Wettanbieter ohne Wettsteuer 2026: Wer trägt die 5,3 % – und wer zieht sie ab?

Updated Oktober 2026
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Stand: 17. Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL)

Ein Stadion unter Flutlicht, aus großer Entfernung über eine dunkle Wiese fotografiert, am Himmel zieht Nebel auf.
Die Sportwettsteuer wird in Deutschland seit dem 1. Juli 2012 erhoben.

Die Sportwettensteuer ist in Deutschland eine Konstante: 5,3 % auf den Einsatz netto der Steuer selbst, also rund 5,03 % vom eingezahlten Betrag, geregelt in den §§ 17, 18 Rennwett- und Lotteriegesetz (RennwLottG). Sie wird seit dem 1. Juli 2012 erhoben und gehört zu den Pflichten des Veranstalters, nicht der Spielenden. Was die Werbung mit „0 % Wettsteuer“ bedeutet, entscheidet jeder Anbieter selbst – durch einen Abschlag auf die Quote, durch einen Abzug vom Gewinn, durch einen ausgewiesenen Posten auf dem Wettschein oder durch schlichtes Tragen. Wer ohne deutsche Erlaubnis anbietet, fällt nicht unter dieselben Regeln – und hat in Deutschland weder OASIS noch LUGAS noch einen handhabbaren Rechtsweg im Streitfall.

Die folgende Einordnung zeigt zuerst, wie die Steuer funktioniert und welche Wege Anbieter wählen, sie weiterzugeben. Danach stehen die rechtlichen Rahmenbedingungen – Erlaubnis nach § 9 Abs. 8 GlüStV 2021, Spielerschutz, Zahlungswege – und der Vergleich der zehn Anbieter, die auf der Whitelist vom 2. Oktober 2026 eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis halten. Eine letzte Sektion ordnet ein, was Werbung mit „steuerfrei“ tatsächlich heißt – und wann ein Blick in die AGB mehr zeigt als der Slogan.

Rechtslage: Wer schuldet die Steuer, und wer entscheidet über die Weitergabe

Die Steuer wird beim Veranstalter erhoben, nicht beim Spielenden – das regelt § 19 RennwLottG eindeutig. Ein Anbieter mit deutscher Erlaubnis ist verpflichtet, sie abzuführen. Was die Spielenden tatsächlich sehen, hängt allein davon ab, wie der Anbieter sie weiterreicht: durch eine reduzierte Quote (zum Beispiel 5,3 % weniger als der Brutto-Wert), durch einen Abzug vom Gewinn im Gewinnfall, durch einen eigenen Posten auf dem Wettschein oder durch Übernahme. Es gibt keine gesetzliche Pflicht, sie offen auszuweisen – die Pflicht steht im RennwLottG, nicht im GlüStV.

Ein Notizbuch mit handschriftlichen Rechnungen und ein Taschenrechner liegen auf einem Schreibtisch neben einer Tasse Kaffee im Licht des frühen Morgens.
Bei Wettarena fällt neben dem Wetteinsatz nur die gesondert ausgewiesene Steuer an (5,3 % des Spieleinsatzes inkl. Steuer).

Bei Interwetten zeigen die AGB in der Sektion G.8, wie das in der Praxis aussehen kann: Das Unternehmen trägt die Steuer nach RennwLottG und nimmt zum Ausgleich bei Wetten einen Quotenabschlag von 5,3 % vor. Auf den Einsatz wird nach den AGB nichts abgezogen; im Gewinnfall reduziert sich die Auszahlungsquote und damit der Wettgewinn um 5,3 %, Cash-Out-Gewinne ausgenommen. Ein zweiter Weg, der immer wiederkehrt: Sportingbet nennt in den Wettregeln eine Steuer von „5 % des Wetteinsatzes“ nach § 17 RennwLottG und behält bei gewonnenen Wetten 5 % des Bruttogewinns (Einsatz × Quote) vom Gewinn ein. Wettarena geht einen dritten Weg und weist die Steuer von 5,3 % des Spieleinsatzes inklusive Steuer als gesonderten Posten neben dem Einsatz aus. Betway wiederum listet sie im abschließenden Prüfschritt des Wettscheins als eigenen Posten neben den ausgewählten Spielen.

