Quote von 2,10 auf einen Heimsieg bedeutet: Der Buchmacher bewertet die Heimmannschaft ungefähr mit 47,6 Prozent Wahrscheinlichkeit (1 ÷ 2,10). Diese implizite Wahrscheinlichkeit enthält bereits die Marge des Buchmachers, die in jeder Quote steckt.

Wie die Marge das Ergebnis schmälert

Die Marge ist der Anteil, den der Buchmacher im Schnitt aus jedem Euro Einsatz einbehält – bevor der Quotenabschlag oder die Wettsteuer greift. Bei einem ausgeglichenen Markt mit zwei Ausgängen (Heimsieg und Auswärtssieg) zu den Quoten 1,90 und 1,90 ergibt sich:

Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) ≈ 1 ÷ 1,0526 ≈ 0,95. Die Marge beträgt 100 % − 95 % = 5 %.

Das heißt: Bei einem ausgeglichenen Zwei-Wege-Markt zu 1,90/1,90 zahlt der Buchmacher im Schnitt 95 Cent pro Euro Einsatz zurück, 5 Cent sind die Marge. Bei einem Drei-Wege-Markt (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) liegt die Marge typischerweise höher, oft zwischen 5 und 8 Prozent, weil drei Ausgänge addiert werden müssen. Wer eine Prognose erstellt, muss die implizite Wahrscheinlichkeit der Quote kennen – und die Marge, die darin steckt.

Bei 1,90/1,90 als Beispielwert liegt die Marge bei rund 5 Prozent. Bei anderen Quotenpaaren verändert sich dieser Wert. Eine Quote von 1,50/2,70 ergibt eine niedrigere Marge, weil der Favorit klar gesetzt ist. Eine Quote von 3,40/3,40 auf einen ausgeglichenen Drei-Wege-Markt mit zusätzlichem Unentschieden liegt deutlich höher, oft im Bereich von 7 bis 10 Prozent. Die Marge ist also keine Konstante, sondern hängt vom Markt, der Sportart und der Liga ab.

Warum die Marge jede Prognose betrifft

Die Marge entscheidet, ob eine Value-Wette tatsächlich Value hat. Wer eine Mannschaft bei 45 Prozent Wahrscheinlichkeit sieht und die Quote 2,10 dafür bekommt, hat rechnerisch einen Value von etwa 5 Prozent – bevor die Marge abgezogen wird. Liegt die Marge des Marktes bei 6 Prozent statt bei 5 Prozent, schrumpft der Value. Bei einer Marge von 10 Prozent kann er verschwinden.

Wettsteuer und Quotenabschlag: Was vom Gewinn übrig bleibt

In Deutschland wird auf Sportwetten eine Wettsteuer erhoben – die Sportwettensteuer nach §§ 16–25 RennwLottG. Sie beträgt 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, also effektiv rund 5,03 Prozent des gezahlten Einsatzes. Die Steuer schuldet der Veranstalter, nicht der Spielende. Ob und wie der Anbieter sie an die Kundschaft weitergibt, steht in dessen Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Die häufigste Weitergabeform ist der Quotenabschlag: Der Anbieter zieht 5 Prozent (manchmal 5,3 Prozent) vom Bruttogewinn ab. ODDSET etwa erhebt laut den AGB bei Kunden mit Wohnsitz in Deutschland eine Gebühr von 5 Prozent („Quotenabschlag“) auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette. DAZN Bet nennt denselben Wert von 5 Prozent und bezeichnet ihn als Wettsteuer, die automatisch berechnet wird. Interwetten beschreibt in den AGB (Version 1.1, Stand 07.07.2021) einen Quotenabschlag von 5,3 Prozent, den das Unternehmen trägt – die Reduktion erfolgt im Auszahlungsbetrag. Sportingbet wiederum spricht in den Wettregeln von „5 % des Wetteinsatzes“ nach § 17 RennwLottG und behält 5 Prozent des Bruttogewinns ein.

