MotoGP-Saison 2026: Wo die deutschen Buchmacher stehen
Datenstand: 17. Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 02.10.2026

Die MotoGP-Saison 2026 ist die 78. Saison der FIM-Motorrad-Straßenweltmeisterschaft und umfasst 22 Läufe vom 1. März 2026 (Thailand, Buriram) bis 29. November 2026 (Valencia). Wer auf diese Rennen wetten will, kann das in Deutschland nur bei Anbietern mit einer Erlaubnis der GGL tun, und genau diese Anbieter stehen im Mittelpunkt dieses Vergleichs. Zehn Buchmacher, die Motorsport im Programm führen, wurden dafür nebeneinander gestellt, von ODDSET und Tipico über die etablierten Plattformen wie bet-at-home, AdmiralBet und Betway bis zu den Newcomern DAZN Bet, VBet und Betano.
Was diesen Vergleich am anhand des Saisonkalenders anders macht: Die Wetten auf einen Grand Prix beginnen nicht erst am Rennsonntag. Seit 2023 gibt es vor jedem Grand Prix samstags einen Sprint, dessen Ergebnis in die WM-Wertung einfließt. Damit verlängert sich das Wettfenster pro Rennwochenende um einen vollen Tag, und Anbieter, die nur das Hauptrennen anbieten, decken das Wochenende nur halb ab. Hinzu kommen die Besonderheiten der deutschen Regulierung: das 1.000-€-Monatslimit, das jeder Spieler über alle Anbieter hinweg trägt, sowie die eingeschränkten Livewettenmärkte.
Wer direkt zu den Anbietern springen will: Der Vergleich der zehn Buchmacher steht am Anfang dieser Seite. Wer zuerst das Regelwerk verstehen will, beginnt mit dem Abschnitt Die GGL und die Whitelist: Was eine deutsche Erlaubnis bedeutet.
Die zehn Anbieter im direkten Vergleich
Die folgende Übersicht zeigt, welche Sportwetten-Erlaubnis die GGL-Whitelist für die jeweilige Domain führt und seit wann diese Erlaubnis besteht. Drei Spalten, alphabetisch nach Markenname.

| Anbieter | GGL-Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| AdmiralBet | Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 |
| Betano | Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021 |
| bet-at-home | Bet-at-home.com Internet Limited | 02.11.2020 |
| Betway | Betway Limited | 09.03.2021 |
| DAZN Bet | DZBT Operations Limited | 22.08.2023 |
| ODDSET | ODDSET Sportwetten GmbH | 18.11.2020 |
| Sportingbet | Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Tipico | Tipico Co. Limited | 09.10.2020 |
| Tipwin | Tipwin Limited | 09.10.2020 |
| VBet | SCGO Limited | 05.12.2023 |
Die Übersicht zeigt nur den rechtlichen Status, nicht das Quotenniveau oder das Wettangebot. Drei Anbieter sind erst nach 2022 in die Whitelist aufgenommen worden (Betano, DAZN Bet, VBet), sieben Anbieter tragen die Erlaubnis bereits seit 2020 oder Anfang 2021. Das Datum sagt nichts über die Größe des Wettprogramms aus: Ein Anbieter mit kurzer Whitelist-Geschichte kann sehr wohl ein größeres MotoGP-Angebot haben als einer, der seit 2020 lizenziert ist.
AdmiralBet – etablierte Whitelist-Stimme mit österreichischer Wurzel
AdmiralBet wird in Deutschland von der Greentube Betting Malta Limited betrieben, die GGL-Whitelist führt für die Domain Admiralbet.de eine Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020, mit Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024. Damit gehört AdmiralBet zu den Anbietern, die bereits in der ersten Welle der deutschen Erlaubnisse standen, und hat die zweite Verlängerungsrunde 2024 erfolgreich durchlaufen. Für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine eigene Erlaubnis seit dem 28.09.2022 – diese sagt über das Sportwettenangebot nichts aus.

Die Marke selbst stammt aus Österreich, wo Admiral unter dem Novomatic-Dach eine der größten Wettketten betreibt. Für deutsche Spieler bedeutet das einen Anbieter, dessen Spielplan breit aufgestellt ist, dessen MotoGP-Coverage aber im Vergleich zu spezialisierten Sportwetten-Plattformen eher im Mittelfeld liegt. Wer Wert auf ein vollständiges deutsches Wettprogramm und eine traditionsreiche Marke legt, ist hier richtig. Wer gezielt nach MotoGP-Spezialwetten wie „Schnellste Rennrunde“ oder „Fahrer im Punktebereich“ sucht, sollte das Programm vor der Anmeldung prüfen.
Betano – jüngster Erlaubnis-Pfad mit dem größten Streaming-Versprechen
Betano wird in Deutschland von der Betkick Sportsbetting Limited betrieben; eine GGL-Erlaubnis für Betano.de liegt seit dem 19.02.2021 vor, mit einer Folgeerlaubnis vom 16.12.2022. Die App wird im Apple App Store von der KAIZEN GAMING INTERNATIONAL LIMITED angeboten. In deren Beschreibung werden der Bet Builder (mehrere Märkte eines Spiels kombinieren), Cash Out und vor allem Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL genannt. Für MotoGP-Fans heißt das: Live-Bilder vom Renngeschehen gibt es bei Betano nicht im Programm, dafür aber Cash Out und einen Wetten-Konfigurator, mit dem sich mehrere Märkte zu einer Wette kombinieren lassen.