Wer in Deutschland spielt, sollte verstehen: „0 % Wettsteuer“ ist in aller Regel Werbung, kein Verzicht. Ein Anbieter, der die Steuer trägt, gibt das Geld aus seiner Marge ab – die Preise, die er anbietet, spiegeln das. Ein Anbieter, der einen Abschlag auf die Quote nimmt, verschiebt die Last auf jede Wette. Ein Anbieter, der sie vom Gewinn abzieht, lässt den Einsatz unangetastet und kürzt erst im Erfolgsfall. Welche Lösung die für den eigenen Geldbeutel bessere ist, hängt davon ab, ob man eher wenige Wetten mit großer Quote oder viele kleine Wetten spielt – und davon, ob man den Wettschein in Euro oder in Quotenpunkten liest.

Werbung mit „0 % Wettsteuer“: Was ein Slogan verschweigt

Wer mit „0 % Wettsteuer“ wirbt, sagt nicht, wer die Kosten trägt. Es gibt im deutschen Markt vier Modelle, und jedes hat seine Konsequenz für die Spielenden.

Tragen durch den Anbieter. Der Anbieter verzichtet auf die Weitergabe und bezahlt die Steuer aus der eigenen Marge. Die Quoten auf dem Wettschein sind die Netto-Werte, die der Anbieter anbieten kann. ODDSET gibt auf seiner Website an, weder den Einsatz noch den Gewinn der Spielenden mit einem Steuerabzug zu belegen und Gewinne auf den kompletten Einsatz ohne jeden Abzug auszubezahlen. Winamax wirbt mit dem Slogan „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“. Hier zahlen die Spielenden die Steuer faktisch über die Marge des Anbieters – niedrigere Quoten, weil der Anbieter mehr für sich behalten muss. Der Vorteil: Einsatz und Gewinn sind transparent, der Wettschein liest sich sauber.

Abschlag auf die Quote. Der Anbieter reduziert die angebotene Quote um die Steuer. Interwetten ist ein Beispiel: Die Quote auf dem Wettschein ist um 5,3 % niedriger als sie ohne Steuer wäre. Im Verlustfall verliert man weniger als ohne den Abschlag (der Einsatz ist gleich, aber die implizite Gegenquote sinkt), im Gewinnfall gewinnt man ebenfalls weniger. Der Vorteil: Der Einsatz bleibt unverändert, es gibt keinen Extra-Posten auf dem Wettschein.

Abzug vom Gewinn. Der Anbieter lässt den Einsatz unangetastet und zieht im Gewinnfall einen Anteil vom Bruttogewinn ab. Sportingbet nennt das so: 5 % des Bruttogewinns (Einsatz mal Quote) werden vom Gewinn einbehalten. Bei einer Quote von 2,00 und einem Einsatz von 100 € ist der Bruttogewinn 200 € (Einsatz plus Gewinn), davon 5 % = 10 € Abzug, ausgezahlt werden 190 €. Der Vorteil: Im Verlustfall zahlt man nichts extra, nur im Gewinnfall.

Ausweis auf dem Wettschein. Der Anbieter weist die Steuer als eigenen Posten auf dem Wettschein aus. Wettarena nennt es „5,3 % des Spieleinsatzes inklusive Steuer“. Bei Betway erscheint sie im letzten Prüfschritt des Wettscheins als eigene Position. Das ist die transparenteste Form – hier weiß man genau, was die Steuer kostet.

Was die Werbung verschweigt: Bei jeder dieser Formen zahlen die Spielenden – entweder über die Quote, über den Gewinn oder über die Marge des Anbieters. Wer „0 % Wettsteuer“ liest, sollte in den AGB nachsehen, was im Kleingedruckten steht.

Was eine Wette bei 5,3 % Quotenabschlag tatsächlich zurückzahlt

Die zentrale Frage, die viele Spielende umtreibt: Wie viel Geld kommt am Ende heraus, wenn der Anbieter die Steuer weitergibt? Eine Beispielrechnung zeigt das deutlich. Setzt man 100 € auf eine Quote von 2,00, zahlt der Anbieter im Erfolgsfall ohne Steuer 200 € aus (100 € Einsatz plus 100 € Gewinn). Bei einem Quotenabschlag von 5,3 % ist die angebotene Quote 1,894 (2,00 minus 5,3 %), die Auszahlung entsprechend 189,40 €. Davon gehen 100 € Einsatz zurück, der Nettogewinn sind 89,40 €. Im Verlustfall verliert man die 100 €, die der Anbieter als Einsatz einbehält. Der Unterschied zur Wette ohne Steuer: 10,60 € weniger Gewinn im Erfolgsfall, gleicher Verlust im Verlustfall.

Anders beim Abzug vom Gewinn: Setzt man 100 € auf eine Quote von 2,00 ohne Quotenabschlag, ist der Bruttogewinn 200 €. Zieht der Anbieter 5 % davon ab, bleiben 190 € – Einsatz zurück plus 90 € Gewinn. Im Verlustfall zahlt man ebenfalls 100 €. Die Steuer kostet hier 10 € im Gewinnfall, nichts im Verlustfall.

