Schachwetten 2026: Welche Buchmacher in Deutschland Schach im Programm haben

Updated Oktober 2026
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Stand: 17. Oktober 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL)

Ein Schachbrett mit Holzfiguren mitten in einer Partie, aus flachem Winkel fotografiert, im Hintergrund ein Fenster im Gegenlicht.
Die Schachweltmeisterschaft 2024 wurde vom 25. November bis 12. Dezember 2024 in Singapur ausgetragen, gespielt im Modus Best of 14 klassische Partien.

Schach ist eine Randsportart im Wettprogramm. In Deutschland darf sie überhaupt nur von Anbietern mit einer GGL-Erlaubnis vermittelt werden, und was dort tatsächlich quotiert wird, entscheidet jeder Veranstalter selbst. Wer Schachwetten sucht, landet schnell bei Kandidatenturnier, Schach-WM oder Wettquoten aus Singapur 2024 – und an der Frage, ob ein Anbieter den Markt überhaupt öffnet. Der folgende Überblick vergleicht die zehn lizenzierten Wettanbieter auf der aktuellen Whitelist und zeigt, was Schachquoten, Remisregel und Sportwettensteuer tatsächlich bedeuten.

Die zehn lizenzierten Wettanbieter für Schach im Überblick

Wer in Deutschland auf Schach wetten will, kommt an der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder nicht vorbei. Sie führt Stand 2. Oktober 2026 genau 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis nach § 9 Abs. 8 GlüStV 2021 – jeder mit einer oder mehreren .de-Domains. Eine .de-Domain allein beweist noch keine Erlaubnis; ausschlaggebend ist allein, ob der Veranstalter mit Sitz und Domain in dieser Liste steht. Aus dieser Gruppe greifen die folgenden zehn Anbieter Schach regelmäßig oder zumindest fallweise auf, wenn ein Kandidatenturnier oder eine Weltmeisterschaft ansteht.

Ein Schachbrett und eine Schachuhr stehen auf einem Tisch in einem leeren Turniersaal, die Stühle sind ordentlich zurückgeschoben.
Das Schachbrett hat 8 × 8 = 64 Felder; zu Beginn stehen 32 Figuren auf dem Brett, je 16 pro Seite.
Anbieter GGL-Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
Tiptorro Whitelist-Eintrag, Inhaber Torro Tec Limited (Malta) 30.06.2021
Sportwetten.de Whitelist-Eintrag, Inhaber NetX Betting Limited (Malta) 19.11.2020
bwin Whitelist-Eintrag, Inhaber bwin (Deutschland) Limited (Malta) 09.10.2020
Tipwin Whitelist-Eintrag, Inhaber Tipwin Limited 09.10.2020
bet-at-home Whitelist-Eintrag, Inhaber Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020
AdmiralBet Whitelist-Eintrag, Inhaber Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
Winamax Whitelist-Eintrag, Inhaber WINAMAX S.A. 29.06.2021
888sport Whitelist-Eintrag, Inhaber 888 Germany Limited 30.06.2021
Interwetten Whitelist-Eintrag, Inhaber Interwetten Gaming Limited (Malta) 02.11.2020
ODDSET Whitelist-Eintrag, Inhaber ODDSET Sportwetten GmbH 18.11.2020

Die Spalte „seit“ nennt das Datum der ersten Erlaubnis; bei allen genannten Anbietern ist die Folgeerlaubnis später erteilt worden, teils mehrfach. Die Whitelist führt bewusst kein Enddatum – ein Eintrag gilt so lange, wie die Erlaubnis nicht von der GGL zurückgenommen oder befristet wurde. Wer ein anderes Schach-Angebot findet, das hier nicht steht, sollte prüfen, ob es überhaupt eine deutsche Erlaubnis hat. Die GGL hat im September 2026 erneut vor illegalen Angeboten wie Platincasino gewarnt.

Wie die Tabelle zu lesen ist

Die drei Spalten sagen dreierlei. Die mittlere Spalte nennt den Erlaubnisinhaber, wie ihn die Whitelist führt – fast immer eine Malta-Gesellschaft, einmal eine deutsche GmbH. Die rechte Spalte dokumentiert, wie lange ein Anbieter schon im deutschen Markt steht; ein langer Atem ist im Glücksspielrecht aber kein Qualitätsurteil. Worauf die Tabelle keine Antwort gibt: ob der Anbieter Schach im aktuellen Wettprogramm tatsächlich anbietet. Das entscheidet jeder Veranstalter selbst und ändert sich von Event zu Event.