Das Streaming-Versprechen ist breit, aber auf etablierte Profiligen zugeschnitten. Die MotoGP fällt nicht in den genannten Streaming-Katalog, was bei einem Anbieter mit diesem Programmumfang keine Überraschung ist. Wer auf MotoGP wetten will, findet bei Betano trotzdem ein vollständiges Wettprogramm auf die Grands Prix. Das Plus ist der Wettkonfigurator, mit dem sich auch ungewöhnliche Kombinationen wie „Sieger des Sprints und Sieger des Hauptrennens“ auf einem Schein abbilden lassen. Für Spieler, die solche Kombinationen schätzen, ist Betano eine Überlegung wert.
bet-at-home – solides Whitelist-Fundament aus dem Jahr 2020
bet-at-home wird in Deutschland von der Bet-at-home.com Internet Limited betrieben; eine Erlaubnis für Bet-at-home.de liegt seit dem 02.11.2020 vor, mit einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Damit gehört bet-at-home zu den Anbietern der ersten Stunde und hat seine Erlaubnis einmal erfolgreich verlängert. Für virtuelle Automatenspiele besteht eine zusätzliche Erlaubnis seit dem 28.12.2022 – wieder ein anderes Regime als die Sportwetten.
bet-at-home hat in Deutschland eine treue Stammkundschaft aus den frühen 2010er-Jahren, als die Marke über Online-Werbung stark präsent war. Das Wettangebot auf den Motorsport ist solide, aber nicht auf das gleiche Spezialniveau gebracht wie bei Anbietern, die in den letzten Jahren ihr Programm aggressiv erweitert haben. Wer einen bewährten Anbieter mit vollständig deutscher Erlaubnis sucht und keine Exotenmärkte braucht, ist hier richtig. Die Plattform eignet sich besonders für Spieler, die klassische 1-X-2- und Sieger-Wetten schätzen und auf ein stabiles Quotenniveau Wert legen.
Betway – Cash-Out-Funktion mit transparenter Bedienung
Betway wird in Deutschland von der Betway Limited betrieben; eine GGL-Erlaubnis für Betway.de liegt seit dem 09.03.2021 vor, mit einer Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. Beim Betway-Cash-Out erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“; der Wert der Wette wird angezeigt, ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil davon. Zusätzlich gibt es einen Wettkonfigurator für Fußballspiele, der „Konfigurator+“ kombiniert Auswahlen aus verschiedenen Partien.
Was Betway für MotoGP-Wetten interessant macht: Der Cash-Out ist klar erkennbar ins Wettkonto integriert, der Spieler muss nicht lange suchen. Das ist bei Motorsport-Wetten besonders relevant, weil sich das Rennergebnis schnell ändern kann und ein strategischer Ausstieg vor der letzten Runde den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust machen kann. Wer auf Live-Cash-Out setzt, sollte aber das Kleingedruckte prüfen: Cash-Out-Werte können während des Rennens deutlich schwanken, und nicht jede Wette ist zu jedem Zeitpunkt auszahlbar.
DAZN Bet – der Newcomer mit der Streaming-DNA
DAZN Bet wird in Deutschland von der DZBT Operations Limited betrieben; die GGL verzeichnet für den Anbieter eine Sportwetten-Erlaubnis seit dem 22.08.2023. Damit ist DAZN Bet einer der jüngeren Anbieter im deutschen Whitelist-Set, hat aber den Vorteil einer starken Marke im Sport-Streaming-Bereich. Wer DAZN bereits als Streaming-Dienst nutzt, kennt die Benutzeroberfläche und das Sportverständnis des Mutterhauses.
Für MotoGP-Wetten heißt das: Der Sportwetten-Auftritt profitiert von der etablierten Sportkompetenz, ist aber noch nicht so tief im deutschen Markt verwurzelt wie die Marken, die seit 2020 lizenziert sind. DAZN Bet bietet das übliche Wettprogramm auf die Grands Prix, Langzeitwetten auf den Weltmeister sind verfügbar, die Detailtiefe bei Spezialmärkten ist aber je nach Saisonphase unterschiedlich. Wer einen neuen Anbieter mit solider Lizenzbasis sucht und das DAZN-Ökosystem kennt, findet hier einen unkomplizierten Einstieg.
ODDSET – die staatliche Stimme im Feld
ODDSET wird in Deutschland von der ODDSET Sportwetten GmbH betrieben. Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte der Gesellschaft mit Bescheid vom 15.12.2022 die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb; die GGL führt die Sportwetten-Erlaubnis für Oddset.de seit dem 18.11.2020. Aufsichtsbehörde ist die GGL mit Sitz in Halle (Saale). ODDSET ist die Sportwetten-Marke der staatlichen Lotteriegesellschaften und nimmt damit eine Sonderstellung ein: Es ist die einzige Marke im Feld, die unmittelbar aus dem öffentlich-rechtlichen Glücksspielwesen kommt.
Was das praktisch heißt: ODDSET deckt das gesamte deutsche Wettprogramm ab, das Wettangebot auf den Motorsport ist solide, aber nicht auf das Spezialistenniveau gebracht. Der Vorteil liegt in der langen Marktdauer und der staatlichen Aufsicht – wer einen konservativen Anbieter mit klarer regulatorischer Einbindung sucht, ist hier richtig. Der Nachteil liegt in der Wettquotenhöhe: ODDSET bewegt sich bei vielen Märkten im Mittelfeld, weil das Geschäftsmodell nicht auf aggressive Quoten, sondern auf breite Verfügbarkeit setzt.
