Regionalliga Wetten 2026: Was erlaubte Anbieter zeigen, was nicht – und warum
Stand: 17. Oktober 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) und die Bedingungen der jeweiligen Anbieter.

Wer in Deutschland nach „Regionalliga Wetten 2026“ sucht, stößt auf eine klare Grenze. Die vierte Spielklasse im Männerfußball zählt nach der Praxis der GGL als Amateurbereich. Erlaubte Anbieter dürfen dort keine Wetten anbieten. Was im Netz trotzdem als „Regionalliga Quoten“ auftaucht, kommt fast immer von Anbietern ohne deutsche Erlaubnis – ohne OASIS, ohne LUGAS, ohne deutsches Beschwerdeverfahren. Hier erfahren Sie, welche Wege es gibt, was sie kosten und für wen welcher Weg in Frage kommt.
Wettarten und Quoten: Was die Regionalliga von Bundesliga und 3. Liga unterscheidet
Wettarten wie Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg, Handicap oder Über/Unter Tore kennen Bundesliga-Fans auswendig. Für die Regionalliga gelten dieselben Märkte, dieselbe Mechanik, dieselbe Quote als Dezimalzahl – nur eben nicht im erlaubten Programm. Das Glücksspielstaatsvertrag-Regelwerk erlaubt nur Wettarten, die die GGL im Sportwettprogramm freigegeben hat, und schließt Veranstaltungen überwiegend von Amateuren oder Minderjährigen aus. Da Fußball unterhalb der 3. Liga in der GGL-Praxis als Amateurliga zählt, fehlt die Regionalliga im erlaubten Wettangebot. Die 3. Liga, 2. Bundesliga und Bundesliga bleiben erreichbar; die Regionalliga-West, -Nord, -Nordost, -Südwest und -Bayern sind im Whitelist-Angebot Lücke.

Wie funktioniert eine Quote überhaupt? Eine Quote 2,10 bedeutet: Wer 100 € setzt, bekommt im Gewinnfall 210 € zurück, davon 110 € Reingewinn. Verluste sind auf den Einsatz begrenzt. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten, das Risiko steigt im selben Maß. Was die Wettarten selbst angeht, so sind die in Deutschland zulässigen Typen abschließend: Einzelwette, Kombiwette, Systemwette und Live-Wette auf wenige, klar definierte Komponenten. Wer mehr Auswahl sucht, landet schnell bei Märkten, die die GGL gar nicht erlaubt.
Die Regionalliga als Spielklasse: Aufbau, Aufstieg und warum sie zersplittert
Die Fußball-Regionalliga ist seit der Saison 2008/09 die vierthöchste Spielklasse im deutschen Männerfußball. Vor 2008 trug sie diese Rolle schon einmal – ihre erste Saison liegt 1963 zurück. Fünf eingleisige Staffeln bilden sie heute: Nord, Nordost, West, Südwest und Bayern. Pro Staffel spielen 18 bis 20 Mannschaften. Verantwortlich für den Spielbetrieb sind seit der Saison 2012/13 nicht mehr der DFB allein, sondern fünf Ligaverbände.
Der Aufstieg in die 3. Liga folgt einem festen Mechanismus. Seit 2019 steigen die Meister von drei Staffeln direkt auf. Die zwei übrigen Staffelmeister spielen in einem Playoff den vierten Aufsteiger aus. Für Spieler und Vereine ist der Aufstieg sportlich wertvoll; für Wettfreunde erklärt diese Struktur, warum die Regionalliga in der Breite weniger im Fokus steht als die 3. Liga: weniger mediale Aufmerksamkeit, weniger Datengrundlage, weniger belastbare Statistik – alles Gründe, die Quotenschlüssel und Limits nach unten drücken, sobald ein Markt überhaupt angeboten wird.
Dass die Liga in fünf Staffeln zerfällt, ist kein Zufall. Die Regionen spiegeln Reisestrukturen, Nachwuchsförderung und wirtschaftliche Tragfähigkeit wider. Wer „Regionalliga West Quoten“ oder „Regionalliga Bayern Wetten“ sucht, sucht in Wahrheit nach einer regionalisierten Nische, die der erlaubte Markt nicht abdeckt – und in der unerlaubte Angebote ihre Lücke füllen.