Ein leerer Wettschein aus Papier liegt neben einem umgekippten weißen Schachkönig auf einem Holztisch.
Im Schach erzielt Weiß im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte; bei Schachmeistern liegt die Remisquote bei etwa 43 %.

Wer Schach überhaupt ins Programm nimmt

Die Schach-WM 2024 zwischen Ding Liren und Dommaraju Gukesch in Singapur, ausgetragen vom 25. November bis 12. Dezember 2024, war der bislang letzte große Anlass, an dem lizenzierte deutsche Anbieter Schach quotiert haben – mit dem Candidates Tournament als zweitem Quotenpunkt im Weltmeisterschaftszyklus. Außerhalb dieser beiden Turniere ist das Angebot regelmäßig dünn, und die kleineren Wettanbieter ziehen sich ganz zurück. Wer eine konkrete Partie sucht, prüft das Wettprogramm des Anbieters, nicht den Markennamen.

Was Schachwetten in Deutschland rechtlich möglich macht

Schachwetten stehen in Deutschland unter demselben Regime wie jede andere Sportwette. Erlaubt sind sie nur bei Veranstaltern, die eine GGL-Erlaubnis nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 haben; die Aufsicht führt die GGL in Halle (Saale), die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist das einzige zuverlässige Mittel, das zu prüfen. Eine Malta-, Curaçao- oder Anjouan-Lizenz hat in Deutschland keine Bedeutung, und die GGL warnt regelmäßig vor unerlaubten Angeboten.

Was die Whitelist leistet – und was nicht

Die Whitelist antwortet auf eine einfache Frage: Steht dieser Anbieter mit dieser Domain in Deutschland unter Aufsicht? Sie sagt nichts über die Qualität der Quoten, über die Höhe des Bonus oder über die Frage, ob ein bestimmter Markt gerade offen ist. Die Aufnahme erfolgt auf Antrag, eine Ersterlaubnis läuft fünf Jahre; Folgeerlaubnisse werden von der GGL in unregelmäßigen Abständen neu erteilt – etwa für bet-at-home am 22.12.2022, für AdmiralBet zusätzlich am 29.07.2024. Wer den Eintrag prüft, sieht das Datum der Erlaubnis, nicht aber ein Verfallsdatum – die Liste führt bewusst keines.

Was darf überhaupt gewettet werden

Der GlüStV 2021 unterscheidet zwischen Einzel- und Kombiwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon (§ 21 Abs. 1), lässt aber nur Wetttypen zu, die die GGL im Sportwettprogramm freigegeben hat (§ 21 Abs. 5). Livewetten sind während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder auf seltene Komponenten erlaubt – beim Fußball das nächste Tor, beim Tennis der nächste Satz, nicht aber der nächste Punkt. Übertragen auf Schach heißt das: Die Livewette zielt fast nur auf den Ausgang der Partie, nicht auf den nächsten Zug. Wetten auf rein soziale oder politische Ereignisse sind unzulässig, Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren ebenso. Esports ist nach GGL-Praxis kein Sport, weshalb kein lizenzierter deutscher Anbieter Esports-Wetten anbietet; zu virtuellen Sportwetten schweigt die Aufsicht.

Wenn der Anbieter keine deutsche Erlaubnis hat

Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis darf in Deutschland keine Sportwetten anbieten. Die GGL kann Verbots-, Zahlungs- und Netzsperren anordnen (§ 9 GlüStV); das organisierte Angebot ohne Erlaubnis ist nach § 284 StGB strafbar, die Werbung dafür nach § 287 StGB, die Teilnahme nach § 285 StGB. Was Spieler trifft, ist die zivilrechtliche Seite: Mehrere deutsche Gerichte haben nicht lizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze verurteilt; der Bundesgerichtshof hat die Frage am 25. Juli 2024 dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt (Az. I ZR 90/23), und der Generalanwalt hält eine Rückzahlungspflicht in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 grundsätzlich für möglich – mit Ausnahme, wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorübergehend nicht durchzusetzen. Das ist keine Garantie für den Einzelfall, aber ein Hinweis auf die Richtung.