Sportingbet – der Konfigurator-Anbieter mit Programmbreite
Sportingbet wird in Deutschland von der Sportingbet (Deutschland) Limited betrieben; eine GGL-Erlaubnis für Sportingbet.de liegt seit dem 09.10.2020 vor, mit einer Folgeerlaubnis vom 21.12.2022. Im Wettangebot findet sich ein „Konfigurator+“ sowie Live-Wetten; zu den Sportarten zählen unter anderem Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker. Motorsport ist Teil dieses Portfolios.
Was Sportingbet auszeichnet, ist die Kombination aus klassischem Wettangebot und modernem Konfigurator-Ansatz. Für MotoGP-Wetten bedeutet das: Der Spieler kann neben den Standardmärkten (Sieger, Podium, Punktebereich) auch Kombinationen über den Konfigurator zusammenstellen. Wer gerne kreative Wetten baut, ohne sich durch ein vorgegebenes Marktangebot arbeiten zu müssen, ist bei Sportingbet gut aufgehoben.
Tipico – Cash-Out und Livewette auf der Plattform
Tipico wird in Deutschland von der Tipico Co. Limited betrieben; eine Erlaubnis für Tipico.de liegt seit dem 09.10.2020 vor, mit einer Folgeerlaubnis vom 09.12.2022. Die Tipico-App wird vom Entwickler Tipico B2B Ltd im Apple App Store angeboten. In der Entwicklerbeschreibung werden „Tipico Cashout“ als Kontrolle über den Wettschein und Live-Wetten auch während des Fußballspiels genannt.
Tipico ist im deutschen Markt eine der bekanntesten Sportwetten-Marken überhaupt. Die Plattform deckt das komplette Wettprogramm ab, die Benutzerführung ist auf den deutschen Markt zugeschnitten, und der Cash-Out ist vollständig integriert. Für MotoGP-Wetten heißt das: Ein Anbieter, bei dem jeder deutsche Spieler die Bedienung sofort versteht, der aber gleichzeitig ein vollständiges Angebot auf die Grands Prix bereithält. Wer einen unkomplizierten Einstieg in MotoGP-Wetten sucht, liegt bei Tipico richtig.
Tipwin – Basketball-Partner mit Whitelist-Erlaubnis
Tipwin wird in Deutschland von der Tipwin Limited betrieben; eine Erlaubnis für Tipwin.de liegt seit dem 09.10.2020 vor, mit Folgeerlaubnissen vom 27.12.2022 und 09.01.2024. Tipwin ist Premium-Partner des Deutschen Basketball Bundes (DBB); die Partnerschaft wurde bis zum 31. Dezember 2026 verlängert und läuft damit mindestens drei weitere Jahre. Das zeigt, dass Tipwin im deutschen Sportmarkt aktiv verankert ist und Sportsponsoring als Sichtbarkeitsinstrument nutzt.
Was das für MotoGP-Wetten bedeutet: Tipwin ist kein motorsport-spezialisierter Anbieter, sondern eine breite Sportwetten-Plattform mit klarem Deutschland-Fokus. Das Wettangebot auf die Grands Prix deckt die Standardmärkte ab, Spezialwetten auf Sprint-Ergebnisse oder einzelne Rennabschnitte sind nicht in jedem Rennwochenende verfügbar. Wer einen Anbieter mit starker deutscher Marktpräsenz und solider Lizenzbasis sucht, ist hier richtig.
VBet – der dritte Newcomer mit maltesischem Hintergrund
VBet wird in Deutschland von der SCGO Limited betrieben; eine Erlaubnis für Vbet.de liegt seit dem 05.12.2023 vor. Die SCGO Limited hat ihren Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, St. Julian’s, Malta. VBet ist damit einer der jüngsten Anbieter im Whitelist-Set, aber durch die maltesische Konzernstruktur mit einem etablierten europäischen Wettanbieter verbunden.
Für deutsche Spieler heißt das: Ein Anbieter, der in Osteuropa und Asien bereits Marktanteile hat und nun in Deutschland mit voller Whitelist-Erlaubnis antritt. Das MotoGP-Wettangebot ist Teil des Standardportfolios; die Programmbreite wächst mit jeder Saison, in der VBet auf dem deutschen Markt aktiv ist. Wer einen Newcomer mit internationaler Erfahrung sucht und gerne neue Anbieter testet, sollte VBet in die engere Auswahl nehmen.
Wettquoten und der Quotenschlüssel: Was eine Quote über den Markt verrät
Eine Wettquote ist die Dezimalzahl, mit der der Einsatz im Erfolgsfall multipliziert wird. Wer 10 € auf eine Quote von 2,50 setzt, erhält 25 € zurück, der Nettogewinn beträgt 15 €. Eine Quote von 1,50 bringt 15 € zurück, der Nettogewinn 5 €. So weit die Mechanik. Was eine Quote aber wirklich über einen Markt verrät, ist der Quotenschlüssel, im Branchenjargon auch Auszahlungsquote genannt.