Die Wahl zwischen den Modellen entscheidet sich an der Trefferquote. Wer viele Wetten mit kleinen Quoten spielt und öfter gewinnt, ist mit dem Quotenabschlag schlechter dran als mit dem Abzug vom Gewinn. Wer selten gewinnt und dafür höhere Quoten spielt, kann mit dem Quotenabschlag sogar besser fahren, weil der Einsatz nicht zusätzlich belastet wird. Wer mit Kombiwetten spielt, sieht die Effekte vervielfacht – der Abschlag wirkt auf jede Quote der Kombi.

Was ein Anbieter mit „0 % Wettsteuer“ außerdem verschenkt: seine Marge. Ein Anbieter, der 5,3 % aus eigener Tasche trägt, muss das über niedrigere Quoten refinanzieren – die „besten Quoten“ in der Werbung sind dann die besten Quoten nach dem Steuerverzicht, nicht die besten Quoten im Markt. Wer Preise vergleicht, vergleicht immer die effektiven Auszahlungen – den Betrag, der am Ende auf dem Konto landet.

Der rechtliche Rahmen: Erlaubnis, Whitelist und Spielerschutz

Seit dem 1. Juli 2021 gilt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) in seiner aktuellen Fassung. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale) ist die zentrale Aufsichtsbehörde. Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet (§ 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV) und beaufsichtigt die Anbieter; Verstöße können mit Bußgeldern geahndet werden (§ 28a). Die offizielle Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist das einzige Mittel, eine gültige Erlaubnis zu prüfen. Sie trägt den Stand 2. Oktober 2026 und führt 30 Einträge – 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon mit zusätzlicher Pferdewetten-Erlaubnis, sowie drei reine Pferdewetten-Veranstalter.

Ein Smartphone liegt mit dem Display nach unten auf einem Küchentisch, daneben stehen ein Glas Wasser und eine Armbanduhr.
Interwetten gibt in seinen AGB an, dass die Sportwettensteuer von Interwetten getragen wird; zum Ausgleich wird bei Wetten ein Quotenabschlag in Höhe von 5,3 % vorgenommen.

Was auf der Whitelist steht, hat Folgen: Die Erlaubnis wird für fünf Jahre erteilt (§ 4c Abs. 1 GlüStV 2021); die Whitelist zeigt nur das Ausstellungsdatum, kein Enddatum. Nur die Domain, die unter der Sportwetten-Erlaubnis geführt wird, darf Sportwetten annehmen – andere Erlaubnisse eines Inhabers (Slots, Poker, Casino) sind separate Lizenzen mit eigenen Regeln. Eine .de-Domain allein beweist noch keine Erlaubnis; entscheidend ist allein, ob die Domain auf der Whitelist steht.

Wer ohne deutsche Erlaubnis in Deutschland Sportwetten anbietet, betreibt unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV 2021. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine rechtliche Wirkung. Wer auf einer solchen Seite spielt, hat im Streitfall vor deutschen Gerichten keinen durchsetzbaren Anspruch – und keinen Zugriff auf OASIS oder LUGAS. Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt, namentlich vor „Platincasino“ und vergleichbaren Plattformen.

Eine zivilrechtliche Frage ist derzeit offen: Der Bundesgerichtshof hat am 25. Juli 2024 dem EuGH die Frage vorgelegt (Az. I ZR 90/23), ob die europäische Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € aus Verlusten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt am EuGH, Nicholas Emiliou, hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) es grundsätzlich für möglich gehalten, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten – mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das Urteil steht noch aus. Kein Spieler kann sich heute auf eine Rückzahlung verlassen.

Strafrechtlich bleibt die Lage überschaubar: Das Veranstalten unerlaubten Glücksspiels (§ 284 StGB) kann mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet werden, das Werben dafür mit bis zu einem Jahr. Die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel (§ 285 StGB) kann mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe geahndet werden – tatsächliche Verfolgung einzelner Spielender ist nicht etabliert, weder als Freifahrtschein noch als Drohung.

Spielerschutz: Was die Steuerfrage nicht aufhebt

Das Thema Wettsteuer ändert nichts an den Spielerschutzregeln, die für jeden Anbieter mit deutscher Erlaubnis gelten. Wer mit „0 % Wettsteuer“ wirbt, wirbt für eine Spielform, die denselben Schutzregeln unterliegt wie jede andere Sportwette.