Spielerschutz: Was auch bei Schachwetten gilt

Schachwetten sind Sportwetten. Der Spielerschutz des GlüStV 2021 greift ohne Einschränkung: Volljährigkeit, ein Konto pro Anbieter mit vollständiger Verifizierung, ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 €, die Sperrdatei OASIS und der Panikbutton. Wer diese Mechanismen nicht kennt, kann im Konfliktfall kaum beurteilen, was ein Anbieter ihm schuldet – und was er sich selbst schuldet.

Volljährigkeit und ein Konto pro Anbieter

Teilnehmen darf nur, wer volljährig ist (§ 4 Abs. 3 GlüStV). Jeder Anbieter führt pro Person genau ein Konto mit vollständiger Identitätsprüfung (§ 6a). Vor der Verifizierung darf der Anbieter das Spiel für längstens 72 Stunden erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlung – ein Zeitfenster, das bei Schach ohnehin selten reicht, weil zwischen Kandidatenturnier und WM Monate liegen. Wer zwei Konten bei demselben Anbieter unterhält, bricht die Regel; die Aufsicht führt eine eigene Aktivitätsdatei, die paralleles Spiel über Anbieter hinweg erkennt.

Das monatliche Einzahlungslimit

Standardgrenze sind 1.000 € pro Kalendermonat, summiert über alle Anbieter hinweg – technisch umgesetzt über die Limitdatei LUGAS (§ 6c Abs. 1). Eine Erhöhung ist nur gegen nachgewiesene wirtschaftliche Leistungsfähigkeit möglich, eine Selbstauskunft reicht nicht; im Einzelfall darf ein Anbieter bis 10.000 € freigeben, und bis 30.000 € für höchstens ein Prozent seiner aktiven Kundschaft. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. Für Schachwetten mit niedrigen Einsätzen ist das Limit selten der Engpass; wer höhere Einsätze plant, sollte den Nachweis vor dem ersten Tipp klären, nicht im laufenden Turnier.

OASIS und der Panikbutton

Die Sperrdatei OASIS (§§ 8, 8a GlüStV) wird bei Registrierung und bei jedem Login abgefragt. Eine Selbstaussperrung dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler selbst eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr; Fremdsperrungen durch Angehörige oder Dritte sind möglich. Der Panikbutton (§ 6i Abs. 3) setzt sofort eine 24-Stunden-Sperre, die nicht aufgehoben werden kann. Anbieter ohne deutsche Erlaubnis sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen – wer dort spielt, fällt durch das Schutznetz.

Schach als Wettgegenstand: Spielplan, Quoten und das Remis

Schach unterscheidet sich von Mannschaftssportarten durch zwei Eigenheiten, die jedes Wettangebot prägen. Erstens gibt es drei relevante Ausgänge einer Partie, nicht drei, sondern faktisch zwei – Weiß gewinnt, Schwarz gewinnt, und das Remis, das bei Meistern in etwa 43 Prozent aller Partien vorkommt. Zweitens ist der Spielplan knapp: Eine Weltmeisterschaft wird alle ein bis zwei Jahre ausgetragen, das Kandidatenturnier alle zwei Jahre, dazwischen liegt wenig, was Buchmacher ins Programm heben.

Wie ein Schachturnier entsteht

Die Schachweltmeisterschaft wird als Zweikampf zwischen dem Titelträger und einem Herausforderer ausgetragen, der sich in der Regel über das Kandidatenturnier qualifiziert. Der erste Schachweltmeister war Wilhelm Steinitz, der 1886 Johannes Hermann Zukertort mit 12,5 zu 7,5 schlug. Der Weltschachbund FIDE wurde 1924 in Paris geinandergeführt und vergibt den Titel seit 1948. 1948 und 2007 wurde die WM als Turnier statt als Zweikampf ausgespielt. Wer auf den Ausgang eines Matches wettet, wettet auf eine kleine Zahl langer Partien – die Schach-WM 2024 lief über bis zu 14 klassische Partien mit mindestens 7,5 Punkten zum Titel.

Woraus eine Schachquote besteht

Eine Wettquote ist der Preis, den der Buchmacher für einen Euro Einsatz zahlt. Bei der Weltmeisterschaft 2024 in Singapur gewann Dommaraju Gukesch mit 7,5 zu 6,5 gegen Ding Liren (drei Siege, zwei Niederlagen, neun Remis); ein Tiebreak war nicht nötig. Hätte es nach 14 Partien 7:7 gestanden, wäre der Titel in Schnellschach-, Blitz- und Armageddon-Partien entschieden worden. Wer auf den Turniersieger wettet, wettet auf einen Ausgang, der auch über sehr lange Partien nicht zwingend zu einer Entscheidung führt – das Remis als fester Bestandteil jeder Wette auf einen Spieler.