Der Quotenschlüssel ist die Summe der reziproken Quoten aller möglichen Ausgänge eines Marktes. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit zwei gleich wahrscheinlichen Ausgängen, beide zu Quote 1,90 notiert, ergibt sich: 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ (0,5263 + 0,5263) = 1 ÷ 1,0526 = 0,9500, also 95,00 %. Die Marge des Buchmachers ist dann 100 % minus 95,00 %, also 5,00 %. Das ist die Größenordnung, in der sich gut sortierte Märkte bewegen. Bei Märkten mit drei Ausgängen (Sieger eines Rennens, drei Top-Fahrer in einer Quote zusammengefasst) sinkt der Schlüssel typischerweise, weil der Buchmacher mehr Risiko trägt. Bei Spezialwetten mit nur einem möglichen Ausgang (etwa „Anzahl der Stürze im Rennen über/unter X“) liegt der Schlüssel oft niedriger, weil das Angebot eng ist und der Buchmacher seine Position absichern muss.
Was das für den Spieler heißt: Eine hohe Quote ist nicht automatisch ein gutes Angebot. Was zählt, ist der Quotenschlüssel über den gesamten Markt. Ein Anbieter mit Quote 1,90 auf Favorit A und 4,50 auf Außenseiter B kann einen besseren Schlüssel haben als ein Anbieter mit 1,85 auf Match A und 5,00 auf Match B, weil die Quoten beider Seiten zusammen ein anderes Bild ergeben. Wer ernsthaft vergleicht, prüft den Schlüssel, nicht die Einzelquote.
Für die MotoGP heißt das konkret: Märkte mit klaren Favoriten (Sieger eines Rennens mit dominierendem Fahrer) haben höhere Schlüssel als Märkte mit vielen möglichen Ausgängen (Top-6, Punktebereich). Wer auf Außenseiter setzt, bekommt höhere Einzelquoten, aber der Schlüssel des entsprechenden Marktes ist oft enger. Das ist keine Tücke, sondern die Mechanik, mit der Buchmacher Risiko bewerten.
Wettarten für MotoGP: Was die Buchmacher anbieten
Das Standardsortiment auf einen MotoGP-Grand-Prix umfasst die folgenden Wettmärkte. Welche Anbieter sie konkret im Programm haben, schwankt von Woche zu Woche; die folgende Aufstellung zeigt, welche Märkte es überhaupt gibt.
Siegerwette. Die klassische Einzelwette auf den Sieger eines Rennens. Bei einem 22-Fahrer-Feld wird in der Regel jeder Fahrer einzeln quotiert; bei klaren Favoriten liegt die Quote bei 1,80 bis 2,50, bei Außenseitern schnell im zweistelligen Bereich. Auch eine Siegerwette auf den Sprint gehört zum Standardprogramm.
Podiumswette. Eine Wette darauf, ob ein Fahrer unter die ersten Drei kommt. Die Quoten liegen höher als bei der Siegerwette, weil drei Plätze statt einem in Frage kommen. Wer auf einen starken Außenseiter setzt, kann hier eine attraktive Quote bekommen.
Punktebereich-Wette. Eine Wette darauf, ob ein Fahrer in die Punkte fährt (Platz 1 bis 15) oder nicht. In der MotoGP erhalten die 15 bestplatzierten Fahrer eines Rennens Punkte, von 25 für Platz 1 bis 1 Punkt für Platz 15. Eine Wette „Fahrer X im Punktebereich“ ist damit in etwa eine Wette auf eine Top-15-Platzierung.
Schnellste Rennrunde. Eine Wette darauf, welcher Fahrer die schnellste Rennrunde fährt. Der Markt ist nicht in jedem Rennen verfügbar, hängt stark von der Wetterlage und der Rennstrategie ab.
Head-to-Head-Wetten. Wetten auf direkte Duelle zwischen zwei Fahrern, etwa „Fahrer A schlägt Fahrer B“. Diese Märkte sind auch dann verfügbar, wenn beide Fahrer nicht in den Top-Quoten stehen.
Langzeitwetten auf den Weltmeister. Eine Wette auf den Fahrer, der am Saisonende die meisten Punkte hat. Solche Wetten werden mit dem Saisonstart angeboten und laufen über das gesamte Jahr. Der Weltmeistertitel wird nach dem letzten Rennen in Valencia entschieden. Wer auf den Titel wetten will, sollte bedenken, dass die Quote zu Saisonbeginn oft am attraktivsten ist und mit jedem gewonnenen Rennen des Favoriten sinkt.
Konstrukteurs-Weltmeister und Team-Weltmeister. Neben dem Fahrertitel gibt es zwei weitere Wertungen. Im Jahr 2025 wurde Ducati Lenovo Team Teamweltmeister, Ducati Konstrukteursweltmeister. Marc Márquez gewann mit 545 Punkten den Fahrertitel.
Kombiwetten. Mehrere Einzelwetten zu einer Wette zusammengefasst, die Quoten multiplizieren sich. Beispiel: Sieg Márquez (Quote 2,00) kombiniert mit Podium Bagnaia (Quote 1,50) ergibt eine Gesamquote von 3,00. Eine Kombiwette gewinnt nur, wenn alle Teile gewinnen; das ist der Unterschied zur Systemwette, bei der auch dann ein Gewinn möglich ist, wenn einzelne Teile verlieren.