Was das für eine Wette bedeutet: Bei einem Einsatz von 100 Euro und einer Quote von 2,10 ohne Steuerabzug beträgt der Bruttogewinn 210 Euro, der Nettogewinn 110 Euro. Zieht der Anbieter 5 Prozent vom Bruttogewinn ab, sinkt die Auszahlung auf 199,50 Euro, der Nettogewinn auf 99,50 Euro. Bei einem Quotenabschlag von 5,3 Prozent liegt die Auszahlung bei 198,87 Euro, der Nettogewinn bei 98,87 Euro. Der Unterschied zwischen 5 und 5,3 Prozent beträgt auf 100 Euro Einsatz etwa 0,63 Euro – klein auf den ersten Blick, aber messbar über ein ganzes Jahr.

Wer den Effekt der Wettsteuer vergleicht, achtet auf zwei Dinge: erstens, ob der Anbieter den Abschlag vom Bruttogewinn oder vom Einsatz nimmt (die Wirkung ist unterschiedlich); zweitens, ob der Anbieter die Steuer selbst trägt. Letzteres behauptet Winamax auf der eigenen Website mit „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“, gestützt auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen vom 01.04.2025 bis 30.08.2025, in der Winamax bei 45 Prozent der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Ob ein Anbieter die Steuer trägt oder nicht, ist ein wirtschaftliches Argument – aber kein Ersatz für die eigene Prognose.

Die Rechtslage: Prognose frei, Wette nur mit Erlaubnis

Prognosen selbst sind frei zugänglich. Sie sind Meinungsäußerungen, Datenauswertungen, Tipps. Was reguliert ist, ist die Wette – genauer: das Angebot von Sportwetten an Personen mit Wohnsitz in Deutschland. Dafür braucht ein Anbieter eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) nach § 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV 2021.

Ein Stadion unter Flutlicht, aus großer Entfernung über eine dunkle Wiese fotografiert, am Himmel zieht Nebel auf.
Der Bundesgerichtshof legte dem EuGH am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht.

Die GGL führt die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Wer auf dieser Liste steht, darf Sportwetten anbieten. Wer nicht auf der Liste steht, darf es nicht – auch wenn der Anbieter eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan vorzeigt. Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Angeboten gewarnt. Eine ausländische Lizenz ersetzt keine deutsche Erlaubnis.

Die Erlaubnis gilt nur für die Domain, die auf der Whitelist steht. Die Whitelist trägt 30 Einträge (Stand 2. Oktober 2026), davon 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis. Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre (§ 4c Abs. 1 GlüStV); die Whitelist zeigt aber nur Ausstellungsdaten, kein Enddatum.

Livewetten: Eingeschränkt, aber erlaubt

Livewetten sind nach § 21 Abs. 4 GlüStV erlaubt, aber inhaltlich begrenzt. Erlaubt ist die Wette auf das Endergebnis sowie auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente – und zwar nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. „Nächstes Tor“ beim Fußball ist erlaubt, „nächster Punkt“ beim Tennis oder „nächster Korb“ beim Basketball ist es nicht, weil diese Ereignisse zu häufig eintreten und das Suchtpotenzial steigt.

Was nicht erlaubt ist: Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren (GGL-Praxis: Fußball unterhalb der 3. Liga gilt als Amateursport), auf manipulationsanfällige Ereignisse sowie auf Regelverstöße und deren Sanktionierung. Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind nicht zulässig.

Esports: Kein anerkannter Sport, keine Wette

Die GGL stellt fest, dass Wetten auf Esports nicht möglich sind, weil Esports nicht als Sport im Sinne des GlüStV anerkannt ist. Wer eine Esports-Prognose erstellt, kann sie als Analyse veröffentlichen – wettbar ist sie bei keinem lizenzierten deutschen Anbieter.