Wie die Quote die Auszahlung bestimmt

Eine Wette auf den Turniersieger zur Quote 5,00 mit 10 € Einsatz zahlt im Erfolgsfall 50 € zurück, also 40 € Gewinn. Das ist die einfache Rechnung: Einsatz × Quote. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Beine, bevor sie mit dem Einsatz multipliziert werden – aus drei Beinen zu 2,10, 1,80 und 3,40 wird 2,10 × 1,80 × 3,40 = 12,85; zehn Euro Einsatz zahlen dann 128,50 €. Wer den Ausgang einer langen WM-Partie mit einem Tipp auf „nächstes Remis“ verknüpft, sollte wissen, dass Buchmacher für seltene Ereignisse kürzere Quoten anbieten, weil die Auszahlung seltener fällig wird.

Warum das Remis die Quote drückt

Im Schach erzielt Weiß im Mittel etwa 54 Prozent der möglichen Punkte; bei Schachmeistern liegt die Remisquote bei etwa 43 Prozent. Das Remis ist deshalb keine Randerscheinung, sondern ein dritter wahrscheinlicher Ausgang. Ein Buchmacher, der faire Quoten anbietet, muss dieses Drittel einpreisen – die Quote auf einen der beiden Spieler sinkt, die Quote auf Remis fällt ebenfalls, weil der Buchmacher das Remis als eigenes Marktsegment führt. Wer nur die Siegquote liest, liest die halbe Wahrheit. Ein Remis kann als eigenständige Wette angeboten werden, aber in vielen Programmen ist das Remis als „Unentschieden keine Wette“ eingebaut – die Wette wird erstattet, wenn die Partie remis endet, und nur ein Sieg des gewählten Spielers zählt. Wer die Bedingung nicht liest, wettet gegen sich selbst.

Die Marge des Marktes: Was der Buchmacher wirklich behält

Die Auszahlungsquote eines Marktes ist der Anteil aller Einsätze, den der Buchmacher im statistischen Mittel an die Wetter zurückgibt. Sie ergibt sich aus 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit beiden Seiten zu 1,90 ist das 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 0,95 – die Auszahlungsquote liegt also bei rund 95 Prozent, die Marge bei rund fünf Prozent. Bei Schachwetten mit drei Ausgängen (Sieg Weiß / Remis / Sieg Schwarz) und einer etwas unausgewogeneren Verteilung sinkt die Auszahlungsquote spürbar. Die Buchmacher behalten von jedem Euro, der auf einer Schachpartie gesetzt wird, einen Teil als Sicherheit ein – fünf Prozent bei 1,90/1,90, eher sieben bis zehn Prozent bei einem typischen Drei-Wege-Markt mit Außenseiter. Das ist kein Zufall und kein Betrug, sondern die Marge, mit der jeder Buchmacher kalkuliert.

Livewetten auf Schach: Was in Deutschland erlaubt ist

Livewetten auf Schach sind in Deutschland nur eingeschränkt möglich. Die GGL erlaubt sie während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder auf seltene, klar abgegrenzte Komponenten – nicht auf einzelne Züge, nicht auf den Ausgang einer Eröffnungsvariante, nicht auf Figurenverlust in den nächsten zehn Zügen. Ein laufendes Match zwischen zwei Großmeistern hat im Live-Programm lizenzierter deutscher Anbieter daher oft nur einen einzigen Live-Markt: Wer gewinnt die Partie?

Warum das Live-Angebot auf Schach dünn bleibt

Schach ist eine Sportart ohne häufige, klar abgrenzbare Ereignisse. Im Fußball fällt alle paar Minuten ein Tor oder es fällt keines, im Tennis endet ein Satz nach wenigen Games – beides sind Komponenten, die der GlüStV als selten genug ansieht, um sie live zu verwetten. Ein einzelner Schachzug ist weder selten noch klar abgrenzbar genug, um als Livewette zu funktionieren. Daraus folgt: Wer Schach live wetten will, wird im Programm der meisten Anbieter wenig finden. Die Anbieter, die überhaupt quotieren, bieten den Ausgang der laufenden Partie an – nicht mehr.