Sprint und Hauptrennen: Wie das Rennwochenende strukturiert ist
Die MotoGP hat seit 2023 ein zweiteiliges Rennwochenende. Am Samstag findet der Sprint statt, ein kürzeres Rennen über etwa die halbe Distanz des Hauptrennens. Die neun Erstplatzierten des Sprints erhalten Punkte, von 12 für den Sieger abwärts bis 1 für Platz 9. Am Sonntag folgt das Hauptrennen, bei dem die regulären Punkte (25 bis 1 für die Plätze 1 bis 15) vergeben werden.
Was das für Wetten heißt: Das Wettwochenende beginnt bereits am Samstagmorgen, wenn die ersten Quoten für den Sprint veröffentlicht werden. Wer nur auf das Hauptrennen wettet, verpasst die Hälfte des Wettprogramms. Wer auf Sprint-Ergebnisse wettet, sollte wissen, dass Sprint-Punkte in die WM-Wertung einfließen, ein Sprint-Sieg also nicht nur tagesaktuell zählt, sondern auch die WM-Tabelle verändert.
Der Große Preis von Katar wurde in der Saison 2026 vom ursprünglich geplanten Termin am 12. April auf den 8. November verlegt, wegen des Irankriegs. Solche Verschiebungen kommen vor, und die Wettanbieter reagieren in der Regel, indem sie Wetten auf das verschobene Rennen entweder automatisch übertragen oder den Wettschein stornieren und den Einsatz zurückerstatten. Welche der beiden Varianten greift, hängt von den AGB des jeweiligen Anbieters ab und sollte vor der Wette geprüft werden.
Saisonkalender 2026: 22 Grands Prix von März bis November
Die MotoGP-Saison 2026 umfasst 22 Läufe. Der Auftakt findet am 1. März in Thailand auf dem Chang International Circuit in Buriram statt, das Finale am 29. November in Valencia. Mit Brasilien (Goiânia) kehrt eine Strecke in den Kalender zurück, die zuletzt nicht im Programm war; Argentinien entfällt. Elf Teams starten mit insgesamt 22 Fahrern.
Für die Wettplanung bedeutet das: 22 Wettwochenenden zwischen März und November, in der Regel ein Grand Prix pro Woche, gelegentlich zwei aufeinanderfolgende Wochenenden mit Pause dazwischen. Wer sein Wettbudget über die ganze Saison verteilen will, kann mit etwa einem Euro pro Wochenende planen und kommt auf eine Summe im niedrigen dreistelligen Bereich, die deutlich unter dem 1.000-€-Monatslimit bleibt. Wer höhere Rendern setzt, sollte das Monatslimit im Auge behalten.
Der volle Rennkalender 2026 nach offizieller Bekanntmachung:
| Datum | Grand Prix | Strecke |
|---|---|---|
| 1. März 2026 | Thailand | Chang International Circuit, Buriram |
| 8. März 2026 | Argentinien (entfällt) | – |
| 15. März 2026 | Amerika | Circuit of the Americas, Austin |
| 29. März 2026 | Brasilien | Goiânia |
| 12. April 2026 | Katar (auf 8. November verlegt) | Losail International Circuit |
| 19. April 2026 | Spanien | Circuito de Jerez |
| 26. April 2026 | Frankreich | Le Mans |
| 10. Mai 2026 | Katalonien | Circuit de Barcelona-Catalunya |
| 24. Mai 2026 | Italien | Autodromo Internazionale del Mugello |
| 7. Juni 2026 | Ungarn | Balaton Park |
| 21. Juni 2026 | Tschechien | Automotodrom Brno |
| 28. Juni 2026 | Niederlande | TT Circuit Assen |
| 12. Juli 2026 | Deutschland | Sachsenring |
| 26. Juli 2026 | Großbritannien | Silverstone Circuit |
| 9. August 2026 | Österreich | Red Bull Ring, Spielberg |
| 23. August 2026 | San Marino | Misano |
| 6. September 2026 | Portugal | Autódromo Internacional do Algarve |
| 20. September 2026 | Japan | Twin Ring Motegi |
| 27. September 2026 | Indonesien | Pertamina Mandalika International Street Circuit |
| 11. Oktober 2026 | Australien | Phillip Island |
| 18. Oktober 2026 | Malaysia | Sepang International Circuit |
| 25. Oktober 2026 | Thailand (zweimal) | Chang International Circuit, Buriram |
| 8. November 2026 | Katar (verlegt) | Losail International Circuit |
| 29. November 2026 | Valencia | Circuit Ricardo Tormo |
Wer die Reihenfolge im Detail prüfen will, kann sie gegen den offiziellen MotoGP-Kalender abgleichen, der von der FIM und von Dorna Sports herausgegeben wird; Verschiebungen werden dort laufend aktualisiert.
Punktevergabe und WM-Mechanik
Die MotoGP folgt einem klassischen Punktesystem: 25-20-15-13-11-10-9-8-7-6-5-4-3-2-1 für die Plätze 1 bis 15 im Hauptrennen. Der Sprint vergibt 12-9-7-6-5-4-3-2-1 für die Plätze 1 bis 9. Konstrukteurswertung und Teamwertung addieren die Ergebnisse der jeweiligen Fahrer.
Rekordweltmeister der Motorrad-Weltmeisterschaft ist Giacomo Agostini mit 15 Titeln. Die MotoGP-Klasse selbst gibt es in der heutigen Form seit 2002, die Vorgängerklasse war die 500-cm³-Klasse; die Motorrad-Weltmeisterschaft wurde 1949 vom Weltverband FIM erstmals ausgeschrieben.