Der aktuelle Streit: EuGH und die Frage der Rückzahlung

Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Hintergrund: Ein Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 Euro Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH, Nicholas Emiliou, hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) grundsätzlich für möglich gehalten, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten – mit einer Ausnahme, wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das Urteil steht noch aus. Bis dahin gilt: Offshore-Anbieter tragen in Deutschland kein Erlaubnisrisiko für die Spielenden, aber die Spielenden tragen das Risiko, ihre Einsätze im Streitfall nicht zurückzuholen.

Spielerschutz: Limits, Sperren und das eigene Budget

Eine Prognose schützt nicht vor Verlusten. Wer wettet, setzt Geld auf eine Wahrscheinlichkeit – und die Wahrscheinlichkeit kann falsch eingeschätzt sein. Deshalb ist Spielerschutz keine Fußnote, sondern Teil der Prognose.

Einzahlungslimit: 1.000 Euro pro Monat

Nach § 6c Abs. 1 GlüStV liegt das monatliche Einzahlungslimit bei 1.000 Euro pro Kalendermonat, und zwar kumuliert über alle Anbieter hinweg. Die Durchsetzung läuft über die Limitdatei der LUGAS. Anbieter dürfen für einzelne Spielende ein höheres Limit festlegen – bis zu 10.000 Euro oder bis zu 30.000 Euro bei maximal einem Prozent ihrer aktiven Kundschaft – aber nur bei nachgewiesener wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Eine Selbsterklärung reicht nicht. Eine Senkung des Limits gilt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen.

Wer parallel bei mehreren Anbietern spielt, verstößt gegen § 6h GlüStV. Die Aktivitätsdatei der LUGAS erkennt das.

OASIS und der Panikbutton

OASIS ist das bundesweite Sperrsystem (§§ 8, 8a GlüStV). Es wird bei Registrierung und Login abgefragt. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn die spielende Person eine Frist nennt – sonst mindestens ein Jahr. Wer gesperrt ist, kann sich nicht neu registrieren.

Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 GlüStV löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Er ist bei jedem lizenzierten Anbieter verfügbar und richtet sich an Momente, in denen die Kontrolle zu kippen droht.

Vollständige Verifizierung und Zahlung vom eigenen Konto

Ein Konto pro Anbieter, vollständig verifiziert (§ 6a GlüStV). Vor der Verifizierung darf ein Anbieter maximal 72 Stunden Spielbetrieb mit einem Einzahlungslimit von 100 Euro und ohne Auszahlungen zulassen. Wer einzahlt, muss von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen einzahlen, bei einem Institut, das dem Geldwäschegesetz unterliegt (§ 6b Abs. 4). Anonyme Zahlungsmittel – Kryptowährungen, anonyme Prepaid-Karten – sind ausgeschlossen. Das ist der Mechanismus, der Krypto aus dem lizenzierten deutschen Wettmarkt heraushält.

Spielerguthaben liegt auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6–7).

Offshore: Kein OASIS, kein LUGAS, kein Schutz

Anbieter ohne deutsche Erlaubnis sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen. Wer dort spielt, hat keine deutsche Sperre, kein deutsches Einzahlungslimit und im Streitfall keinen deutschen Rechtsweg. Die GGL warnt explizit vor solchen Angeboten. Wer dennoch dort spielt, sollte sich bewusst sein, dass die eigene Prognose dort zwar platziert werden kann, der Schutzrahmen aber fehlt.

Wettprognosen Schritt für Schritt: Form, Quote, Value

Eine eigene Wettprognose entsteht nicht in einem Moment, sondern in einer Abfolge von Abwägungen. Die folgende Reihenfolge hat sich bewährt:

  1. Form und Kontext. Wie hat die Mannschaft oder der Sportler in den letzten fünf bis zehn Spielen gespielt? Gibt es Verletzungen, Sperren, Formtiefs? Heimstärke, Auswärtsschwäche – wie ist die Bilanz?
  2. Statistische Tiefe. Welche xG-Werte (Expected Goals) liegen vor? Wie hoch ist der Ballbesitz, die Torschussquote, die Chancenverwertung? Gibt es Spielerstatistiken (Tore, Assists, Minuten pro Tor), die für die Wette relevant sind?
  3. Aufstellungen und taktischer Kontext. Wer spielt tatsächlich? Welches System, welche Aufstellung? Fehlt der Schlüsselspieler, verändert das die Bewertung?
  4. Implizite Wahrscheinlichkeit der Quote. Was sagt die Quote über die Wahrscheinlichkeit? Eine Quote von 1,80 impliziert 55,6 Prozent, eine Quote von 3,50 impliziert 28,6 Prozent.
  5. Eigene Wahrscheinlichkeit und Value-Check. Wie schätzt man die Wahrscheinlichkeit selbst ein? Liegt die eigene Schätzung über der impliziten Wahrscheinlichkeit der Quote, ergibt sich ein positiver Erwartungswert – eine Value-Wette.

Wer diesen Schritten folgt, hat eine datengestützte Grundlage. Ob die Prognose eintrifft, hängt vom Spielverlauf ab. Die Prognose selbst ist ehrlich, wenn sie die Wahrscheinlichkeit nicht überschätzt.

Wann eine Quote eine Value-Wette ist

Eine Value-Wette liegt vor, wenn die eigene Wahrscheinlichkeit für einen Ausgang höher ist als die implizite Wahrscheinlichkeit der Quote. Beispiel: Wer die Heimmannschaft bei 50 Prozent Wahrscheinlichkeit sieht und die Quote 2,20 dafür bekommt (implizit 45,5 Prozent), hat einen Value von 4,5 Prozentpunkten. Die Wette ist langfristig profitabel – vorausgesetzt, die eigene Schätzung ist realistisch und die Marge des Marktes ist berücksichtigt.

Umgekehrt: Wer eine Quote von 1,40 sieht (implizit 71,4 Prozent) und die Mannschaft nur bei 60 Prozent sieht, ist die Quote zu niedrig – kein Value, egal wie „sicher“ die Wette wirkt.

Die Anbieter im Detail

Was folgt, sind keine Empfehlungen, sondern Einordnungen. Jeder Anbieter wird nach dem beschrieben, was seine deutschen Erlaubnisbedingungen und seine eigenen AGB hergeben. Welcher Anbieter zur eigenen Prognose passt, hängt davon ab, welche Sportarten, Märkte und Quotenabschläge der eigene Wettstil verlangt.

Betano

Betano wird von der Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta, angeboten. Die Whitelist führt die Marke mit einer ersten Sportwetten-Erlaubnis seit 19.02.2021. Die Marke ist in mehreren europäischen Märkten aktiv und bringt diese Breite ins deutsche Wettprogramm ein. Wer eine breite Sportartenabdeckung sucht – über Fußball, Tennis, Basketball hinaus – findet hier in der Regel ein volleres Programm als bei rein deutschen Anbietern.

ODDSET

ODDSET wird von der Oddset Sportwetten GmbH betrieben, Whitelist-Eintrag seit 18.11.2020. Die Marke hat in Deutschland eine lange Geschichte als staatlich konzessionierter Anbieter und richtet sich vor allem an Gelegenheitsspielende. ODDSET zieht laut den AGB 5 Prozent „Quotenabschlag“ auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette. Für Wenigspielende, die das Angebot schätzen, ist das ein überschaubarer Abschlag. Für Vielspielende, die auf viele Wetten mit kleinerem Einsatz setzen, summiert er sich.

Interwetten

Interwetten wird von der Interwetten Gaming Limited betrieben, Whitelist-Eintrag seit 02.11.2020. Laut den AGB (Version 1.1, Stand 07.07.2021) trägt Interwetten die Wettsteuer selbst, was sich im Auszahlungsbetrag durch einen Quotenabschlag von 5,3 Prozent ausdrückt – die Kunden zahlen also nicht zusätzlich. Das unterscheidet Interwetten von Anbietern, die den Abschlag offen ausweisen. In den Sportsbook-Regeln (Version 1.1, Stand 29.05.2024) wird dieser Abschlag nochmals beschrieben: Im Gewinnfall wird der Auszahlungsbetrag um 5,3 Prozent reduziert. Wer auf den ersten Blick nicht erkennt, dass der Anbieter die Steuer trägt, kann den Mechanismus leicht falsch lesen.