Wann Livewetten auf Schach auftauchen

Erfahrungsgemäß öffnen Anbieter Livewetten auf Schach nur während der Weltmeisterschaft und des Kandidatenturniers. Außerhalb dieser beiden Anlässe fehlt schlicht der Anlass, ein Wettprogramm zu pflegen, das pro Saison vielleicht vier bis sechs Wochen aktiv ist. Wer zur falschen Zeit sucht, sieht nur eine leere Kategorie. Wer plant, eine Livewette auf eine laufende Schachpartie zu platzieren, prüft das Programm am Turniertag, nicht am Tag davor.

Sportwettensteuer: Was 5,3 Prozent bei Schachquoten bedeuten

Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, also rund 5,03 Prozent des eingesetzten Betrags. Sie wird vom Veranstalter der Wette geschuldet, nicht vom Spieler – ob und wie der Anbieter sie an die Kundschaft weitergibt, entscheidet der Anbieter in seinen AGB.

Wo die Steuer landet

Die Steuer ist nach §§ 16-25 RennwLottG ausgestaltet, nicht nach dem GlüStV; zuständig ist das Finanzamt, nicht die GGL. Wer eine Wette zu 2,10 mit 10 € Einsatz platziert und der Anbieter zieht die Steuer ab, bekommt entweder eine reduzierte Auszahlung (2,10 × 10 € − 5,3 % des Einsatzes) oder einen reduzierten Einsatz (10 € − Steuer, dann × 2,10). Beides läuft auf dasselbe hinaus: Von jedem Euro Einsatz bleibt unter dem Strich etwas weniger als ein Cent für den Fiskus. Bei einer Quote von 1,90 macht die Steuer rund einen halben Cent pro Euro Einsatz aus.

Warum Nischenmärkte empfindlicher reagieren

Schach ist ein Nischenmarkt. Die Marge, die der Buchmacher auf Mainstream-Märkten wie Fußball-Bundesliga einkalkuliert, liegt im einstelligen Prozentbereich; bei Schachwetten mit drei Ausgängen und wenigen verfügbaren Daten ist die Marge höher, die Quoten also tendenziell kürzer. Eine Steuer von 5,3 Prozent, die der Anbieter auf den Einsatz aufschlägt, fällt bei einer ohnehin kürzeren Quote stärker ins Gewicht. Die Folge: Eine Schachquote von 1,90 ist nach Steuer weniger wert als eine Fußballquote von 1,90 – nicht, weil der Buchmacher mehr verdient, sondern weil der feste Steueranteil relativ zur Auszahlung schwerer wiegt. Anbieter, die mit „0 % Wettsteuer“ werben, tragen den Abzug selbst; ob das die Quote verbessert, hängt davon ab, was im Gegenzug an anderer Stelle fehlt. Winamax bewirbt einen solchen Verzicht im Footer und verweist auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen vom 1. April bis 30. August 2025, nach der das Unternehmen bei 45 Prozent der untersuchten Quoten auf Platz eins lag – Fußball, Tennis und Handball, nicht Schach.

Operator-Profile: Wer in Deutschland Schach im Programm hat

Die folgenden Profile gehen die zehn Anbieter aus der Übersichtstabelle einzeln durch. Sie nennen Erlaubnis, Hintergrund und das, was Schachwetten bei diesem Anbieter tatsächlich ausmacht – und was nicht. Jeder Block schließt mit einer Einschätzung, für welchen Spielertyp der Anbieter bei Schach die erste Adresse ist.

Tiptorro

Tiptorro gehört zur Tipico-Gruppe und wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta angeboten; die Whitelist führt den Anbieter mit einer ersten Erlaubnis vom 30.06.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. Die App bewirbt sich als „behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder“. Für Schachwetten heißt das: Tiptorro ist überhaupt lizenziert, aber das Schach-Programm der Marke deckt sich weitgehend mit dem, was der Mutterkonzern quotiert. Wer Schach sucht, prüft das Wettprogramm am Turniertag. Für Schachwetten ist Tiptorro eine zweite Adresse, nicht die erste.