Mindestalter. Teilnahme erst ab 18 Jahren (§ 4 Abs. 3 GlüStV 2021). Das gilt für jede Wette, unabhängig von der Steuerbehandlung.

Identitätsprüfung. Pro Anbieter ein Konto mit vollständiger Verifikation (§ 6a GlüStV 2021). Vor der Verifikation darf ein Anbieter das Spiel für bis zu 72 Stunden mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen erlauben. Wer spielen will, muss sich identifizieren – und zwar gegenüber jedem Anbieter einzeln.

Einzahlungslimit. Standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg (§ 6c Abs. 1 GlüStV 2021), durchgesetzt über die zentrale Limitdatei LUGAS. Ein Anbieter darf für eine Person ein höheres Limit setzen – bis zu 10.000 € bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, zwischen 10.000 € und 30.000 € für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spielenden. Eine Selbstauskunft reicht nicht; es braucht einen Nachweis. Eine Senkung greift sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen.

Parallelverbot. Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist verboten (§ 6h GlüStV 2021); die Aktivitätsdatei LUGAS erkennt aktive Spielvorgänge. Wer eine Wette bei Anbieter A platziert, kann in dieser Zeit keine andere Wette bei Anbieter B platzieren.

OASIS. Die bundesweite Sperrdatei (§§ 8, 8a GlüStV 2021) wird bei Registrierung und Login geprüft. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn die Person eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr.

Panikbutton. Sofortige 24-Stunden-Sperre (§ 6i Abs. 3 GlüStV 2021) auf Knopfdruck – wer sich beim Spielen unwohl fühlt, kann den Zugang für einen Tag unterbrechen.

Zahlungen. Nur von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem Institut nach dem Geldwäschegesetz (§ 6b Abs. 4 GlüStV 2021). Anonyme Zahlungsmittel – Krypto, anonyme Prepaid-Karten – sind nicht erlaubt. Das ist der Mechanismus, der Bitcoin und Co. aus dem lizenzierten deutschen Wettmarkt heraushält.

Spielerguthaben. Liegt auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7 GlüStV 2021).

Offshore-Anbieter sind an OASIS und LUGAS nicht angeschlossen – wer dort spielt, hat diese Schutzmechanismen nicht. Höhere Limits sind dort eher möglich, aber die rechtliche Handhabe im Streitfall ist unsicher. Was die Werbung mit „0 % Wettsteuer“ nicht verspricht: denselben Schutz.

Wettprogramm: Was ein Anbieter mit deutscher Erlaubnis überhaupt anbieten darf

Eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis bedeutet nicht, dass ein Anbieter alles anbieten darf, was der internationale Markt hergibt. Das Wettprogramm (§ 21 GlüStV 2021) ist beschränkt: feste Quoten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorkommnisse im Ereignis, einzeln oder in Kombination (§ 21 Abs. 1). Nur Wettarten, die die GGL erlaubt hat (§ 21 Abs. 5). Die GGL kann das Programm einschränken – und tut das auch.

Livewetten. Während eines laufenden Ereignisses sind nur Wetten auf den Endausgang oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente erlaubt (§ 21 Abs. 4) – und nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Nächstes Tor im Fußball: ja. Nächster Satz im Tennis: ja. Nächster Punkt im Tennis: nein. Nächster Korb im Basketball: nein. Wer in den letzten Minuten eines Spiels noch Wetten auf das nächste Tor platzieren will, ist eingeschränkt – aber wer auf den Endausgang wettet, hat freie Hand.

Ausgeschlossene Ereignisse. Wetten auf Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren (GGL-Praxis: Fußball unterhalb der 3. Liga zählt als Amateurniveau), manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung sind verboten (§ 21 Abs. 1a). Soziale oder politische Ereignisse sind nicht wettbar.

Esports. Die GGL hat klargestellt, dass Wetten auf Esports nicht möglich sind, weil Esports nicht als Sport anerkannt ist – lizenzierte Esports-Wetten gibt es in Deutschland nicht.

Virtuelle Sportwetten. Nicht etabliert. Wer nach virtuellen Wetten sucht, findet sie im lizenzierten Markt nicht.

Auszahlung. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt.

Cash Out. Keine gesetzliche oder GGL-Regel gefunden – Cash Out ist eine Funktion, die jeder Anbieter nach eigenem Ermessen anbietet oder nicht.

Einsatzlimits. Kein gesetzliches Höchsteinsatz pro Wette.

Das Wettprogramm ist also enger, als es die Werbung manchmal suggeriert – „30 Sportarten“ heißt nicht 30 Sportarten mit allen Wettmärkten, sondern 10 bis 15 mit den erlaubten Märkten.