Tiptorro

Tiptorro wird laut App-Store-Beschreibung von der Torro Tec Limited (Malta) angeboten und bezeichnet sich als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der GGL. Die Whitelist führt den Anbieter seit 30.06.2021. Die Marke positioniert sich als moderne, app-zentrierte Wettplattform.

DAZN Bet

DAZN Bet wird von der DZBT Operations Limited betrieben, Whitelist-Eintrag seit 22.08.2023. DAZN Bet zieht auf jede Sportwette 5 Prozent „Quotenabschlag“ (auch Wettsteuer genannt) ab; der Betrag wird automatisch berechnet und ist im Kontoverlauf je Wette sichtbar. Das ist transparenter als ein versteckter Abschlag, weil der Kontoverlauf den exakten Betrag zeigt. Cash Out ist bei DAZN Bet nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich, nicht bei Systemwetten und nicht bei als Freiwette platzierten Wetten. Die Verfügbarkeit von Cash Out wird nicht garantiert – wer darauf baut, sollte im Wettschein prüfen, ob die Option angeboten wird.

Wettarena

Wettarena wird laut AGB von der I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta, betrieben, Whitelist-Eintrag seit 09.10.2020. Die Marke gehört zum Kreis der etablierten Anbieter und teilt sich das Erlaubnis-Datum mit bet365, bwin und Sportingbet.

bet365

bet365 wird von der Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta, betrieben, Whitelist-Eintrag seit 09.10.2020. bet365 bietet einen Boost für den Wetten-Konfigurator bei drei oder mehr Auswahlen mit kombinierten Quoten ab 2,00 sowie einen Gewinn-Boost für Kombiwetten, dessen Prozentsatz von der Zahl der Auswahlen abhängt. Wer Kombiwetten mit Value baut, findet hier ein Zusatzangebot – aber Boosts sind Marketing, keine Value-Garantie.

bwin

bwin wird von der bwin (Deutschland) Limited betrieben, Whitelist-Eintrag seit 09.10.2020. Die App-Beschreibung nennt Cashout (manuell und automatisch), Live-Streams und Live-Statistiken sowie Kombi-Boost und Quoten-Boost. Das Funktionspaket ist breit, und wer Livewetten mit Streaming kombinieren will, findet hier eine der vollständigeren Optionen. Boosts sind Anreize, keine Prognosehilfen.

Sportwetten.de

Sportwetten.de wird von der NetX Betting Limited betrieben, Whitelist-Eintrag seit 19.11.2020. Beim Willkommensbonus muss der eingezahlte Betrag 1-fach und der Bonusbetrag 6-fach mit Einsätzen auf Sportwetten umgesetzt werden, zulässig sind nur Wetten mit einer Mindestgesamtquote von 2,00 pro Wettschein. Bei 100 Euro Einzahlung und 100 Euro Bonus beträgt der Gesamtumsatz 700 Euro. Die Bedingung ist im Marktvergleich mittel, nicht niedrig – die Mindestquote von 2,00 schließt Favoritenwetten aus, was Value-Wetten auf Außenseiter begünstigt, aber den Umsatz verlängert.

Sportingbet

Sportingbet wird von der Sportingbet (Deutschland) Limited betrieben, Whitelist-Eintrag seit 09.10.2020. In den Wettregeln nennt Sportingbet eine Steuer von „5 % des Wetteinsatzes“ nach § 17 RennwLottG; bei gewonnenen Wetten behält das Unternehmen 5 Prozent des Bruttogewinns (Einsatz × Quote) vom Gewinn ein. Cash Out ist nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich, nicht bei Systemwetten und nicht bei als FreeBet abgeschlossenen Wetten. Die Formulierung „5 % des Wetteinsatzes“ wirkt auf den ersten Blick wie eine andere Berechnungsbasis als der Quotenabschlag; tatsächlich beschreibt sie den gleichen Mechanismus aus einer anderen Perspektive.