Sportwetten.de

Sportwetten.de wird laut Whitelist von der NetX Betting Limited mit Sitz in Birkirkara, Malta, geführt, mit einer Ersterlaubnis vom 19.11.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 16.12.2022. Der Markenname klingt nach einem Generalanbieter, ist aber technisch einer von vielen Anbietern im deutschen Markt. Die Schachabteilung ist nicht der Schwerpunkt des Hauses; wer hier landet, weil die Domain naheliegend ist, sollte prüfen, ob das aktuelle Wettprogramm überhaupt Schachmärkte führt. Für Schachwetten ist Sportwetten.de nur dann eine Adresse, wenn das Turnier groß genug ist, dass der Anbieter quotiert.

bwin

Bwin gehört zu Entain, einem der größten europäischen Wettanbieter, und wird in Deutschland von der bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta, geführt (Ersterlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022). Das Schach-Angebot bewegt sich im Rahmen dessen, was Entain für den deutschsprachigen Markt freischaltet. Bwin gehört zu den Anbietern, die Schach bei WM und Kandidatenturnier ins Programm heben, und hat im Massenmarkt Fußball die stärkste Wahrnehmung. Für Schachwetten ist Bwin eine solide Wahl, wenn das Event groß genug ist – wer live auf eine laufende Partie wetten will, hat hier die besten Chancen auf ein quotiertes Angebot.

Tipwin

Tipwin tritt in Deutschland als Sportwettveranstalter auf und ist nach Angaben des Deutschen Basketball Bundes bis zum 31. Dezember 2026 Premium Partner des Verbandes – die Partnerschaft läuft damit mindestens drei weitere Jahre. Die Whitelist-Erlaubnis datiert auf den 09.10.2020, mit Folgeerlaubnissen am 27.12.2022 und am 09.01.2024. Das Schach-Angebot gehört nicht zu den Schwerpunkten; Tipwin setzt auf Mainstream-Sportarten. Wer gezielt Schach sucht, ist hier eher falsch. Für Schachwetten ist Tipwin eine Notlösung am Turnierrand.

bet-at-home

Bet-at-home wird in Deutschland von der Bet-at-home.com Internet Limited geführt, mit einer Ersterlaubnis vom 02.11.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022 sowie einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28.12.2022. Die Marke gehört zur französischen Betclic-Gruppe und bedient den deutschsprachigen Markt mit einem breiten Wettprogramm. Schach ist ein Randmarkt, der nur bei großen Turnieren auftaucht. Für Schachwetten ist bet-at-home eine Adresse, wenn der Anbieter überhaupt ein Wettprogramm führt; eine Spezialisierung auf Schach ist nicht erkennbar.

AdmiralBet

AdmiralBet gehört zur Novomatic-Gruppe und wird in Deutschland von der Greentube Betting Malta Limited geführt, mit einer Ersterlaubnis vom 09.10.2020 und Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024; für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine Erlaubnis seit dem 28.09.2022. AdmiralBet ist in Österreich stark, in Deutschland wächst das Angebot. Schach ist kein Schwerpunkt; wer hier sucht, prüft das Wettprogramm am Turniertag. Für Schachwetten ist AdmiralBet ein Anbieter, der fallweise quotiert, mehr nicht.

Winamax

Winamax stammt aus Frankreich und ist in Deutschland mit einer Ersterlaubnis vom 29.06.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 08.12.2022 auf der Whitelist. Der Anbieter bewirbt im Footer „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“ und beruft sich dabei auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus den Bereichen Fußball, Tennis und Handball zwischen 1. April und 30. August 2025, in der Winamax bei 45 Prozent der untersuchten Quoten vorne lag. Für Schach bedeutet das: Winamax ist breit aufgestellt, das Schach-Angebot ist nicht der Werbeschwerpunkt, und der Verzicht auf die Wettsteuer kommt allen Märkten zugute. Für Schachwetten ist Winamax eine gute Adresse, wenn überhaupt quotiert wird.

888sport

888sport gehört zur 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Die deutsche Whitelist-Erlaubnis datiert auf den 30.06.2021 mit einer Folgeerlaubnis am 15.12.2022. 888sport ist ein internationaler Anbieter mit Schwerpunkt auf dem britischen und dem deutschsprachigen Markt. Schach ist eine Randerscheinung im Wettprogramm. Für Schachwetten ist 888sport eine Adresse am Rand – wer hier sucht, sollte nicht erwarten, dass das Schach-Angebot tiefer geht als Sieg/Remis/Niederlage bei einer Weltmeisterschaftspartie.