Erlaubte Anbieter im Überblick: Wer in Deutschland Sportwetten legal anbietet
Die folgende Tabelle führt ausschließlich Anbieter auf, die laut GGL-Whitelist (Stand 2. Oktober 2026) eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis besitzen. Dargestellt ist der Markenname, der Status auf der Whitelist, der Permit-Inhaber nach Whitelist-Angabe und das Jahr der ersten Erlaubnis. Alle Angaben stammen aus dem Whitelist-Snapshot vom 2. Oktober 2026.
| Marke | GGL-Whitelist-Status und Permit-Inhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| Betano | Whitelist-Eintrag; Permit-Inhaberin Betkick Sportsbetting Limited | 2021 |
| sportwetten | Whitelist-Eintrag; Permit-Inhaberin NetX Betting Limited, Birkirkara (Malta) | 2020 |
| Sportingbet | Whitelist-Eintrag; Permit-Inhaberin Sportingbet (Deutschland) Limited | 2020 |
| Betway | Whitelist-Eintrag; Permit-Inhaberin Betway Limited | 2021 |
| 888sport | Whitelist-Eintrag; Permit-Inhaberin 888 Germany Limited | 2021 |
| VBet | Whitelist-Eintrag; Permit-Inhaberin SCGO Limited, St. Julian’s (Malta) | 2023 |
| MERKUR BETS | Whitelist-Eintrag; Permit-Inhaberin Merkur Bets Malta Limited, St. Julian’s | 2023 |
| AdmiralBet | Whitelist-Eintrag; Permit-Inhaberin Greentube Betting Malta Limited | 2020 |
| bet365 | Whitelist-Eintrag; Permit-Inhaberin Hillside (Europe) ENC, Ta’Xbiex (Malta) | 2020 |
| bpremium | Whitelist-Eintrag; Permit-Inhaberin Ladbrokes (Deutschland) Limited, Gzira (Malta) | 2020 |
Was die Tabelle nicht zeigt, ist die Lizenzform im Detail. Erste Erlaubnisse laufen nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre; die Whitelist führt Ausstellungsdaten, aber kein Enddatum. Verschiedene dieser Anbieter haben in den Folgejahren Folgeerlaubnisse erhalten, etwa AdmiralBet mit Erlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024. Andere, wie VBet und MERKUR BETS, sind erst seit 2023 im Whitelist-System. Was die Tabelle ebenfalls nicht abbildet: Keiner dieser zehn Anbieter listet Regionalliga-Spiele, weil die Spielklasse aus dem erlaubten Wettprogramm herausfällt.
Auswahl unter erlaubten Anbietern: Was die Anbieter jenseits der Regionalliga bieten
Ein Anbieter, der die Regionalliga nicht im Programm hat, kann für andere Spielklassen trotzdem passen. Was zählt, ist das eigene Wettverhalten: 3. Liga, Bundesliga, internationale Ligen, Randsportarten, Live-Angebote, Quotenniveau. Die folgenden Punkte fassen zusammen, was die Whitelist-Anbieter nach eigenen Angaben zeigen.
Betano bewirbt in der App-Beschreibung Bet Builder, Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. Wer Spiele aus mehreren Märkten kombinieren will, findet hier ein ausgewiesenes Werkzeug. Sportingbet nennt einen „Konfigurator+“ und Live-Wetten, dazu ein breites Sportartenfeld von Fußball bis Snooker. Betway legt den Cash-Out-Knopf unter „Meine Wetten“ und ergänzt ihn um einen Wettkonfigurator für Fußballspiele; ein „Konfigurator+“ kombiniert Auswahlen aus verschiedenen Partien. 888sport gehört zur 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, die seit 2005 an der London Stock Exchange notiert ist; für deutsche Kunden entscheidend bleibt die Whitelist-Erlaubnis. MERKUR BETS wirbt mit über 70 Sportarten und mehr als 250.000 Vorab- und Live-Wettmöglichkeiten, kombiniert in derselben App mit MERKUR SLOTS.
Für Live-Streams jenseits der Bundesliga-Eigenproduktionen: Winamax TV bündelt Live-Streams von La Liga, Serie A, Ligue 1, Primeira Liga, Eredivisie, MLS, allen Grand-Slam-Turnieren, ATP- und WTA-Turnieren, NBA und NFL. Wettstar zeigt Live-Streams von Pferderennen aus Deutschland und der ganzen Welt. Tipwin ist Premium Partner des Deutschen Basketball Bundes – die Partnerschaft läuft bis 31. Dezember 2026.
Zur Quotenfrage: Winamax wirbt mit „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“ und beruft sich auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen (Fußball, Tennis, Handball) zwischen 1. April und 30. August 2025, in der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Das ist eine Selbstauskunft mit benannter Datenbasis – nützlich als Hinweis, nicht als amtlicher Maßstab.