Sportwettensteuer konkret: Drei Anbieter, drei Modelle

Die Art, wie Anbieter die Wettsteuer weitergeben, variiert. Drei Beispiele:

Auf eine einzelne Wette wirken die Unterschiede klein. Über ein Jahr, in dem regelmäßig gewettet wird, machen sie sich bemerkbar – nicht als großer Posten, aber als einer, der die Marge weiter schmälert.

Häufige Fragen zu Wettprognosen

Wie lässt sich eine eigene Wettprognose Schritt für Schritt erstellen?

Eine Prognose beginnt mit der Formkurve der beteiligten Mannschaften oder Sportler, geht über Verletzungen und Sperren bis zu detaillierten Statistiken wie Expected Goals, Ballbesitz und Torschussquoten. Anschließend werden die impliziten Wahrscheinlichkeiten der Quoten berechnet und mit der eigenen Einschätzung verglichen. Erst wenn die eigene Wahrscheinlichkeit über der Quote liegt, handelt es sich um eine Value-Wette.

Warum bleibt der Ausgang eines Spiels offen?

Sport unterliegt Zufallselementen, die kein Datensatz erfasst – Platzverweise, Eigentore, Wetter, Schiedsrichterentscheidungen. Auch eine xG-basierte Prognose (Expected Goals, also die statistisch erwarteten Tore) kann das Ergebnis nicht sicher vorhersagen, sondern nur eine Wahrscheinlichkeit schätzen. Je mehr Daten vorliegen, desto enger wird die Schätzung, aber sie wird nie zur Gewissheit.

Was ist eine Value-Wette, und wie verbindet sie Prognose und Quote?

Eine Value-Wette liegt vor, wenn die eigene Wahrscheinlichkeit für einen Ausgang höher ist als die implizite Wahrscheinlichkeit der angebotenen Quote. Beispiel: Eigene Schätzung 50 Prozent, Quote 2,20 (implizit 45,5 Prozent). Die Differenz von 4,5 Prozentpunkten ist der Value, langfristig ein statistischer Vorteil gegenüber dem Buchmacher.

Wie wirkt sich ein Quotenabschlag oder die Sportwettensteuer von 5,3 Prozent auf den Ertrag einer Prognose aus?

Bei einem Quotenabschlag von 5 Prozent auf den Bruttogewinn sinkt der Nettogewinn einer 100-Euro-Wette zur Quote 2,10 von 110 Euro auf 99,50 Euro. Bei 5,3 Prozent liegt die Auszahlung bei 198,87 Euro, der Nettogewinn bei 98,87 Euro. Über viele Wetten hinweg schmälert der Abschlag den Ertrag zusätzlich zur Marge des Marktes.

Welche Livewetten sind in Deutschland erlaubt, wenn sich eine Prognose auf ein laufendes Spiel bezieht?

Livewetten sind nur auf das Endergebnis sowie auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente erlaubt, und zwar nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten eintreten. „Nächstes Tor“ beim Fußball ist erlaubt, „nächster Punkt“ beim Tennis oder „nächster Korb“ beim Basketball nicht. Wetten auf Regelverstöße, Amateurspiele unterhalb der 3. Liga oder Esports sind ausgeschlossen.

Warum bieten lizenzierte Anbieter in Deutschland keine Wetten auf Esports-Prognosen an?

Die GGL erkennt Esports nicht als Sport im Sinne des GlüStV an. Deshalb ist das Anbieten von Esports-Wetten mit einer deutschen Sportwetten-Erlaubnis nicht vereinbar. Wer eine Esports-Prognose erstellt, kann sie als Analyse veröffentlichen, aber bei keinem lizenzierten deutschen Anbieter platzieren.

Inhalt erstellt vom Team «livewetteninfo.com»