Wer auf den Weltmeister wetten will, sollte die Punktewertung verstehen: Ein Ausfall im Hauptrennen kostet mehr als ein Ausfall im Sprint, weil im Hauptrennen doppelt so viele Punkte vergeben werden. Wer auf einen Fahrer mit konstanter Top-5-Platzierung setzt, hat in der Regel eine solidere Wette als auf einen Fahrer, der auf eine einzige Top-Platzierung pro Rennen angewiesen ist. Die Saison 2025 hat das gezeigt: Marc Márquez gewann mit 545 Punkten, was einer konstanten Punkteausbeute über das Jahr entspricht; einzelne Ausreißer nach oben oder unten gab es, aber die Grundlinie war stabil.
Die GGL und die Whitelist: Was eine deutsche Erlaubnis bedeutet
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale) ist die Aufsichtsbehörde für Sportwetten in Deutschland. Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 des Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV 2021), der seit dem 1. Juli 2021 in Kraft ist. Die offizielle Whitelist (§ 9 Abs. 8 GlüStV) ist die einzige Quelle, an der eine Erlaubnis verlässlich abgelesen werden kann.
Die Whitelist, Stand 02.10.2026, enthält 30 Einträge: 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten-Erlaubnis) und drei reine Pferdewetten-Anbieter. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain, aber eine .de-Domain allein beweist nichts – die Erlaubnis steht in der Whitelist, nicht in der Domain-Endung. Die Erstgenehmigung läuft fünf Jahre (§ 4c Abs. 1 GlüStV); die Whitelist zeigt ausschließlich Ausstellungsdaten, keine Enddaten. Eine Erlaubnis, die in der Liste steht, gilt so lange, bis sie entzogen oder zurückgegeben wird.
Wichtig zu verstehen: Eine Erlaubnis auf der Whitelist gilt immer nur für die Domain, die in der Liste genannt wird. Die Greentube Betting Malta Limited kann eine Erlaubnis für Admiralbet.de haben und gleichzeitig eine andere Erlaubnis für slots.admiralbet.de – beide stehen auf der Whitelist, aber sie decken unterschiedliche Angebote ab. Eine Slot-Erlaubnis sagt nichts über das Sportwettenangebot aus, und umgekehrt.
Was eine deutsche Erlaubnis konkret bedeutet: Der Anbieter ist an die Spielregeln des GlüStV gebunden, einschließlich der 1.000-€-Monatslimits, der OASIS-Sperrdatei, der LUGAS-Limitdatei und der vollständigen Identitätsprüfung. Er unterliegt der Aufsicht der GGL, einschließlich Bußgeldbefugnis nach § 28a GlüStV. Im Streitfall hat der Spieler einen deutschen Rechtsweg und kann sich an die GGL wenden.
Die GGL-Warnung vom 17. September 2026
Am 17. September 2026 warnte die GGL Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten, „wie etwa Platincasino“. Der Anlass war ein behördlicher Schlag gegen illegales Glücksspiel in Milliardenhöhe. Die Warnung bezog sich auf Anbieter ohne deutsche Erlaubnis, die ihre Dienste in Deutschland anbieten.
Was das für deutsche Spieler bedeutet: Wer bei einem Anbieter ohne GGL-Erlaubnis wettet, tut dies außerhalb des deutschen Regulierungsrahmens. Es gelten weder das 1.000-€-Monatslimit noch die OASIS-Sperrdatei, der Anbieter muss keine eigene Limit-Datei führen, und der Spieler hat im Streitfall keinen deutschen Rechtsweg. Die Malteser Lizenz, die Curaçao-Lizenz oder die Anjouan-Lizenz, die solche Anbieter oft tragen, hat in Deutschland keine rechtliche Wirkung.
Offshore-Anbieter und die Frage der Rückzahlung
Die Rechtslage zu Sportwetten ohne deutsche Erlaubnis ist komplizierter, als es die Warnung der GGL vermuten lässt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) die Frage vorgelegt, ob die europäische Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahren 2013 bis 2018 zurück.
In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 (Tipico) hat EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou die Auffassung vertreten, dass es grundsätzlich möglich sei, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten – mit einer Ausnahme: Wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Wie der EuGH letztlich entscheidet, ist offen.
Was das praktisch heißt: Die Frage, ob ein Spieler, der bei einem nicht lizenzierten Anbieter gewettet und verloren hat, sein Geld zurückverlangen kann, ist derzeit beim EuGH anhängig. Ein Urteil könnte die Rechtslage grundlegend verschieben, eine Rückzahlung ist aber auch im Erfolgsfall kein Automatismus. Wer bei einem Whitelist-Anbieter wettet, hat dieses Risiko nicht.
Das 1.000-€-Monatslimit und die LUGAS-Limitdatei
Das deutsche Recht setzt für jeden Spieler ein Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat, das über alle Anbieter hinweg gilt. Das Limit wird über die LUGAS-Limitdatei technisch durchgesetzt: Jeder Anbieter muss vor einer Einzahlung prüfen, wie viel der Spieler im laufenden Monat bereits eingezahlt hat, und ob das neue Deposit das Limit überschreitet.