Wer mehrere Anbieter parallel nutzt, sollte wissen, dass in Deutschland das parallele Spielen auf demselben Markt bei verschiedenen Whitelist-Anbietern über die LUGAS-Aktivitätsdatei grundsätzlich überwacht wird. Das ist kein Verbot, Multi-Bookie zu nutzen, aber ein Mechanismus, der Mehrfachkonten und parallel laufende Wetten sichtbar macht.
Quotenschlüssel am Beispiel: Was eine Regionalliga-Wette kosten würde
Eine Quote ist nicht nur ein Preis, sie ist auch das Spiegelbild des Buchmachers. Der Quotenschlüssel – die Auszahlungsquote – ist die Summe, die ein Markt über alle möglichen Ausgänge an die Spielenden zurückgibt. Der Rest ist Marge – das, was der Anbieter im Schnitt pro eingesetztem Euro einbehält.
Nehmen wir ein 1X2-Beispiel mit drei Ausgängen. Die Quoten lauten 2,10 für Heimsieg, 3,40 für Unentschieden, 3,60 für Auswärtssieg. Was zahlt der Markt im Schnitt zurück? Die Kehrwerte addieren sich: 1/2,10 + 1/3,40 + 1/3,60 = 0,4762 + 0,2941 + 0,2778 = 1,0481. Der Kehrwert dieser Summe, die Auszahlungsquote, liegt bei rund 95,4 %. Der Markt gibt also etwa 95,4 Cent pro eingesetztem Euro zurück, die Marge beträgt rund 4,6 %.
Das ist nur ein Rechenbeispiel – keine notierte Quote für ein Regionalliga-Spiel, denn ein solches Spiel existiert im erlaubten Programm nicht. Das Beispiel zeigt, wie viel ein guter Markt kostet: In der Bundesliga bewegen sich die Margen oft im Bereich von 3 bis 5 %; in Nischenmärkten können sie deutlich höher liegen, in unteren Ligen ohne Datenbasis noch weiter. Wer eine Regionalliga-Wette dennoch bei einem unerlaubten Anbieter platziert, bekommt in der Regel keine besseren Quoten – eher das Gegenteil, weil das Angebot riskant und die Datengrundlage dünn ist.
Rechtslage: Warum die Regionalliga aus dem erlaubten Programm fällt
Die zentrale Norm ist § 21 GlüStV 2021 in der Fassung, die seit dem 1. Juli 2021 in Kraft ist. Erlaubt sind festquotierte Wetten auf den Ausgang einer Sportunveranstaltung, auf einzelne Abschnitte oder auf Vorkommnisse im Spiel. Live-Wetten sind nur während laufender Ereignisse und nur auf das Endergebnis oder auf klar definierte nächste Ereignisse erlaubt – nächstes Tor im Fußball, nächster Satz im Tennis. Nächster Punkt im Tennis, nächster Korb im Basketball: nicht erlaubt.

Was nicht erlaubt ist, regelt § 21 Abs. 1a GlüStV. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure teilnehmen, sind ausgeschlossen. Manipulationen, Regelverstöße und deren Sanktionierung dürfen nicht Gegenstand von Wetten sein. Die GGL hat in ihrer Praxis klargestellt, dass Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurliga zählt – und damit ist die Regionalliga aus dem erlaubten Wettprogramm heraus. Auch Esports fällt heraus: Die GGL erkennt Esports nicht als Sport im Sinne des GlüStV, lizenzierte Esports-Wetten existieren in Deutschland nicht. Über virtuelle Sportarten schweigt die Regulierungspraxis – hier ist weder eine Erlaubnis noch ein Verbot fest etabliert.
Das alles betrifft nur Anbieter mit deutscher Erlaubnis. Wer mit ausländischer Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan deutsche Kunden bedient, bewegt sich außerhalb des § 9 GlüStV. Das ist unerlaubtes Glücksspiel. Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten wie etwa Platincasino gewarnt. Strafrechtlich stehen Organisatoren nach § 284 StGB bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, Werbende nach § 284 StGB bis zu einem Jahr. Spielende können sich nach § 285 StGB strafbar machen, wobei die Verfolgung einzelner Spielerinnen und Spieler in der Praxis nicht etabliert ist. Zivilrechtlich ist die Lage im Fluss: Der BGH hat dem EuGH am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; ein Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus den Jahren 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) hat EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou es grundsätzlich für möglich gehalten, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten – mit Ausnahme, wenn Behörden zugesichert haben, die Erlaubnispflicht vorerst nicht durchzusetzen. Eine Garantie auf Rückzahlung ist das nicht.