Werbung und Bonus: Was erlaubt ist und was nicht

Werbung für Glücksspiel darf in Deutschland nur von Erlaubnisinhabern gemacht werden (§ 5 Abs. 7 GlüStV 2021). Ein Werbeverbot zwischen 06:00 und 21:00 Uhr (§ 5 Abs. 3 Satz 1) gilt für Slots, Online-Poker und Online-Casino – nicht für Sportwetten. Für Sportwetten gilt: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während seiner Live-Übertragung im jeweiligen Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlerinnen oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6 GlüStV 2021).

Der GlüStV 2021 enthält keine Klausel, die einen Sportwetten-Bonus betragsmäßig deckelt oder Mindestquoten vorschreibt – Beträge, Umsatzbedingungen und Mindestquoten kommen allein aus den AGB des jeweiligen Anbieters. Boni sind Geschäftsbedingungen zwischen Anbieter und Spielenden, keine regulierten Pflichten. Wer einen Bonus annimmt, sollte die AGB lesen: Welche Mindestquote ist nötig? Wie oft muss der Bonus umgesetzt werden? Welche Fristen gelten? Welche Wetten zählen, welche nicht?

Vergleich der zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis

Die folgende Tabelle zeigt die zehn Anbieter, die auf der Whitelist vom 2. Oktober 2026 mit einer Sportwetten-Erlaubnis geführt werden. Die Tabelle listet den Markennamen, den Whitelist-Status und das Datum der ersten Sportwetten-Erlaubnis. Eine Spalte mit konkreten Quoten oder Margen ist nicht enthalten, weil die Whitelist keine Quoten veröffentlicht – und Quoten sich sekündlich ändern.

Marke Whitelist-Status (GGL) Inhaber der Erlaubnis Sportwetten-Erlaubnis seit
888sport Whitelist-Eintrag, Sportwetten-Erlaubnis 888 Germany Limited 30.06.2021
Betano Whitelist-Eintrag, Sportwetten-Erlaubnis Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021
Tiptorro Whitelist-Eintrag, Sportwetten-Erlaubnis Torro Tec Limited 30.06.2021
LeoVegas Whitelist-Eintrag, Sportwetten-Erlaubnis LVSports Limited 21.10.2024
AdmiralBet Whitelist-Eintrag, Sportwetten-Erlaubnis Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
bpremium Whitelist-Eintrag, Sportwetten-Erlaubnis Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020
NEO.bet Whitelist-Eintrag, Sportwetten-Erlaubnis Greenvest Betting Limited 09.10.2020
Sportingbet Whitelist-Eintrag, Sportwetten-Erlaubnis Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
Sportwetten.de Whitelist-Eintrag, Sportwetten-Erlaubnis NetX Betting Limited 19.11.2020
bwin Whitelist-Eintrag, Sportwetten-Erlaubnis bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020

Was die Spalten nicht sagen: die Behandlung der Steuer im Einzelfall. Die AGB der einzelnen Anbieter entscheiden, ob die Steuer getragen, auf die Quote umgelegt, vom Gewinn abgezogen oder als Posten ausgewiesen wird – das ist Sache des Anbieters und gehört in dessen Wettregeln.

888sport: Frühe Erlaubnis, Konzernstruktur aus Gibraltar

Die 888-Gruppe wird von der 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar gehalten; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Die deutsche Sportwetten-Erlaubnis für 888sport wurde am 30.06.2021 ausgestellt, eine Folgeerlaubnis folgte am 15.12.2022. Die Marke gehört damit zu den frühen Anbietern im lizenzierten deutschen Markt.

Was die Konzernstruktur bedeutet: Die 888-Gruppe betreibt neben 888sport weitere Marken im internationalen Markt, auch im Casino-Bereich. Für deutsche Spielende zählt nur die Whitelist-Erlaubnis – die anderen Marken der Gruppe sind im deutschen Markt nicht zugänglich. Die deutsche Erlaubnis ist auf 888sport beschränkt.

Betano: Erlaubnis aus Malta, früh im Markt

Betano.de wird auf der Whitelist von der Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta, geführt. Die erste Sportwetten-Erlaubnis datiert auf den 19.02.2021, eine Folgeerlaubnis auf den 16.12.2022. Der Mutterkonzern Kaizen Gaming betreibt Betano auch in anderen europäischen Märkten, mit unterschiedlichen Erlaubnissen und Bedingungen. Für den deutschen Markt gilt die Whitelist – die anderen Lizenzen sind im deutschen Recht irrelevant.