Ein Anbieter kann für einen einzelnen Spieler ein höheres Limit festlegen, bis zu 10.000 €, wenn der Spieler seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweist. Zwischen 10.000 € und 30.000 € ist das Limit nur für maximal 1 % der aktiven Spieler des Anbieters zulässig, und der Nachweis muss noch strenger ausfallen. Eine Selbsterklärung reicht nicht. Eine Limitabsenkung gilt sofort, eine Limitanhebung frühestens nach sieben Tagen.
Was das für MotoGP-Wetten heißt: Wer regelmäßig und mit höheren Rendern auf die Grands Prix wettet, kann mit dem Standardlimit an Grenzen stoßen, insbesondere wenn er bei mehreren Anbietern parallel spielt. Das Limit ist kalendermonatsweise, nicht rollierend – wer am 31. März das Limit voll ausnutzt, hat am 1. April wieder 1.000 € zur Verfügung. Wer dauerhaft höhere Limits braucht, muss den wirtschaftlichen Nachweis erbringen, und der Aufwand dafür ist nicht trivial.
Livewetten in Deutschland: Was erlaubt ist und was nicht
Die deutsche Regulierung schränkt Livewetten stark ein. Während eines laufenden Ereignisses darf nur auf das Endergebnis gewettet werden oder auf ein „nächstes“ Ereignis, das in der jeweiligen Sportart selten ist: nächstes Tor im Fußball, nächster Satz im Tennis. Nicht erlaubt sind Wetten auf das nächste Tor im Eishockey, den nächsten Punkt im Tennis, den nächsten Korb im Basketball – alles Ereignisse, die in diesen Sportarten häufig vorkommen.
Was das für MotoGP heißt: Ein laufendes Rennen ist eine laufende Veranstaltung. Livewetten auf den nächsten Fahrer, der überholt wird, oder auf den nächsten Sturz sind nicht erlaubt. Was bleibt, ist die Livewette auf das Rennergebnis, die während des Rennens quotiert wird und sich mit jeder Runde neu berechnet. Cash Out ist eine reine Buchmacher-Funktion und unterliegt keinen regulatorischen Livewetten-Beschränkungen; der Anbieter kann Cash Out auch auf eine Wette anbieten, die vor dem Rennen platziert wurde.
Verantwortungsvolles Wetten: OASIS, Panikbutton und Eigenkontrolle
Wer in Deutschland wettet, ist automatisch in das OASIS-Spielersperrsystem eingebunden. OASIS prüft bei Registrierung und bei jedem Login, ob eine Sperre gegen den Spieler vorliegt. Eine Selbstsperre, die der Spieler selbst beantragt, dauert mindestens drei Monate, wenn ein Zeitraum genannt wird, sonst mindestens ein Jahr. Eine Fremdsperre durch Angehörige oder durch den Anbieter kann unterschiedlich lang sein. Wer gesperrt ist, kann sich bei keinem Whitelist-Anbieter mehr anmelden.
Der Panikbutton ist eine 24-Stunden-Sofortsperre, die der Spieler selbst auslösen kann. Sie gilt sofort und ohne Wartezeit. Wer den Panikbutton drückt, kann sich für 24 Stunden nicht mehr anmelden, danach muss er die Sperre entweder verlängern oder aktiv aufheben.
Was das für MotoGP-Wetten bedeutet: Wer das Gefühl hat, die Kontrolle über sein Wettverhalten zu verlieren, hat in OASIS und im Panikbutton zwei schnell wirksame Werkzeuge. Beide funktionieren nur bei Anbietern auf der Whitelist – Offshore-Anbieter sind an OASIS nicht angeschlossen. Wer sich selbst schützen will, wettet deshalb nur bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis.
Wettsteuer: Was 5,3 % wirklich bedeuten
Die Sportwettensteuer ist in §§ 16-25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes (RennwLottG) geregelt und beträgt 5,3 % auf eine Bemessungsgrundlage, die der Einsatz minus die Steuer selbst ist. Praktisch sind das rund 5,03 % des eingezahlten Betrags (5,3 / 105,3). Die Steuer wird vom Veranstalter der Wette geschuldet, nicht vom Wettenden (§ 19 RennwLottG).
Ob und wie der Anbieter die Steuer an den Spieler weitergibt, ist seine Entscheidung. Manche Anbieter ziehen die Steuer direkt vom Einsatz ab, manche verrechnen sie mit dem Gewinn, manche tragen sie vollständig selbst. Welche Variante ein Anbieter wählt, ist in seinen AGB geregelt und sollte vor der Anmeldung geprüft werden. Die Steuer ist kein Argument für oder gegen einen Anbieter – sie ist ein Posten, den jeder Anbieter in Deutschland entweder selbst trägt oder weitergibt, und beide Varianten sind legal.
Wichtig zu verstehen: Die Zahlung von Wettsteuer ist kein Beleg für eine deutsche Erlaubnis. Auch nicht lizenzierte Anbieter können Wettsteuer abführen, wenn sie sich freiwillig an das deutsche Finanzamt wenden. Der einzige verlässliche Beleg für eine Erlaubnis ist der Eintrag auf der Whitelist der GGL.
Werbung und Bonusregeln: Was Anbieter dürfen und was nicht
Der GlüStV 2021 untersagt Werbung für Glücksspiel zwischen 6:00 und 21:00 Uhr – aber diese Regel gilt für Spielautomaten, Online-Poker und Online-Casinospiele, nicht für Sportwetten. Für Sportwetten gelten andere Regeln: Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung eines Ereignisses auf demselben Kanal ist untersagt, Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären ist untersagt, und Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz ist untersagt.