Spieler- und Zahlungsschutz: Was OASIS, LUGAS und die 1.000-€-Grenze praktisch bedeuten
Spielende bei einem Whitelist-Anbieter müssen volljährig sein – das ist in § 4 Abs. 3 GlüStV festgelegt. Pro Anbieter gibt es genau ein Konto mit vollständiger Verifizierung. Vor der Verifizierung darf der Anbieter das Spiel für höchstens 72 Stunden mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen erlauben – eine Übergangsregel, kein Dauerzustand.
Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 GlüStV liegt standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat, und zwar anbieterübergreifend. Das ist die zentrale Funktion der LUGAS-Limitdatei. Eine höhere Grenze ist möglich – bis 10.000 € mit nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, im Bereich 10.000 € bis 30.000 € nur für höchstens ein Prozent der aktiven Spielenden eines Anbieters –, aber Selbstauskunft reicht nicht, der Anbieter muss die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit prüfen. Eine Senkung gilt sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen.
OASIS ist die bundesweite Sperrdatei nach §§ 8, 8a GlüStV. Sie wird bei Registrierung und Login abgefragt. Eine Selbstaussperrung dauert mindestens drei Monate, wenn die spielende Person selbst eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 GlüStV löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus – ein Notausschalter, kein Ersatz für die Selbstsperre. Beide Systeme greifen nur, wenn der Anbieter angeschlossen ist. Offshore-Anbieter sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen. Wer dort spielt, hat keine deutsche Sperre, keine zentrale Einzahlungsgrenze und keinen Zugriff auf die deutschen Beschwerde- und Auszahlungsregeln.
Zahlungen sind nach § 6b Abs. 4 GlüStV nur von einem Konto erlaubt, das auf den Namen der spielenden Person läuft und bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut geführt wird. Anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Das schließt Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Lösungen aus dem erlaubten Markt aus. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter konkret akzeptiert, steht in dessen Bedingungen. Spielerguthaben liegt auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen gebührenfrei ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7 GlüStV).
Wettsteuer: Wer sie zahlt, wer sie weiterreicht
Die Wettsteuer ist nach §§ 16-25 RennwLottG 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus die Steuer selbst“ – also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags (5,3 / 105,3). Oder genauer: Wird die Wettsteuer vom Einsatz abgezogen, so ergibt sich die Bemessungsgrundlage als Einsatz geteilt durch 1,053. Die Steuer ist nach § 19 RennwLottG Sache des Veranstalters, nicht der Spielenden. Ob und wie der Anbieter sie an die Kunden weitergibt, ist eine unternehmerische Entscheidung.
Winamax wirbt mit „0 % Wettsteuer“ – was bei genauer Betrachtung heißt, dass der Anbieter die Steuer nicht weiterreicht, sondern selbst trägt. Andere Anbieter ziehen die Steuer direkt vom Einsatz ab oder verrechnen sie mit dem Gewinn. Wer die Steuerlast trägt, schlägt sich unmittelbar auf die effektive Quote nieder. Die Steuer ist kein Beweis für eine Erlaubnis: Auch unerlaubte Anbieter können Wettsteuer abführen, eine etwaige Steuerzahlung entkräftet die fehlende deutsche Lizenz nicht.
Werbe- und Bonusregeln: Was Anbieter dürfen und was nicht
Werbung für Glücksspiel ist in § 5 GlüStV 2021 geregelt. Erlaubte Anbieter dürfen für ihre Angebote werben; unerlaubte Anbieter nicht. Der 06:00-21:00-Werbe-Bann betrifft Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casino-Spiele – Sportwetten fallen nicht darunter. Bei Sportwetten gilt: Keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während seiner Live-Übertragung im selben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlerinnen, Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz.
Bonusregelungen sind im GlüStV nicht betragsmäßig gedeckelt. Umsatzfaktor, Mindestquote, Fristen und maximale Gewinne stehen in den Bedingungen jedes Anbieters. Wer einen Willkommensbonus annimmt, akzeptiert diese Bedingungen – ein kostenloser Bonus, der ohne Bedingungen ausgezahlt wird, existiert in der erlaubten deutschen Regulierung nicht. Werbeaussagen wie „gratis“, „risikofrei“ oder „100 % Bonus“ sind Marketing-Sprache, deren Inhalt erst die Umsatzbedingungen klären.