Was die Malta-Struktur bedeutet: Der Anbieter sitzt innerhalb der EU, fällt aber unter die deutsche Erlaubnis für 888sport-betriebene Wetten, nicht unter eine maltesische Lizenz. Die Whitelist trägt den Stand 02.10.2026 und führt keine Befristung.

Tiptorro: Deutsche Marke, maltesischer Betreiber

Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited (Malta) angeboten, die sich selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der GGL beschreibt. Die Whitelist-Erlaubnis für Tiptorro.de datiert auf den 30.06.2021, eine Folgeerlaubnis auf den 27.12.2022.

Was die Konstruktion zeigt: Die App selbst kommt aus einem anderen Vertriebskanal (App Store) als die Whitelist (Whitelist führt die Domain Tiptorro.de). Spielende, die auf der Domain spielen, fallen unter die Whitelist-Erlaubnis; wer die App nutzt, sollte prüfen, ob die App auf die lizenzierte Domain verweist.

LeoVegas: Spätere Erlaubnis, schwedischer Hintergrund

Die Whitelist führt für Leovegas.de die LVSports Limited als Betreiberin, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 und für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023. LeoVegas ist damit der Anbieter mit der jüngsten Sportwetten-Erlaubnis in dieser Liste – fast vier Jahre nach den ersten Erlaubnissen vom Oktober 2020.

Was die Verspätung bedeutet: LeoVegas hatte bereits vor 2024 in anderen europäischen Märkten Sportwetten angeboten; der Markteintritt in Deutschland erforderte die GGL-Erlaubnis, die 2024 erteilt wurde. Die Trennung zwischen Sportwetten und virtuellen Automatenspielen ist bemerkenswert – zwei separate Erlaubnisse mit unterschiedlichen Daten.

AdmiralBet: Längste Erlaubnis, österreichischer Hintergrund

AdmiralBet wird auf der Whitelist von der Greentube Betting Malta Limited geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024. Für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine separate Erlaubnis seit dem 28.09.2022.

AdmiralBet ist eine Marke der Novomatic-Gruppe, die in Österreich stark verwurzelt ist und dort über die Admiral AG auf dem Markt ist. Für Deutschland gilt die Whitelist. Die drei Erlaubnis-Daten (2020, 2022, 2024) zeigen eine typische Folge von Erst- und Folgeerlaubnissen im Fünf-Jahres-Rhythmus.

bpremium: Frühe Erlaubnis, Auszahlungsgebühren nach Zahlungsmethode

bpremium wird auf der Whitelist von der Ladbrokes (Deutschland) Limited geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis vom 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis am 21.12.2022. bpremium gehört zur Entain-Gruppe, die international mit Marken wie Ladbrokes und bwin aktiv ist.

Bei bpremium hängen die Auszahlungsgebühren von der gewählten Zahlungsmethode ab; bei Banküberweisungen in Euro innerhalb des SEPA-Raums fallen die regulären Inlandsgebühren der Banken an, auf die der Anbieter keinen Einfluss hat. Wer mit Banküberweisung auszahlt, zahlt also die Hausbank-Gebühren – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

NEO.bet: Frühe Erlaubnis, junger Anbieter im Markt

NEO.bet wird auf der Whitelist von der Greenvest Betting Limited geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis ab dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. NEO.bet ist eine vergleichsweise junge Marke im deutschen Markt, ohne den internationalen Konzern-Hintergrund anderer Anbieter in dieser Liste.

Was die geringere Größe bedeutet: Ein jüngerer Anbieter hat oft ein schmaleres Wettprogramm und weniger Livewetten-Märkte als ein etablierter Konzern – kann aber durch Spezialisierung (bestimmte Sportarten, bestimmte Wettarten) aufholen.

Sportingbet: Frühe Erlaubnis, Steuerabzug vom Gewinn

Sportingbet wird auf der Whitelist von der Sportingbet (Deutschland) Limited geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 21.12.2022. Sportingbet gehört zur Entain-Gruppe, zu der auch bwin und bpremium gehören.

Die Wettregeln von Sportingbet nennen eine Steuer von „5 % des Wetteinsatzes“ nach § 17 RennwLottG; bei gewonnenen Wetten behält das Unternehmen 5 % des Bruttogewinns (Einsatz mal Quote) vom Gewinn ein. Das ist ein klares Beispiel für den Abzug-vom-Gewinn-Weg: Der Einsatz bleibt unangetastet, im Gewinnfall werden 5 % vom Bruttogewinn abgezogen. Bei einer Quote von 2,00 und 100 € Einsatz sind 200 € Bruttogewinn (Einsatz plus Gewinn), davon 5 % = 10 € Abzug, ausgezahlt werden 190 €.