Der GlüStV enthält keine Klausel, die Sportwetten-Boni betragsmäßig deckelt oder Mindestquoten vorschreibt. Wie viel Bonus ein Anbieter anbietet, wie der Bonus umgesetzt werden muss und welche Mindestquote gilt, steht vollständig in den AGB des Anbieters. Was im Werbeversprechen steht, muss im Kleingedruckten stehen – und genau dort lohnt sich der Blick.
Wer einen Bonus annimmt, sollte die Umsatzbedingungen lesen. Ein 100 %-Bonus auf 100 € Einzahlung ist nicht 100 € geschenkt; er ist 100 € Bonusgeld, das in der Regel mehrfach umgesetzt werden muss, bevor eine Auszahlung möglich ist. Die Mindestquote, mit der der Umsatz erfüllt wird, liegt je nach Anbiert zwischen 1,80 und 2,00. Wer nur auf Außenseiter mit niedrigen Quoten wettet, kann mit dem Bonus in Schwierigkeiten kommen.
Wer wettet wo am besten: Eine Lesehilfe für die Anbieter-Liste
Die zehn Anbieter im direkten Vergleich haben unterschiedliche Schwerpunkte, und nicht jeder Anbieter passt zu jedem Spieler. Drei Schnitte durch das Feld:
Wer maximale Erlaubnis-Sicherheit will, ist bei den Anbietern der ersten Stunde richtig: ODDSET, Tipico, AdmiralBet, Sportingbet, bet-at-home, Tipwin und Betway stehen alle seit 2020 oder 2021 auf der Whitelist und haben die ersten Folgeerlaubnisse erhalten. ODDSET hat als staatliche Marke eine Sonderstellung.
Wer neue Anbieter mit internationaler Erfahrung sucht, schaut auf DAZN Bet, VBet und Betano – drei Anbieter, die nach 2022 in die Whitelist aufgenommen wurden und ihre Programmstruktur aus anderen Märkten mitbringen.
Wer Konfigurator und Cash-Out schätzt, findet entsprechende Funktionen bei Tipico (Cash Out), Betano (Bet Builder, Cash Out), Betway (Cash Out, Konfigurator+) und Sportingbet (Konfigurator+). Welche Funktionen bei welchem Rennen verfügbar sind, hängt vom jeweiligen Wettmarkt ab und muss im Wettschein geprüft werden.
Was die Vergleichstabelle nicht zeigt: das Quotenniveau. Quotenschlüssel sind nicht in der Whitelist hinterlegt, sie schwanken von Markt zu Markt und von Anbieter zu Anbieter. Wer ernsthaft vergleicht, vergleicht die Quoten vor der Wette – nicht die Whitelist-Einträge.
Häufige Fragen
Wer gewann die MotoGP-Weltmeisterschaft 2025, und mit wie vielen Punkten?
Marc Márquez gewann die MotoGP-Weltmeisterschaft 2025 mit 545 Punkten. Das Ducati Lenovo Team wurde Teamweltmeister, Ducati Konstrukteursweltmeister. Die Saison umfasste 22 Grands Prix vom 2. März bis 16. November 2025.
Wie ist die Saison 2026 mit Sprint am Samstag und Hauptrennen am Sonntag aufgebaut?
Seit 2023 gibt es vor jedem Grand Prix samstags einen Sprint, dessen neun Erstplatzierte 12 bis 1 Punkt erhalten. Das Hauptrennen findet sonntags statt und vergibt 25 bis 1 Punkt an die Plätze 1 bis 15. Beide Ergebnisse fließen in die WM-Wertung ein.
Welche Wettarten gibt es auf MotoGP?
Das Standardprogramm umfasst Siegerwette, Podiumswette, Punktebereich-Wette, schnellste Rennrunde, Head-to-Head-Wetten und Langzeitwetten auf den Weltmeister. Hinzu kommen Konstrukteurs- und Team-Weltmeister-Wetten sowie Kombiwetten, deren Quoten sich multiplizieren.
Was geschieht mit Wetten, wenn ein Grand Prix verlegt wird, wie der Große Preis von Katar im November 2026?
Der Große Preis von Katar wurde wegen des Irankriegs vom 12. April auf den 8. November 2026 verlegt. Bei Verlegungen gilt in der Regel, dass die Wette automatisch auf den neuen Termin übertragen oder storniert und der Einsatz zurückerstattet wird. Welche Variante greift, hängt von den AGB des jeweiligen Anbieters ab.
Woran ist auf der GGL-Whitelist zu erkennen, ob ein Anbieter für Motorsportwetten eine deutsche Erlaubnis hat?
Die Whitelist der GGL führt für jede Domain den Erlaubnisinhaber, das Datum der Ersterlaubnis und die Folgeerlaubnisse auf. Eine .de-Domain allein beweist nichts. Eine Slot- oder Casino-Erlaubnis in der Whitelist sagt nichts über das Sportwettenangebot aus.
Welche Livewetten sind bei einem laufenden Rennen in Deutschland erlaubt?
Während eines laufenden Ereignisses darf nur auf das Endergebnis oder auf seltene nächste Ereignisse gewettet werden. Beim Motorsport bleibt damit praktisch nur die Livewette auf den Rennerfolg. Wetten auf nächste Überholmanöver oder Stürze sind nicht zulässig.
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