Interwetten

Interwetten wird in Deutschland von der Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Sliema, Malta, geführt, mit einer Ersterlaubnis vom 02.11.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. Interwetten gehört zu den älteren europäischen Wettanbietern und betreibt ein Vollsortiment. Schach ist kein Schwerpunkt, wird aber bei Großereignissen ins Programm genommen. Für Schachwetten ist Interwetten eine Adresse mit langer Markengeschichte, deren Schach-Programm aber turnierabhängig ist.

ODDSET

ODDSET ist die Sportwettenmarke des Lotto-Toto-Blocks in Deutschland und wird von der ODDSET Sportwetten GmbH betrieben. Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte die Erlaubnis am 15.12.2022 für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb; Aufsichtsbehörde ist die GGL in Halle (Saale). ODDSET ist in Annahmestellen und online präsent, mit Schwerpunkt auf Mainstream-Sportarten. Schach ist kein Schwerpunkt. Für Schachwetten ist ODDSET nur dann eine Adresse, wenn das Turnier groß genug ist, dass der Anbieter überhaupt quotiert – was selten vorkommt.

Wie man als Spieler eine Schachwette platziert

Wer auf Schach wetten will, geht im Grunde wie bei jeder anderen Sportwette vor – mit drei Eigenheiten, die das Schach-Angebot von Mainstream-Märkten unterscheiden. Erstens: Das Wettprogramm ist turnierabhängig. Außerhalb der Weltmeisterschaft und des Kandidatenturniers findet sich selten ein Schachmarkt. Zweitens: Die Livewette beschränkt sich auf das Endergebnis. Drittens: Das Remis ist ein eigenständiger Faktor, der die Quote drückt und in manchen Wetttypen als Erstattungsgrund eingebaut ist.

Der übliche Ablauf

Wer sich bei einem lizenzierten Anbieter registriert, durchläuft die vollständige Verifizierung nach § 6a GlüStV mit Personalausweis und Adressnachweis; bis dahin gelten das 72-Stunden-Fenster und das 100 € Einzahlungslimit. Anschließend wählt der Spieler eine Partie oder ein Turnier aus dem Wettprogramm, entscheidet sich für eine Wettart (Sieg, Remis, Turniersieger, Kombiwette) und platziert die Wette mit Einsatz. Die Auszahlung erfolgt nach dem offiziellen Ende des Ereignisses, in dem vom Anbieter angegebenen Zeitrahmen; bei Schach kann das nach einer klassischen Partie 6-7 Stunden dauern, bei einem WM-Match 14 Tage oder mehr.

Worauf es bei Schachwetten ankommt

Drei Punkte entscheiden, ob eine Schachwette sinnvoll ist. Erstens: Welche Quote bekommt der Spieler, und wie verhält sie sich zur impliziten Wahrscheinlichkeit? Eine Quote von 2,50 auf einen Spieler bedeutet eine implizierte Gewinnwahrscheinlichkeit von 40 Prozent (1/2,50 = 0,40), sofern der Buchmacher keine Marge einrechnet – was er tut. Liegt die reale Gewinnwahrscheinlichkeit des Spielers höher als das, was die implizierte Quote hergibt, hat die Wette einen Wert. Zweitens: Welche Wettart wird angeboten? Eine Siegwette auf Spieler A schließt das Remis als Verlust ein; eine Wette auf „Sieg Spieler A oder Remis“ sichert einen Teil des Risikos ab, hat aber eine kürzere Quote. Drittens: Welche Wettsteuerregelung gilt? Anbieter, die auf die Wettsteuer verzichten, geben den Vorteil nicht zwingend in höheren Quoten weiter, weil sie ihn aus der Marge finanzieren.

Der Wert des Remis als eigenständige Wette

Das Remis ist bei Meistern mit etwa 43 Prozent kein seltener Ausgang, sondern ein zentraler Faktor. Buchmacher bieten das Remis oft als eigenständigen Markt an, mit Quoten zwischen 2,80 und 4,00 bei ausgeglichenen Matches. Wer das Remis als eigenständige Wette spielt, wettet auf einen sehr häufigen Ausgang, allerdings zu einer Quote, die dieser Häufigkeit entspricht. Der Wert dieser Wette steht und fällt mit der Einschätzung, wie wahrscheinlich ein Remis im konkreten Match ist – bei Großmeistern im Tiebreak-Modus sinkt die Remisquote, bei jungen Herausforderern im Eröffnungsblock steigt sie.