Sportwetten.de: Frühe Erlaubnis, breites Zahlungsportfolio

Sportwetten.de wird auf der Whitelist von der NetX Betting Limited geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 19.11.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 16.12.2022. Die Marke gehört zur NetX Betting Limited, die nicht zu den großen internationalen Konzernen gehört.

Sportwetten.de listet als Zahlungsmethoden Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung (Trustly), Kreditkarte (Visa und Mastercard), Banküberweisung, Skrill und Aircash; für alle Zahlungsmethoden sind „Keine“ Gebühr und „Sofort“ als Bearbeitungszeit angegeben. Der Mindestbetrag liegt bei 10,00 € für Trustly, Skrill und Aircash. Einzahlungen über Dritte sind nicht gestattet.

Das Zahlungsportfolio ist breit und schließt PayPal ein – ein Zahlungsweg, den viele andere Anbieter auf der Whitelist nicht anbieten. Die Sofort-Bearbeitung gilt für alle Methoden, was Auszahlungen beschleunigt.

bwin: Frühe Erlaubnis, internationaler Markenführer

bwin wird auf der Whitelist von der bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta, geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. bwin gehört zur Entain-Gruppe, einem der größten Glücksspielkonzerne weltweit.

bwin ist im deutschen Markt einer der bekanntesten Marken. Die Konzernstruktur – Entain mit bwin, Ladbrokes, Sportingbet, bwin – bedeutet, dass drei der zehn Anbieter in dieser Liste zur selben Gruppe gehören. Für Spielende zählt die Whitelist-Erlaubnis pro Domain – Bwin.de ist eigenständig lizenziert.

Was die „0 % Wettsteuer“ der Werbung tatsächlich heißt

Die zentrale Frage, die die Werbung nicht beantwortet: Was steht in den AGB? Wer „0 % Wettsteuer“ liest, sollte prüfen, ob die Werbung hält, was sie verspricht.

ODDSET wirbt damit, weder Einsatz noch Gewinn mit einem Steuerabzug zu belegen und Gewinne auf den kompletten Einsatz ohne Abzug auszubezahlen. Das ist ein klares Bekenntnis – der Anbieter trägt die Steuer und gibt sie nicht weiter. Winamax wirbt mit „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“. Auch hier trägt der Anbieter die Steuer – refinanziert das aber über niedrigere Quoten. Die „besten Quoten“ sind dann relativ zu verstehen: die besten Quoten unter den Anbietern, die die Steuer tragen, nicht die besten Quoten im Markt.

Andere Anbieter tragen die Steuer nicht, sondern reichen sie weiter. Bei Sportingbet der Abzug vom Gewinn, bei Interwetten der Quotenabschlag, bei Wettarena der ausgewiesene Posten auf dem Wettschein. Wer die Werbung liest, sollte in den AGB prüfen, wie der Anbieter die Steuer tatsächlich behandelt.

Wer die 13 % ausschließlich über die Marge trägt

Wenn ein Anbieter mit „0 % Wettsteuer“ wirbt, zahlt er 5,3 % aus eigener Tasche – Geld, das er über die Marge refinanzieren muss. Die angebotenen Quoten sind dann niedriger als bei einem Anbieter, der die Steuer weitergibt. Bei einer Quote von 2,00 ohne Steuer und 5,3 % Marge refinanziert der Anbieter die Steuer, indem er die Quote auf etwa 1,894 absenkt – die Differenz von 10,6 % geht an den Anbieter. Wer „0 % Wettsteuer“ wirbt und gleichzeitig „beste Quoten“ verspricht, muss erklären, wie er beides vereinbart.

Wer die 13 % über den Quotenabschlag weitergibt

Bei einem Quotenabschlag von 5,3 % reduziert der Anbieter die angebotene Quote direkt um den Steueranteil. Die Quote auf dem Wettschein ist die Netto-Quote, die der Anbieter tatsächlich auszahlt. Im Verlustfall verliert man den Einsatz, im Gewinnfall gewinnt man die Netto-Quote. Der Vorteil: Es gibt keinen Extra-Posten auf dem Wettschein, die Quote ist transparent.

Wer die 13 % über den Gewinnabzug weitergibt

Beim Abzug vom Gewinn bleibt der Einsatz gleich. Im Gewinnfall zieht der Anbieter einen Prozentsatz vom Bruttogewinn ab. Bei Sportingbet sind es 5 % vom Bruttogewinn (Einsatz mal Quote). Das ist für Spielende vorteilhaft, die selten gewinnen – sie zahlen nichts extra im Verlustfall. Für Spielende, die oft gewinnen, kostet es mehr.