Verantwortungsvolles Spielen: Wo Hilfe ansetzt
Die deutsche Regulierung setzt drei große Hebel an: 1.000-€-Monatslimit anbieterübergreifend, OASIS-Sperrsystem und Panikbutton. Wer beim Lesen dieser Seite merkt, dass die Beschäftigung mit Wettquoten kein gelegentliches Hobby mehr ist, hat mehrere Wege.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet unter www.bzga.de ein kostenfreies Informationsangebot, von Selbsttests über Beratungswege bis zu Materialien für Angehörige. Die Anbieter selbst sind verpflichtet, auf Spielsuchtprävention hinzuweisen und Hilfsangebote zu verlinken. Wer sich selbst sperren will, kann das bei jedem Whitelist-Anbieter beantragen; die Sperre wird in OASIS eingetragen und gilt für alle angeschlossenen Anbieter. Für eine 24-Stunden-Sofortsperre reicht der Panikbutton im Spielerkonto.
Ein Wort zum Kontext: Wer bei unerlaubten Anbietern spielt, hat weder Zugang zur OASIS-Sperre noch zur LUGAS-Limitdatei. Die Schutzmechanismen greifen nur auf der Whitelist. Das ist kein Argument für das eine oder gegen das andere – es ist die Information, die eine fundierte Entscheidung braucht.
Häufig gestellte Fragen
Kann man in Deutschland auf die Regionalliga wetten?
Bei Whitelist-Anbietern nein. Die Regionalliga zählt nach GGL-Praxis als Amateurliga, und § 21 Abs. 1a GlüStV schließt Veranstaltungen überwiegend von Amateuren und Minderjährigen aus dem erlaubten Wettprogramm aus. Anbieter ohne deutsche Erlaubnis listen Regionalliga-Spiele teilweise – dort fehlen OASIS, LUGAS und deutscher Rechtsschutz. Wer dort spielt, bewegt sich im unerlaubten Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV.
Warum zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich?
Die GGL wendet § 21 Abs. 1a GlüStV in der Praxis so an, dass Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurliga eingestuft wird. Die Spielerinnen und Spieler sind überwiegend nicht hauptberuflich tätig, die Vereine sind keine Profivereine im Sinne des Lizenzierungsreglements. Was als Amateurliga zählt, fällt aus dem erlaubten Wettprogramm. Die 3. Liga, 2. Bundesliga und Bundesliga bleiben erreichbar.
Was bedeutet es, wenn ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis Regionalliga-Spiele listet?
Ein solcher Anbieter hat keine § 9-GlüStV-Erlaubnis der GGL. Er ist nicht an OASIS angeschlossen, nicht an die LUGAS-Limitdatei, nicht an die 1.000-€-Monatsgrenze und nicht an die Spielersperrregeln. Zahlungen erfolgen nicht nach den Regeln des § 6b Abs. 4 GlüStV. Im Streitfall gilt das Recht des Anbieterstandorts – ein Malta-, Curaçao- oder Anjouan-Sitz, dessen Recht in Deutschland keine Anwendung findet. Die GGL hat im September 2026 vor unerlaubten Angeboten gewarnt.
Woran ist erkennbar, ob ein Wettanbieter auf der GGL-Whitelist steht?
Die GGL veröffentlicht eine Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Sie enthält Anbieter mit gültiger Erlaubnis, den Permit-Inhaber, das Datum der ersten Erlaubnis und gegebenenfalls Folgeerlaubnisse. Der Snapshot vom 2. Oktober 2026 listet 30 Einträge – 27 mit Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, und drei reine Pferdewetten-Anbieter. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain, aber nicht jede .de-Domain ist gelistet. Prüfen heißt nachschlagen, nicht raten.
Welche Folgen hat ein Angebot außerhalb von OASIS und LUGAS für Einzahlungslimit und Spielersperre?
Wer bei einem unerlaubten Anbieter spielt, hat keine anbieterübergreifende 1.000-€-Grenze, keine OASIS-Selbstsperre und keinen Panikbutton nach § 6i Abs. 3 GlüStV. Die Schutzmechanismen greifen nur auf der Whitelist. Wer sich selbst sperren will, erreicht das über Whitelist-Anbieter, deren Eintrag in OASIS für alle angeschlossenen Anbieter gilt. Die Sperre ist dort am wirksamsten, wo auch das Spiel stattfindet.
Fußball – livewetteninfo.com
Inhalt erstellt vom Team «livewetteninfo.com»