Was diese Seite nicht leistet

Dieser Überblick vergleicht und erklärt die Situation. Wer die Schach-WM gewinnt, lässt sich vor dem letzten Zug nicht vorhersagen, und jede Seite, die das Gegenteil behauptet, schuldet dem Leser am Ende eine Erklärung, keine Wette. Die Buchmacher kalkulieren ihre Quoten auf der Grundlage von Wahrscheinlichkeiten, die sich aus Partieverläufen ergeben; sie haben keinen Vorteil im Sinne einer sicheren Vorhersage, sondern eine Marge, die in jede Quote eingepreist ist. Wer auf Schach wettet, wettet gegen die Marge – und das geht langfristig nur auf, wer einen Informationsvorsprung hat, den die Buchmacher nicht haben. Für die meisten Leserinnen und Leser gilt: Schachwetten sind eine Form der Unterhaltung mit einem Preis, den man vorher kennen sollte.

Häufige Fragen zu Schachwetten in Deutschland

Bieten Anbieter mit deutscher Erlaubnis überhaupt Wetten auf Schach an, und wie lässt sich das über die GGL-Whitelist prüfen?

Ja, aber nur bei großen Turnieren wie der Schach-WM oder dem Kandidatenturnier. Die GGL-Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV führt 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis – welche davon Schach im Programm haben, steht nicht in der Liste, sondern im Wettprogramm des jeweiligen Anbieters. Wer prüft, ob ein Anbieter überhaupt eine Erlaubnis hat, sucht auf glücksspiel-behoerde.de nach dem Domainnamen.

Wie funktionieren Wettquoten bei der Schach-WM, und welche Rolle spielt das Remis bei Siegwetten?

Eine Wettquote ist der Preis für einen Euro Einsatz – Quote 5,00 bedeutet 5 € Auszahlung pro 1 € Einsatz. Bei Siegwetten auf einen Spieler ist das Remis ein Verlust der Wette, sofern der Anbieter das Remis nicht als Erstattungsgrund einbaut; bei Meistern liegt die Remisquote bei rund 43 Prozent, was die Quote auf den Sieger drückt. Wer das Remis als eigenen Faktor ernst nimmt, liest die Wettart genau.

Wie berechnet sich die Auszahlung bei einer Wette auf den Turniersieger mit der Quote 5,00 und 10 € Einsatz?

10 € Einsatz × 5,00 Quote = 50 € Auszahlung im Erfolgsfall, also 40 € Gewinn. Verliert der getippte Spieler das Match oder endet es mit einem Remis, ist der Einsatz verloren – sofern der Anbieter das Remis nicht als Erstattung behandelt. Wer eine Kombiwette baut, multipliziert die Quoten der einzelnen Beine, bevor der Einsatz multipliziert wird.

Welche Livewetten sind bei laufenden Schachpartien in Deutschland zulässig?

Nach § 21 Abs. 4 GlüStV 2021 sind Livewetten während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder auf seltene, klar abgegrenzte Komponenten erlaubt. Bei Schach bedeutet das: nur die Wette auf den Ausgang der Partie, nicht auf einzelne Züge oder Eröffnungsvarianten. Wer zur laufenden Partie keine Livewette auf den Sieger findet, liegt am Anbieter – nicht an der Aufsicht.

Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf Quoten bei Nischenmärkten wie Schach aus?

Die Steuer von 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ – also rund 5,03 Prozent des Einsatzes – wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Spieler; ob und wie der Anbieter sie weitergibt, entscheidet er in seinen AGB. Bei Nischenmärkten mit bereits kürzeren Quoten fällt der fixe Steueranteil relativ stärker ins Gewicht; Anbieter, die auf die Steuer verzichten, gleichen das aus ihrer Marge aus.

Welche Rolle spielt das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat, und gilt OASIS auch bei Schach-Wetten?

Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat nach § 6c Abs. 1 GlüStV gilt summiert über alle lizenzierten Anbieter und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt; OASIS als Sperrdatei wird bei jeder Registrierung und jedem Login abgefragt. Beide Mechanismen greifen bei Schachwetten genauso wie bei jeder anderen Sportwette – der GlüStV macht keine Ausnahme nach Sportart. Wer bei einem nicht lizenzierten Anbieter spielt, ist an OASIS und LUGAS nicht angeschlossen.

Inhalt erstellt vom Team «livewetteninfo.com»