Wer die 13 % offen auf dem Wettschein ausweist

Bei Wettarena wird die Steuer von 5,3 % des Spieleinsatzes inklusive Steuer gesondert ausgewiesen. Bei Betway erscheint sie im letzten Prüfschritt des Wettscheins als eigener Posten. Das ist die transparenteste Form – hier weiß man genau, was die Steuer kostet. Der Vorteil: Keine versteckten Kosten in Quote oder Gewinn.

Häufig gestellte Fragen zur Wettsteuer in Deutschland

Wie hoch ist die Sportwettensteuer in Deutschland, und auf welche Bezugsgröße wird sie berechnet?

Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % auf den Einsatz netto der Steuer selbst, also rund 5,03 % vom eingezahlten Betrag. Berechnungsgrundlage ist nach §§ 17, 18 Rennwett- und Lotteriegesetz der „um die Wettsteuer verminderte Einsatz“ – das ist der Einsatz minus die Steuer selbst, nicht der Bruttoeinsatz. Bei 100 € Einsatz sind 5,03 € Steuer, ausgezahlt werden 100 €.

Wer schuldet die Sportwettensteuer – der Anbieter oder die Spielenden?

Die Steuer wird nach § 19 Rennwett- und Lotteriegesetz beim Veranstalter erhoben, nicht bei den Spielenden. Der Anbieter ist verpflichtet, sie an das Finanzamt abzuführen. Was die Spielenden tatsächlich zahlen, hängt davon ab, wie der Anbieter die Steuer weitergibt – ob er sie trägt, auf die Quote umlegt, vom Gewinn abzieht oder auf dem Wettschein ausweist. Die Spielenden zahlen in jedem Fall, entweder direkt oder indirekt über die Marge des Anbieters.

Was bedeutet Werbung mit „0 % Wettsteuer“ für Quote und Auszahlung?

„0 % Wettsteuer“ bedeutet in der Regel, dass der Anbieter die Steuer selbst trägt – also nicht an die Spielenden weitergibt. Das bedeutet aber nicht, dass die Spielenden nichts zahlen: Der Anbieter refinanziert die 5,3 % aus seiner Marge, was sich in niedrigeren Quoten niederschlägt. Wer „0 % Wettsteuer“ und „beste Quoten“ zusammen beworben sieht, sollte in den AGB prüfen, wie die Quoten zustande kommen.

Wie wird ein Gewinn berechnet, wenn der Anbieter einen Quotenabschlag von 5,3 % vornimmt?

Bei einem Quotenabschlag von 5,3 % ist die angebotene Quote die Brutto-Quote minus 5,3 %. Bei einer Brutto-Quote von 2,00 und 100 € Einsatz ist die Netto-Quote 1,894, die Auszahlung 189,40 €. Davon gehen 100 € Einsatz zurück, der Nettogewinn sind 89,40 €. Im Vergleich zur Brutto-Quote (Auszahlung 200 €, Nettogewinn 100 €) verliert man 10,60 € Gewinn – und das bei jedem Spiel, das man gewinnt.

Warum bieten Seiten ohne deutsche Erlaubnis Wetten ohne Steuer an, und was fehlt dort?

Seiten ohne deutsche Erlaubnis fallen nicht unter die §§ 16-25 RennwLottG, weil sie in Deutschland keine Erlaubnis haben und die deutsche Steuer nicht abführen. Die Werbung mit „0 % Wettsteuer“ ist dort kein Verzicht, sondern die Regel – die Steuer fällt schlicht nicht an. Was dort fehlt: die deutsche Erlaubnis, OASIS-Sperrdatei, LUGAS-Limitdatei, Zahlungswege nach § 6b Abs. 4 GlüStV 2021 und der handhabbare Rechtsweg im Streitfall.

Seit wann wird die Sportwettensteuer in Deutschland erhoben?

Die Sportwettensteuer wird in Deutschland seit dem 1. Juli 2012 erhoben. Die Einnahmen daraus beliefen sich 2023 auf 409 Millionen Euro, 5,2 % weniger als im Vorjahr. Zehn Jahre zuvor (2013) waren es 189 Millionen Euro – die Einnahmen 2023 lagen damit 116,8 % höher als zehn Jahre zuvor. Die gesamten Steuereinnahmen aus Glücksspiel betrugen 2023 rund 2,48 Milliarden Euro, wovon die Lotteriesteuer mit etwa 1,71 Milliarden Euro den größten Anteil hatte.

Inhalt erstellt vom Team «livewetteninfo.com»